03 obituary

VÖ: 17.03.2017
(Relapse Records)

Style: Death Metal

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OBITUARY

OBITUARY erleben ihren dritten Frühling, haben noch einmal kräftig Blut geleckt, genau so frisch und unverbraucht wie in ihren Anfangstagen klingt die Band auf ihrem aktuellen schlicht 'Obituary' getauften Nackenbrecher. John Tardy growlt, röhrt, brüllt wie in besten Tagen, holt alles aus sich heraus, was die Stimmbänder hergeben. Trevor Peres/Kenny Andrews bauen als wirklich exzellent zusammen harmonierendes Gitarrenduo nahezu abnormen Druck auf, vereinzelt von feinfühligen Leadsoli gekrönt, während ein undurchdringbar alles überrollendes Rhythmusfundament gelegt von Schlagzeuger Donald Tardy und Bassist Terry Butler nicht einmal auch nur den allerkleinsten Luftzug durchlässt. Statt sich in langatmige Frickelorgien zu ergehen, machen OBITUARY es bei Todesbleiwalzen vom Format „Sentence Day“, „A Lesson in Vengeance“, „Straight To Hell“ und Nackenbrechern vom Kaliber „“Kneel Before Me“, „Betrayed“ oder „Then Thousand Ways To Die“ lieber direkt und schmerzhaft. Kompromisslos heavy tief in die Eingeweide sich fräßende Grooves, unweigerlich auf den Schädel hämmernde Gitarrensoundwände und ein heftig ballerndes Schlagzeug lassen defintiv gar keine Fragen offen. Am Grundkonzept von OBITUARY hat sich seit ihrer Gründung (im Jahr 1984 bis 1986 hießen sie noch EXECUTIONER, danach für kurze Zeit XECUTIONER, um sich 1988 schließlich endgültig in OBITUARY umzubenennen) prinzipiell gesehen gar nichts groß geändert, vom satten Midtempo zur schnellen Abrissbirne bis zum CELTIC FROST-Erinnerungspart konzentriert sich die Tardy-Crew gemeinsam auf ihre Stärken, womit der qualitätsbewußte Deathmetalfan nach dem starken 2014er Vorgängerwerk 'Inked in Blood' erneut ein ausnahmslos bis zum letzten Akkord brutal killendes vor Intensität berstendes Brett verabreicht bekommt, das sich auf die eigenen Trademarks besinnend überhaupt keine Gefangenen macht. Fett!

Fazit: Kurz heftig, inhaltsschwer massiv geballt mitten durch die Brust ins Auge – OBITUARY in bestechender Top-Form. Florida's Deathmetalurgestein hat sich eindrucksvoll zurückgemeldet! 9/10