VÖ: 16.06.17
(Contendo Media)

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CONTENDO MEDIA

Klapptext:

Auf der ostfriesischen Insel Borkum findet ein Kleinkunstfestival statt, zu dem Kommissar Brekewoldt auch die befreundete Kinderärztin Nele Röwekamp einlädt. Aus dem entspannten Wochenende wird jedoch nichts. Bereits am nächsten Morgen wird im Watt eine Leiche entdeckt. Nele und der Kommissar ermitteln gemeinsam und müssen feststellen, dass für die Tat gleich eine ganze Reihe Verdächtiger infrage kommt.

Sprecher:

Nele Röwekamp – Daniela Bette-Koch
Arne Brekewoldt – Markus Pfeiffer
Kai Hempel – Hennes Bender
Pia Kruse – Katharina von Keller
Ole Hansen – Matthias Marschalt
Britta Sesemann – Rita Engelmann
Silke Pieper – Dagmar Dreke
Nick Ernst – Torsten Sense
Manfred Holzhausen – Joachim Tennstedt
Fans – Jürgen Albrodt, Max von der Groeben, Patrick Mölleken

Kritik:

„Borkum sehen und sterben“ klingt von der ersten Sekunde an familiär. Die Hauptcharaktere sind nun bereits vertraut und bedürfen weder Erklärung noch weiterer Einführung. Erstaunlich wie gut sich das Team bereits nach nur zwei Hörspielfolgen präsentieren kann. Hierbei spielen Charme und Sympathie eine große Rolle, was klar für die vorgenommenen Rollenbesetzungen spricht. Daniela Bette-Koch und Markus Pfeiffer sind dabei in der Tat ein tolles Paar das bereits jetzt Lust auf mehr macht. Doch zum Inhalt: Dieser ist nicht nur kurzweilig sondern auch stimmig. Comedian-Treffen auf Borkum. Narzistische neidvolle Kollegen, die auch vor Mord nicht zurückschrecken? Mehr will ich aber aus Spoilergründen hier nicht verraten. Lediglich dass man das Thema sehr gut und nicht zu überdreht präsentiert und dadurch große Glaubwürdigkeit sowohl in der Geschichte, als auch den Charakteren schafft. Als ich gelesen habe, dass Hennes Bender eine tragende Rolle spricht, war ich erst einmal ernüchtert. Der sehr präsente Hörspieldauergast in diversen Produktionen missfiel mit durch seine überdreht, überschlagende Art des Sprechens meist und konnte mich zur Gänze nie völlig überzeugen. Hier allerdings sieht die Sache ganz anders aus. Ihm hier als Comedian auch eine solche Rolle auf den Leib zu schreiben macht sein Auftreten in diesem Hörspiel nicht nur stimmig und glaubwürdig sondern zeigt ihn auch in seiner bisher besten Hörspielperformance. Daumen hoch. Auch die restlichen Sprecher können mit Acting und Rollenberherrschender Glaubwürdigkeit punkten. Auch präsentiert der Autoren-Coop Topf/Reuber ein sehr griffiges und heiteres Dialogbuch, das im Zusammenspiel mit der unvorhersehbaren und kurzweiligen Story eine tolle Arbeit abliefert. Ein Fest ist (erwartungsgemäß) die Inszenierung. Mannigfaltige Effekte schaffen ein beschauliches Inselflair und machen dem Serientitel Insel-Krimi alle Ehre. Als Sahnehäubchen setzt man einen heiteren und sehr passenden Soundtrack auf das ganze Werk und fertig ist ein Hörspiel, das sich fast schon zwingend für die Hörspiel Top Ten empfiehlt.

Fazit: Bereits jetzt schon ein Klassiker. Top umgesetzer Hörspielkrimi, der mit seinem modernen Setting und originellen Eigeninterpretationen die Hörspielwelt gehörig umkrempelt. Wer braucht angestaubte englische Krimi Größen wenn doch tolle Fälle direkt vor der Haustür liegen? Eine Reihe, die Lust auf Inselurlaub macht und nicht nur in den Sommer passt. Bitte mehr davon! 9,5 von 10 Punkte