03 faeulnis

VÖ: 10.03.2017
(Grau Records)

Style: Black Metal

Homeoage:
FÄULNIS

Die Hamburger Black Metaller lassen es beim Opener „Metropolis“ ihres dritten Albums erst noch Riff lastig und gemächlich angehen, powern sich dann aber sofort auf die Überholspur und ballern drauf los, was das Zeug hergibt. Jedoch geht es dann auch gerne mal einen Gang zurück, um dann wieder zur vollen Aggression anzusetzen. Vor allem der Gesang klingt hier nicht nur aggressiv, sondern hat hier und da auch mal einen verzweifelten Charakter. In „Block 19, Mahlstrom“ ist es erst mal richtig schleppend und zäh, doch dann kommt ein majestätischer, frostiger Hauch hinzu und gerade die Riffs klingen hier mächtig ohne Ende, wobei das Stück im Großen und Ganzen eher in der Depressive Black Metal Welt zuhause ist. Aus erneut sich weit öffnenden Passagen geht „Galgen, kein Humor“ an einigen Stellen ab wie die Sau, reiht sich dann aber wieder in dieses sehnsüchtig wirkende Feeling ein. Die Prügelei in „MS Fäulnis“ kommt mal sehr gut bei mir an, aber die Vocals sind eben erneut nicht harsch, sondern eher kraftvoll und mitunter auch glasklar zu verstehen. „Im Auge des Sturms“ zerrt dich in andere Dimensionen, da der Track eine verhaltene, ruhige und weit offene Nummer ist, wonach der „Kadaver“ mit einer schier unglaublichen Brutalität aus allen Rohren feuert. Meine Fresse entfaltet sich in „Arroganz von unten“ eine verwirrende Gefühlswelt, hier habe ich bei manchen Parts die totale Sehsucht, wenn es knüppelt wie die Sau wird auch die Aggression gepusht und auch die bedrückenden Passagen sind sehr intensiv. „Das Nagelkratzen“ bleibt auch auf dieser tragenden Welle und bricht nur ab und an mal in Geknüppel aus, während „Der König“ vollständig im tragenden Gefilde bleibt.
FÄULNIS haben hier eine starke und emotionale Black Metal Scheibe mit einer gehörigen Portion Wut am Start, deren Mischung sehr gut in Szene gesetzt ist und das am Ende auch 8,2 von 10 Punkten macht.