VÖ: 28.06.17
(Lübbe Audio)

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OFFENBARUNG 23

Klapptext:

Die Rote Armeefraktion – nur eine linksextremistische terroristische Vereinigung der Bundesrepublik Deutschland oder doch mehr als das? Kim findet in Nolos Wohnung eine alte Chiffre von Tron, die ihn auf die Spur des Herrhausen-Attentats vom 30. November 1989 führt. T-Rex, Raven und Nolo helfen ihm dabei, die Hintergründe des Anschlags aufzudecken. Sie entdecken und stoßen dabei auf eine erschreckende Wahrheit. Warum musste Alfred Herrhausen sterben? Gab es einen geheimen Auftraggeber? Und hatte die RAF Hilfe von anderen Terrororganisationen?

Sprecher:

T-Rex – Alexander Turrek
Kim – Peter Flechtner
Ravem – Luisa Witorek
Nat – Helmut Krauss
Tron – Jaron Löwenberg
Ian G. – Till Hagen
Nolo – Marie Bierstedt
Kate – Uschi Hugo
Nachrichtensprecher – Jens Riewa
Michelle Garnor – Annina Braunmiller-Jest
Wim Banner – Lutz Riedel
Miles Davison – Michael Pan
Ulrike Meinhof – Stephanie Kirchberger
Andreas Baader – Gudo Hoegel
Schubert – Constantin von Westphalen
Peter Lorenz – Michael Prelle
Chauffeur – Robert Missler
RAF Terrorist – Otto Strecker
Alfred Herrhausen – Klaus Dittmann
Jacob Nix - Detlef Tams
Kind Merle von Bezold

Kritik:

An inhaltlichen Erklärungen bedarf es hier meinerseits wenig. Der Klapptext fasst Geschehen und Handlung kurz, knackig und informativ zusammen. Als Käufer weiß man, was einen erwartet. Punkt. Bis auf kurze, cineastische Auszüge aus der Terrorzelle selbst und den Anschlag auf den Bankenchef Alfred Herrhausen verlagert man die Handlung komplett in das Hier und Jetzt. Vom eher holprigen Storybogen, der zu dieser Chiffre führt und dem Hinzufügen der Standartrollen einmal abgesehen, präsentiert man in dieser nunmehr 73. Offenbarung 23 einen stimmigen Mix aus Hörspiel, Fiktion und faktischer Recherche. Dies alles verquirlt man zu einem sehr homogenen Hörspiel mit hohem Unterhaltungswert. Wahrheit und Fiktion verschmelzen auch hier und sind am Ende kaum zu trennen. Ein großer Vorteil dieser Folge ist, das man flüssigen Stoff liefern kann, der sich kurzweilig schildern lässt. Ein Erschlagen mit hoch technischem Wikipediawissen entfällt zum Glück. Aus Sicht der Sprecher überzeugt man über das komplette Hörspiel. Man könnte/dürfte noch Nuancen an der Emotions-Schraube drehen, doch gehen die Leistungen hier völlig in Ordnung. Wie bereits oben kurz erwähnt, verpackt man die fiktive Handlung in einem sehr cineastischen Soundgewand. Stimmungsvoll und reall untermalt man die Handlung und erschafft eine glaubwürdige Hintergrundkulisse in der unsere Hacker-Genies eifrig vor sich hin detektieren. Musikalisch bietet man erwartungsgemäß weder Überraschungen noch Experimente. Sauber produzierte Techno Snipets erzeugen Spannungsbögen oder peitschen die Handlung voran. So soll es sein.

Fazit: Kurzweilig, interessant und schmissig gibt man dem Deutschen Terror hier ein Gesicht und einen verschwörerischen Hintergrund. Eine gute Folge, die durch ihre flüssige Art der Erzählung schnell verfliegt und für den Autor ein anerkennendes Nicken bereit hält. 8,5 von 10 Punkte