Festival vom 07./08.04.17

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TAUNUS METAL

FESTIVAL-Freitag, 07.04.17:
 
Kriegshammer und eiserner Vorhang
 
Zum neunten Mal findet das TAUNUS-METAL-FESTIVAL statt und es hat neben einer tollen Organisation und einem gut gemischten Band-Billing in feiner Location wieder allerhand zu bieten. Unsere Erlebnisse wollen wir euch nicht lange vorenthalten, hier sind sie:
Der erste Tag ist standesgemäß der härtere auf dem TAUNUS-METAL-FESTIVAL. Dementsprechend steht der Freitag beinahe überwiegend im Zeichen von Musik der extremen Gangart (Thrash-, Death- und Black Metal). Nach Ankunft und Einchecken im Hotel führt unser Weg direkt zum Eingang der Burgwiesenhalle. Auf dem schon auf den ersten Blick unübersehbar von Bierdosen gezeichneten Parkplatz stehen zahlreiche geparkte Autos.  Etliche Bekannte kommen uns fröhlich gelaunt entgegen. Schnell noch ein paar lockere Gespräche geführt, ehe wir uns zum Eingang begeben und unsere Pässe holen. Diesmal wesentlich früher als im Vorjahr am Start, (dank besserer Planung!) nehmen wir noch viel vom T.M.F-Freitag mit, obgleich uns HELL PATRÖL, WARLUST und SPELLBOUND bedauerlicherweise entgangen sind.

OUTRAGE

Kannte ich in Sachen OUTRAGE bislang etwa so ziemlich eine Handvoll Combos, darunter  japanischen Thrasher, verteilt der seit 1983 bestehende Thrashfünfer aus Pforzheim selbigen Namens eine gut dosierte Kelle aggressiver Gitarren-Breitseiten. OUTRAGE blasen ohne viel Federlesens mit ihrem Einstieg heftig zur „Black Metal Attack“ und lassen ein melodisches schwarz angehauchtes Oldschool-Blackmetal-Thrashgewitter auf die TAUNUS-METAL-Fangemeinde los, das sich gewaschen hat! Weitere zwischen Thematiken wie Mythen, Tod, Dunkelheit und obskuren Träumen angehauchte Nackenbrecher „Astaroth“, „Kill Snow White“, „Into the Abyss of Belial“, „Parasite“, „Hot on the Trail“, „11:59 Eye For an Eye oder „Be That As it May“ locken zunehmend mehr Leute in die Halle, die allmählich auf den Geschmack kommen. Während „Into the Abyss Of Belial“ bekommen alle in der ersten Reihe von Frontmann Frank einen roten Punkt auf die Stirn gemalt, der wie eine Schusswunde aussieht (in meinen Augen ähnelt es mehr ein Ketchupfleck, nun gut, jedem Tierchen sein Pläsierchen). Schade, dass diese Band - aus welchem Grund auch immer - bis heute ihr Schattendasein im Underground fristet. Schneidende Riffs, hämmernde Drums und bollernde Bassattacken breiten sich bei erfrischend heavy sowie klarem Sound in der Burgwiesenhalle aus. OUTRAGE-Stimmbandquäler Frank feuert sein Publikum an und ist begeistert von den Fanreaktionen in der zum frühen Freitagabend ordentlich mit Leuten gefüllten Burgwiesenhalle, wobei sich nicht nur meiner einer trotz vereinzelter Rotationsbewegungen mancher Fans weitaus mehr Headbangig-Action statt neugieriger Blicke gewünscht hätte. Ihre stärksten Trümpfe „“Go To Hell“ und „We The Dead“ sparen sich die Pforzheimer fürs Finale auf. Eigentlich müssten OUTRAGE bezüglich ihres handwerklichen Könnens viel weiter oben stehen.
 
THRASHFIRE

Als nächstes bekommen alle auf WHIPLASH, EXCITER und DESTRUCTION gepolten Thrasher ihre gnadenlos deftige Vollbedienung, in deren Schnittmenge sich die Mucke der türkischen Thrashmaniacs THRASHFIRE aus Ankara befindet. Die aggressive Bühnenpower des Trios, das vehement einen Schädelspalter nach dem anderen rausfeuert, hinterlässt nicht nur reihenweise neugierige Gesichter, sondern bringt das auf satten Oldschool-Thrash schwörende Fanklientel mächtig ins Headbangen. Titel wie „Thrash, Beer and Violence“ “, „No Mercy oder „Angels and Drunk Witches“ zeigen die Einflüsse von THRASHFIRE umso deutlicher auf und lassen keinen Zweifel daran, das auch dieses derbe Oldschool-Thrashfeuerwerk die Reise nach Frankfurt locker wert gewesen ist!

WARHAMMER

WARHAMMER? Moment mal... - genau  die HELLHAMMER-Fanatiker mit dem „War“ davor, das bedeutet 45 Minuten geradlinig alles zerschreddernden Oldschool Doom/Thrash/Deathmetal, der sein stahlfest überzeugtes CELTIC FROST-, SODOM-, HELLHAMMER- und VENOM-Fanklientel in die Halle zieht. Statt exzessiver Frickelorgien geht’s verstärkt geradlinig direkt kompromisslos brutal oldschoolig rumpelnd zur Sache. Dort, wo andere Thrashacts viel zu komplex werden, bleiben WARHAMMER immer stets eingängig direkt, anders wollten WARHAMMER seit ihrer Gründung in den Mid90ern (genauer seit 1994) auch nie klingen. Songmaterial neueren Datums („Angel of Destruction“) wie älteren Kalibers ( „The Doom Messiah“) rumpelt so herrlich intensiv roh, ungeschliffen oldschool mit der ihm gebührenden Rotzigkeit aus den Boxen, das es geradezu mitreißt. An den Nackenwirbelzersetzern the „The Tempter of Destruction“ und „Total Maniac“ führt ebenfalls kein Weg vorbei. Zahlreich erhobene Fäuste des auf schweren Oldschool Deathmetalthrash eingeschworenen Publikums und eine zunehmende Anzahl frenetisch bangender Mähnen belegen, das WARHAMMER ihr festes Fanklientel für sich begeistern können, ohne Verluste einzufahren. Angeführt von Frontmann Volker „Iron Lung“ Frerich lässt das deutsche Abrisskommando vom Start bis zum Schluß nichts anbrennen, womit viele hochzufriedene Gesichter den Weg zur Getränketheke ansteuern. - Top!

IRON CURTAIN

Vorab läuft noch der SAXON-Klassiker „And the Bands played On“ vom Band, womit sich im unmittelbar ankündigt, was zur besten Abendzeit ab 22:15 Uhr folgt. Zeit für 60 Minuten lupenreinen klassischen Heavy Metal! Nach dreimal oldschool thrashlastiger Mucke kommen IRON CURTAIN zur Abwechslung gerade richtig, deren drei Hammeralben 'Road To Hell', 'Jaguar Spirit' und 'Guilty as Charged' schon lange kein Geheimnis mehr sind. Mit dabei haben sie serienweise bockstarke Heavy Metal-Granaten klassischer Bauart, deren Spektrum zahlreichen Vorbildern wie IRON MAIDEN, THIN LIZZY, SAXON, JUDAS PRIEST, MOTÖRHEAD oder N.W.O.B.H.M.-Undergroundheroen vom Typ JAGUAR /BATTLE AXE in ureigener Weise huldigt. Binnen fünf Minuten ist die Halle rappelvoll. IRON CURTAIN sind ein solch intensives Live-Erlebnis, das eine Fanmasse von 0 auf 100 zum Schwitzen bringt. Kein Wunder, das sich zahlreiche Fans am meisten auf die Spanier freuen. Sie werden ihrem Ruf jederzeit gerecht, legen vom Start weg eine fette Killersession hin – zahlreich fliegende Matten und ein Heer in die Luft gereckter Fäuste plus Hörnergabeln geben beeindruckend Zeugnis davon.
Klassische Heavy Metalhymnen haben die auf der Bühne alles gebenden Spanier zur Genüge dabei, der rasante Einstieg mit dem Riff-Feuerwerk „Into the Fire“ löst im Handumdrehen intensiv Headbangeralarm aus, das keine Mähne ungeschüttelt bleibt. Bei IRON CURTAIN sitzt jede Bühnenpose, jedes Riff. Danach folgt knapp ein gutes Dutzend weiterer Hochkaräterhymnen mit denen IRON CURTAIN die Herzen ihrer Anhängerschaft im Sturm erobern, - es herrscht Topstimmung in der prächtig mit Leuten gefüllten Burgwiesenhalle. Keinen hält es mehr still auf seinem Platz. Livehämmer wie „Satan's Race“, „Outlaw“, „Jaguar Spirit“, „Wild & Rebel“; „Scream and Shout“ sorgen für zahlreich nach oben gehende Arme, die ihnen leidenschaftlich zujubeln, kreisende Köpfe und wirbelnde Mähnen. IRON CURTAIN bestätigen ihren Headlinerslot würdevoll.
IRON CURTAIN sind ein exzellenter, gnadenlos mitreißender Livehammer auf der Bühne. Frontsänger/Gitarrist Mike Leprosy fordert das Publikum verstärkt zum Faustballen auf und macht öfters  kurze Ansagen auf Deutsch. So können sich die Spanier dem Jubel der zahlreich im Saal anwesenden IRON CURTAIN-Fans jederzeit sicher sein. Nach „Guilty as Charged“ fällt endgültig der Vorhang für die verdientermaßen mit kräftigem Applaus inklusive lautstarken Zugaberufen verabschiedeten Spanier. - Vaja Con Dios. Tschüss, bis zum nächsten Mal!

Mit dieser Setlist eroberten IRON CURTAIN Oberursel:  
(Intro) - „And The Bands Played On“
01.     Into The Fire
02.     Lion's Breath
03.     Satan's Race
04.     Black Fist
05.     Outlaw
06.     Get Out Of My Way
07.     Jaguar Spirit
08.     Wild & Rebel
09.     Scream & Shout
10.     Guilty As Charged
 
VULTURE

Nun liegt es an dem (laut Auswertung im Deaf Forever-Jahrespoll) von zahlreichen Fans gewählten Newcomer des Jahres 2016, die Verstärker zum Glühen zu bringen. VULTURE wussten bereits auf dem METAL ASSAULT schwer zu überzeugen. Die gut aufgelegte, stilecht in Nietengürtel und Lederarmbändern auftretende Truppe  fährt eine geballte permanent mitten aufs Fressbrett gehende Ladung 80er-Schredder-Speed/Thrash in grober Schnittmenge irgendwo zwischen SLAYER, KREATOR, ganz frühen METALLICA und SAVAGE GRACE auf, die für mächtig viel Action auf und vor der Bühne sorgt. Ständig in Bewegung weiß die Rotgitarrenfront durch fleißiges Stageacting samt gekonnter Posen zu beeindrucken. Schlagzeuger AC bringt an der Schießbude ein enormes Energiepensum durch auf den Punkt gebrachte wuchtige Becken und massiv Toms-Schläge und spornt so die Äxte-Fraktion  permanent zu Höchstleistungen an. VULTURE können auf der Bühne kaum einmal richtig stillstehen, die Nordrhein-Westfalen sind ständig in Bewegung - pures Liveadrenalin! Shouter L. Steeler hat sich passend zur Bandoptik mit schwerer Kette in der Hand bewaffnet, die er zwischendurch mehrfach heftig rasselnd auf  Bühne niedersausen lässt. Er ist nicht nur optisch ein Hingucker. Neben dem JUDAS PRIEST COVER 'Rapid Fire' wartet diesmal weitere Cover-Kost aus frühen METALLICA-Kill em' All-Zeiten: „Metal Militia“. Danach verlassen Gitarrist Outlaw und Vocalist L. Steeler die Bühne, um sie für die BULLDOZING BASTARD-Besetzung freizugeben. 2/3 davon bilden im Übrigen das Bandline-Up von LUZIFER. Stefan Genöcider greift sich das Mikro, um „Lucifer Rise“ (zu hören auf der seit 2015 erschienenen 3-Track EP „Rise“) begleitet am Bass von seinem Kumpel A. Axetinctör am Viersaiter und Schlagzeuger AC in den tobenden Fanpulk zu donnern. Dieses feine okkult angehauchte  Stück klassischen Heavy Metals lässt den gelungenen VULTURE-Set ruhiger als gewohnt ausklingen, was am Ende noch für manch erstaunte Gesichter sorgt. Fein!

 
 
FESTIVAL-Samstag, 08.04.17:

Angriff der eisernen Kobra vor einem gewaltigen Heavy Metal-Feuer!

Für die unerfreuliche Nachricht sorgen vier Absagen, die auch vom jederzeit den Fans entgegen kommenden Veranstalter nicht mehr zu kompensieren waren: DIVISION SPEED mussten ihren geplanten Auftritt aus organisatorischen Gründen canceln, das Ostdeutsche Thrashkommando konnte im Gegenzug für die Jubiläumsauflage im kommenden Jahr bereits gebucht werden, was dessen Ausfall immerhin erträglich macht. Die Glamrocker SKAPA FLÖW sind aus mir unbekanntem Grund nicht dabei. Die mit ihrer in Eigenregie veröffentlichten Debüt-LP „Heavy Metal Resistance“ derzeit mächtig Staub aufwirbelnden Franzosen ELECTRIC SHOCK und die Alcoholic-Zombie-Alien-Thrasher-SPACE CHASER fallen ebenfalls aus, womit sich die Festivalbesucher auf eine stark veränderte Samstags-Running Order gefasst machen dürfen. Immerhin wurde mit SECUTOR ein wie sich später zeigt lohnenswerter Ersatz für SPACE CHASER gefunden, der neben den Thrashern der stets Kick Ass orientierten MOTÖRHEAD-Fraktion mächtig Dampf unterm Hintern machen wird, doch dazu kommen wir später...  
Positiv ist zu vermerken, dass das Orgateam ganz schnell auf die veränderte Situation reagierte. Rechtzeitig zum Festival-Samstag wurde die Running Order umgestellt,  das veränderte Billing hängt bekanntgegeben an mehreren Stellen in der Halle aus.

STORMHUNTER

Pünktlich wie die Maurer - durch die Bandabsage der Glamrocker SKAPA FLÖW zeitlich bedingt um einiges früher als zunächst vorgesehen - stehen STORMHUNTER auf der Bühne. Sie schwingen eine deftig hochmelodische in speedlastige Regionen ausscherende Powermetalkelle, worüber sich das kleine, dafür umso treuer auf die Band eingeschworene Fanklientel umso mehr freut. Sie geben schon wie auf ihren empfehlenswerten Studioalben vom ersten Takt an richtig Vollgas! Melodic-Powerspeedkracher wie „Bitter Fate“, „Knights of Metal“ oder „Spring is in the Air“ (jaja, es frühlingt sehr!)  geben dem anvisiertem Fanklientel deftig was auf die Mütze. Der Inhalt der Ansage „Den nächsten Song kennt ihr alle“ ist Programm. „Valhalla“ huldigt den Krefelder Fantasy-Powerspeedmetallern BLIND GUARDIAN und sorgt darüber hinaus dafür, dass noch etwas Stimmung mittels Hey, Hey, Hey-Anfeuerungsrufen (einschließlich in die Luft gereckter Fäuste)  in die nach dem thrashlastigeren Freitag zuweilen doch recht überschaubaren Fanreihen (wo sind die Leute bloß alle geblieben?) kommt. Livetechnisch gesehen war das, was STORMHUNTER boten, eine wirklich feine Vorstellung, womit es kaum etwas zu beklagen gibt. - Auftakt gelungen!

TRAITOR

sind für die kurzfristig ausgefallenen Franzosen ELECTRIC SHOCK eingesprungen. Heute stehen nur drei von vieren auf der Bühne: Bassist Lorenz fehlt (verständlicher-weise aufgrund eines Trauerfalls), die Gitarren klingen noch etwas zu dünn. Matthias richtet seine Frage anfangs (mittendrin und später kurz vor Schluss noch einmal) ganz vorsichtig ans Publikum:  „Sind die Gitarren zu leise?“ „Ja!“ Schallt es ihm entgegen!  Die Lautstärke wird ein wenig hochgefahren. SODOM/EXODUS/VENOM-Einflüsse kristallisieren sich bei Thrash-Granaten vom Typ „ „Torturize“, „Venomizer“, “Lords Of Lust“, „Traitor“ oder „F.O.A.D.“ öfter heraus. Ähnlich wie bei den bekannten Vorbildern wo längst nicht immer alles glatt läuft, werden die Soundpannen geschickt mit gesunder Prise Humor überspielt. TRAITOR gehören zur fleißig den Vorbildern nacheifernden Eliteklasse von Teutonen-Thrash-Kapellen jüngeren Datums, deren Name sich nahtlos zwischen TOXIC WALTZ oder den bereits 2014 Top-Eindruck in der Burgwiesenhalle hinterlassenden DUST BOLT einreiht. Zwischendrin wird scherzhaft ein Walzer angekündigt, der aber eher als schleppende verdächtig nach OBITUARY im Zeitlupen-Modus rollende Death-Doom-Walze namens „Executioner“ riecht und obendrein mit lustiger Synchon-Schunkeleinlage Abwechslung ins Geschehen bringt. Woraus zahlreich staunende Blicke verbunden mit einer gerade für Thrashmetal (TANKARD bleiben dezent außen vor) teils ausgelassen heiteren Stimmung resultieren. Die ganze Choose hat merkwürdigen Nebeneffekt: Mehr Leute (möglicherweise dadurch neugierig geworden) kommen in den Saal, weniger gehen. Kurz vor dem Zugabe-Teil sind die Gitarren auf Anfrage von Gitarrist Matthias (das Publikum bejaht es) noch immer zu leise, abermals werden die Lautstärkeregler hochgefahren. Dessen ungeachtet überzeugen die Balinger, weil sie kämpfen, statt zu klagen. Wer auf derart sympathische Weise improvisierend mit dieser ungünstigen Situation meisterlich umzugehen weiß, der gewinnt, was sich gerade an den Publikumsreaktionen zeigt. Die Balinger werden spätestens ab der Hälfte bis zum Schluss kräftig abgefeiert. Als 'halber' Song bezeichnet, kommt der Punk-Evergreen „Blitzkrieg Bop“ zuerst chillig groovend um sich zum rasenden Thrash n' Roll-Hochgeschwindigkeitsexpress zu entwickeln. Es bildet sich sogar ein Mini-Pit mit kleiner Wall of Death, womit die Session gelungen ausklingt. TRAITOR ernten verdient Zugaberufe für ihre Darbietung. Trotz Pannen war das gar kein schlechter Gig, was der fette Applaus zum Ende der guten und streckenweise amüsant-schrägen Darbietung bestätigt.

GUILTY AS CHARGED

Durch energiegeladene Auftritte in jüngerer Vergangenheit haben sich die Belgier GUILTY AS CHARGED einen guten Ruf an der Livefront erspielt, was auch dem T.M.F.-Veranstalterteam nicht entgangen ist. Davon  können sich die Fans bei gut abgemischtem Sound selbst überzeugen.  Frontmann und Gitarrist Jan De Vuyssere hat ein schweres Faible für James Hetfield zu alten Metallica-Zeiten, was auch das optisch unverkennbare Bühnenposing des heftig unter Strom stehenden kurzhaarigen Gitarrenhünen belegt. Zunächst als große Unbekannte im Samstagsbilling aufgestellt, gewinnen die als dritter Act auf die Bühne kommenden Belgier durch ihre gut ausbalancierte Mischung aus klassischen Heavy Metal-Grooves und raukantigem Oldschool-Thrash á lá METALLICA (zu Kill em All-Zeiten) nach zunächst schleppendem Beginn zunehmend mehr Sympathien. Als hätte man's nicht geahnt… kommt etwa ab der Mitte tatsächlich ein METALLICA-Cover: „Seek & Destroy“ haben sich die Belgier ausgesucht. Sicherlich ist der METALLICA-Einfluss von Sänger Kim der pausenlos post wie sein großes Idol James Hetfield (dessen raues Stimmvolumen er ebenso deutlich aufweist) stilprägend, doch würde es der Band nicht gerecht, sie nur auf METALLICA zu reduzieren. Anteile von ICED EARTH oder MACHINE HEAD schälen sich zeitweise ebenfalls heraus. Basser Hannes de Caluwe besitzt nicht nur eine optisch ins Auge fallende Rastamähne, sondern leert während des Sets zügig Bierbecher. Das Publikum gerät bei Stücken wie „Lonewolf“ oder „Preach To The Masses“ zunehmend  in Wallung, womit ein solide beginnender und sich heftig bis zum würdigen Ende steigernder Gig für die Mannschaft aus Flandern zu Buche steht, die während und nach dem Gig einige neue Fans hinzugewonnen haben dürfte. - Toll!

BLACKSLASH

Ehe BLACKSLASH auf die Bühne kommen, läuft zuvor noch „Shadows are Falling“ vom dänischen Classic-Heavy-Metal Underground-Geheimtipp RANDY vom Band. BLACKSLASH eröffnen ihren Set mit schönem Bombastintro. Die Donaueschinger stehen alleine durch ihr extrem hohes Maß unbekümmerter Spielfreude im auffälligen Kontrast zu vielen anderen, weniger auf der Bühne lächelnden Combos. Haben die Belgier GUILTY AS CHARGED bereits gut vorgelegt, ziehen BLACKSLASH eine noch zahlreichere Heavy-Metal-Fan-Meute in die Halle. Die Jungspunde zocken ihren geradlinigen - von Schlachten und Helden-Epen-Geschichten durchsetzten - gute Laune Power-Metal mit phasenweise auch herrlichen maiden-lastigen Twingitarrensoli nicht einfach nur simpel in einem Stück herunter, sondern bauen phasenweise immer mal wieder fette Groove-Parts zum Faustballen mit ein, die eine wahnsinnig intensive Liveatmosphäre entwickeln. Lockere Ansagen von Bühnenwirbelwind Clemens, der die bis dato beste Gesangsperformance des Tages hinlegt, erhöhen die ohnehin bereits gute Stimmung mächtig und bringen sie gar auf den Siedepunkt. Die Jungs geben alles und haben mächtig Spaß auf der Bühne, was sich bei Bringern vom Format „Lucifer's Reign“, „Edge of the World“, „Steel Stallions“, „Empire Rising“, „Rock n' Roll“ oder „Steel Held High“ direkt auf's Publikum überträgt. Dies entlockt den Jungs öfter ein freudiges Lächeln. BLACKSLASHs Spielfreude steckt regelrecht an, sie haben einen Bombentag erwischt und kommen super bei der auf klassischen Heavy Metal schwörenden Fangemeinde an. Der Melodic-Powerspeed-Kracher „Skyline Runner“ wird von zahlreichen Kehlen mitgesungen. Fäuste-Recken und Headbangmanie breiten sich in Windeseile aus. Alle Nummern finden wie ein perfekt ins Schwarze treffender Pfeil ihr Ziel beim dem auf Oldschool-Metal schwörendem Fanklientel.
Ein RANDY-Cover („It's got to be Love“) bleibt leider außen vor, weil die Zeit nicht mehr ausreicht, dafür kommt „Stellar Master“ von der gleichnamigen EP zum Zuge.
Die Baden Württemberger punkten bis zum Schluss mit ihrer erfrischenden Dynamik aus ENFORCER'scher Technik, STALLION'schem Drive und ihrer eigenen frischen Unbekümmertheit. Von großem Jubel inklusive heftiger Zugabe-Forderungen begleitet, verneigen sich BLACKSLASH nach einem selbst den Verfasser dieses Live-Berichtes regelrecht mitreißendem und bärenstarken Auftritt und verlassen grinsend hocherfreut die Bühne. Ganz klar bis dato stärkste Band eines packenden Festivalsamstags, Großartige Vorstellung!
Damit haben sich BLACKSLASH für künftige Aufgaben allerbestens empfohlen!

DARK MILLENNIUM

bilden stimmungsmäßig den krassen Gegensatz zum fröhlichen Gute-Laune-Heavy- Metal von BLACKSLASH. Trotz allen Bemühens springt der Funke bei den Sci-Fi-Prog/Doom/Deathern anders als beim Hammer Of Doom so gut wie kaum über auf das Publikum über. Lediglich in der ersten Reihe finden sich ein paar textsichere Die-Hard-Fans ein. In der Halle herrscht eine über weite Strecken unterkühlte Geisteratmosphäre, was zum einen der geringfügige Publikumsdurchschnitt anzeigt. Zum anderen wird sie durch das häufig eingesetzte Weißlicht der Lichtanlage bedingt, das zusätzlich auf mein Stimmungslevel drückt. So sehr Vokalist Christian Mertens auch seinen gesanglichen Facettenreichtum zur Schau stellt, während seine Mitstreiter an Bass, Gitarre und Schlagzeug die düstersten Töne ihren Instrumenten entlocken, tut sich nicht allzu viel. Allerding kommen im Laufe des Gigs noch einige Neugierige in die vordere Publikumshälfte, welche den Auftritt auf gemütlich Art und Weise betrachten. Die komplett in schwarz gekleideten DARK MILLENNIUM fallen optisch wie musikalisch deutlich aus dem Rahmen und machen technisch einen hervorragenden Job. Sie sind jedoch auf dem T.M.F. nur für ein Zehntel des Publikum geeicht, das sich an bewährter Kost des Dunklen Zeitalters wie „The Atmosphere“ „Black Literature“,„Below The Holy Fatherlands“ oder neueren Stücken wie „Insanity Suck Systerm“ und „Something to die for“ ergötzt. Beim H.O.D. im letzten Herbst konnte die Band mehr reißen als heute. Umso mehr tobt der Bär bei...  

IRON KOBRA

Nach dieser bedrückenden Vorstellung wird es dann endlich Zeit für klassischen Heavy Metal! Anhand der großen Anzahl von IRON KOBRA-Shirts wird schnell deutlich, welchem Act der Großteil der anwesenden Bangerschaft auf dem T.M.F. am allermeisten entgegen fiebert. Der längst zur top-harmonierenden Bühnencrew gereifte Ruhrpott-Vierer wird wie der eigentliche Festival-Headliner empfangen und macht ein riesiges Fass auf. Selbst der Ausfall von Gitarrist Lightning Lord Pytho, der aus beruflichen Gründen nicht dabei sein kann, wird von Ersatzgitarrist Simon - der seinen Job bravourös erledigt - beinahe perfekt kompensiert. Der Saal hat sich fast bis auf die letzte Ecke gefüllt.

IRON KOBRA waren bereits auf dem einige Jahre zurückliegendem ersten TAUNUS-METAL-FESTIVAL einige mit dabei und haben sich inzwischen zu einer hierzulande überhaupt nicht mehr wegzudenkenden Traditionsmetal-Schmiede gemausert.  Bei Echtmetal-Hymnen vom Schlage des rasant schnellen Fetzers „Metal Rebel“, „Tomb of the Stygian King“, oder „Black Magic Spells“ steht ausnahmslos die gesamte Burgwiesenhalle Kopf! Frontmann Sir Serpent ist während des Auftritts völlig zurecht wütend auf die moderne Geisel der Menschheit – Krebs (!) wie er dem headbangenden Volk im Saal bei Ankündigung zu „Wut im Bauch“ ausdrucksstark mitteilt. Was im Mittelalter die Pest war, ist in der Neuzeit der Krebs, gegen den seitens der Forschung für bestimmte Arten bis heute kein wirksames Gegenmittel gefunden wurde. Sir Serpent‘s aus ganz traurigen Anlass für T.M.F.-Veranstalter Andi Freitag gewidmete Ansage, die Hälfte der IRON KOBRA Einnahmen vom Merchandise-Stand zugunsten der Stiftung Deutsche Krebshilfe zu spenden, verdient großen Respekt und Anerkennung und verhallte - wie sich nach dem Gig herausstellte - nicht ungehört!  

Die seit 'Might & Magic' schwer verbesserten Gelsenkirchener bringen das zahlreich versammelte  Publikum komplett zum Ausklinken, die ganze Halle verwandelt sich in einen berserkerhaft tobenden Mob! Es regiert ausschließlich der reine unverfälschte Heavy Metal! Da ist Bewegung drin, der ganze Pulk tobt, headbangt, reckt Fäuste, brüllt und gerät völlig außer Rand und Band! IRON KOBRA sind längst auch für größere Bühnen geeignet.  „Metal Daze“ wird Konzertveranstalter Andi Freitag, (ein überzeugter MANOWAR-Fan vor dem Herrn) zu Ehren gebracht und von der IRON KOBRA-Fangemeinde heftig abgefeiert! Mit „Heavy Metal-Generation“ packen sie zum krönenden Abschluss eines superben Gigs den insgeheim erhofften, von allen Kehlen mitgesungenen Überhammer aus. Viele Zugabe-Rufe sowie ein lautstark gebrüllte „IRON KOBRA“-Sprechchöre legen reichlich Zeugnis über eine saubere Vorstellung ab, über die man selbst nach dem TAUNUS-METAL-FESTIVAL noch lange sprechen wird. Top!

CONTRADICTION

Das einzige, was mir nach der traurigen Ansage während des IRON KOBRA-Gigs hilft, wieder runter auf Normal-Level zukommen, ist ein brutales, straight zwischen die Augen gehendes Thrash-Brett! Das bringen die Wuppertaler CONTRADICTION reichlich überzeugend.  Seit der 2008er-Tour mit OVERKILL hat sich das Quartett extrem verbessert. Man hat schon seit geraumer Zeit recht deutlich zu starken Thrash-Acts der zweiten Reihe wie ASSASSIN, DARKNESS und ACCUSER aufgeschlossen. Zwar gelingt es nicht, den fetten IRON KOBRA-Auftritt zu toppen, was auch nicht zu erwarten gewesen wäre. Dennoch sind die Wuppertaler jederzeit in der Lage, zumindest ein gesundes Resonanzlevel aufrecht erhalten. Alte Hasen wie CONTRADICTION ziehen ihr Ding konsequent durch! Nach etwa zwanzig Minuten Vorlaufzeit ändern sich allmählich die Publikumsreaktionen: Es kommen zunehmend mehr Leute in die Halle, um sich kräftig die Rübe frei zu bangen oder sich zumindest die Band auch mal anzuschauen, ohne die Location gleich wieder zu verlassen. Die Meute geht nach und nach mehr aus sich heraus und die Hände gehen zahlreicher nach oben, je länger die Thrasher auf der Bühne stehen. CONTRADICTION bekommen nun endlich  die ihnen gebührende Resonanz. Die Wuppertaler wirken geradewegs so als würden sie vor zahlreichem Auditorium spielen, das tun sie zwar nicht, aber in diesem Fall siegt die pure Leidenschaft. Der sympathisch ehrliche Charme des Quartetts verbunden mit knallhartem, rauem und durchschlagskräftigen Oldschool-Thrash bleibt nicht unerwidert. Spätestens zur Hälfte ihrer knapp bemessenen Spielzeit laufen CONTRADICTION richtig zur Höchstform auf und spielen sich in einen Rausch. So schnell wie der Set begann, sind die 45 Minuten leider auch wieder vorbei, doch ein Schlussfoto muss vor dem Bühnenabgang noch dringend sein. Verdienter Beifall und neu hinzugewonnene Fans sind Lohn für einen Gig, wie man sich ihn als Thrash-Lunatic von Bands dieser Sparte stets allzu gern wünscht!   

STORMWARRIOR

Irgendwie habe ich heute das Gefühl, das dieser STORMWARRIOR-Auftritt ein besonderer wird. Lässt schon das Eröffnungsdoppelpack „Iron Gods“ und „Metal Legacy“ erahnen, dass hier etwas großes kommt, bestätigt sich dieser Eindruck mit jedem weiteren Song. Lars Ramke ist nicht nur gut bei Stimme, sondern ebenso  hocherfreut über den großen Anteil Kuttenträger im Publikum, was er deutlich bekannt gibt. STORMWARRIOR präsentieren sich als kompakt harmonierende Einheit in absolut bärenstarker Verfassung, wie lange nicht mehr! Es kommen in erster Linie genau jene knallhart ins Gebälk krachenden Viking-Powerspeed Live-Hymnen, die STORMWARRIOR in ganzer Stärke zeigen zum Zug: „Ragnarök“, „Thunder and Steele“, „Bloode Eagle“, „Valhalla“ -  Bei dem Programm geht das auf STORMWARRIOR schwörende Publikum ausnahmslos am Stück steil, die gesamte Burgwiesenhalle headbangt und tobt, in Reihen der Kuttenträgerschaft gibt’s kein Halten mehr! Die Powerspeed-Fangemeinde dreht kollektiv durch!  Das großartige Stimmungslevel von IRON KOBRA erreichen STORMWARRIOR, die als Gewinner des TMF-Samstags hervorgehen, im Handstreich. Hier liegt mächtig viel Hochspannung in der Luft!

Welcher STORMWARRIOR-Fan hat beim Gedanken an deren 2003er-EP nicht das Bild mit überkreuzt das Hörnersymbol zeigenden Händen in Nietenlederarmbändern vor Augen? „Heavy Metal Fire“ darf in dem illustren Reigen treibend schneller Powerspeed-Geschosse ebenso wenig fehlen! Die Gitarren bilden pausenlos eine  undurchdringbar dicke Wand, Schlagzeuger Jörg Uken haut wuchtig mit Schmackes im Flügel auf Becken und Felle, als gäbe es kein Morgen mehr. STORMWARRIOR räumen auf ganzer Linie ab, entfachen einen gnadenlos alles wegfegenden Viking-Powerspeed-Sturm, der keine Gefangenen macht! Zahlreich rotierende Langhaar-mähnen, kreisende Köpfe in die Luft gereckte Fäuste, klatschnass geschwitzt sich in den Armen liegend mitsingende Fans und ein tierisch tobender Mob sagen alles. „Odin's Warriors“ setzt in der Heidenfraktion dauerhafte Adrenalin-Schübe frei, das traumhafte Schlussdoppel „Heading Northe“ gefolgt vom Speed-Hammer „Iron Prayers“ ziehen den Schlusstrich unter ein restlos überzeugendes Gastspiel im Taunus. Ganz ehrlich, ohne Übertreibung: Das war der beste STORMWARRIOR-Gig seit Jahren! Soviel geballte Power, Action, Mythen und Nordisches Heavy Metalflair verbunden mit Hochkaräter-Hymnen auf kraftvollem Intensitätslevel durfte ich von den Hanseaten lange nicht mehr erleben! STORMWARRIOR haben die Bühne nicht nur zum Beben gebracht, sondern 50 Minuten lang in Schutt und Asche gelegt! Der zusammen mit IRON KOBRA bis dahin klare Gewinner eines absolut mitreißenden FESTIVAL-Samstags, der im Gedächtnis haften bleiben wird. Hell Yeah!
 
Anschließend wollen uns folgender Songrefrains nicht aus dem Kopf:
„Raging Steele, Sacred Rites, 

Warcries heard tonight,
Metal Warriors assamble to strike...,  
Thunderstorms, - Iron Gods,
Lightning strikes up highe,
Iron Legions have gathered tonighte,
For The Metal Legacy!“
(Metal Legacy)

STORMWARRIOR-Wikingerhorden fegten mit folgenden Winden über's Meer:
01.    Iron Gods
02.    Metal Legacy
03.    Ragnarök
04.    Thunder & Steele
05.    Blood Eagle
06.    Valhalla
07.    Heavy Metal Fire
08.    Odinn's Warriors
09.    Heading Northe
10.    Iron Prayers
 
Nach der berauschenden Vorstellung dürfen sogar noch einige Fans bei Verlassen der Bühne von Lars Ramcke aufgefordert zum STORMWARRIOR-Stand kommen, mit den Musikern sprechen, sich Tonträger unterschreiben lassen und bei Bedarf ein Bierchen mit den Musikern trinken. Gitarrist Lars Ramcke und Schlagzeuger Jörg Uken sind gut drauf, nach kurzer Bestätigung  für einen fetten T.M.F.-Gig, worüber sich die gut aufgelegten Musiker freuen. Anschließend werden einige lockere Worte am Stand gewechselt, statt normalem Bier ziehe ich wie so häufig 'alkoholfreies' vor.  

CAGE

Die kalifornischen Powerspeedster CAGE können das ausgezeichnete Stimmungs-Niveau von STORMWARRIOR und IRON KOBRA nicht ganz halten, legen aber dennoch eine klasse Vorstellung auf die Bretter. Pfeilschnelle Powerspeed-Geschosse wie „From Death To Legend“ oder „Metal Devil“ sorgen dafür, dass die Stimmung unter den Anwesenden ganz schnell weit nach oben klettert. Festival-Veranstalter Andi Freitag ist von dem Hammergig der US-Powermetaller ebenfalls schwer angetan. Frontröhre Sean Peck (im langem schwarzen Ledermantel) glänzt mit lockeren Ansagen („Saturday Night and Cage is in the House...“, was mich verdammt an eine Ansage von Rob Halford erinnert: „Saturday Night... and the PRIEST is back!“) und einer stimmlich überzeugenden Performance, sowie auf dem Stageacting-Sektor, wo ihm ohnehin nur ganz wenige Frontmänner ebenbürtig sind. Die Gitarren killen gnadenlos. Ein Speed-Geschoss jagt das nächste, der Fanpulk kommt keine Sekunde zum Stillstand, auf der Bühne herrscht pausenloses Dauersperrfeuer bei oberamtlich druckvoll fettem Sound. Nach einem solchen Hammer kann eigentlich so gut wie nichts mehr kommen - zumindest wirkt die Burgwiesenhalle auf einmal wie leergefegt...SPACE CHASER ausgefallen, so ein Mist, was soll da noch großartig passieren? Für den Ausklang sorgen...

SECUTOR

Manch einer hegte im Vorfeld heftige Bedenken - die sich schnell als vollkommen überflüssig erwiesen. Die Koblenzer Thrash n' Roller SECUTOR sind als Ersatz für die ausgefallenen Berliner Thrash-Metal-Jungspunde SPACE CHASER ins Billing nachgerückt und nutzen die Gunst der Stunde in allen Belangen. Damit werden auch die letzten hartgesottenen TMF-Besucher im Handstreich eines Besseren belehrt. Bereits nach wenigen Minuten ist die Burgwiesenhalle erneut mehr als nur adäquat mit Leuten gefüllt. Zwischendurch bildet sich gar ein tobender Pit, in dem sich nichts geschenkt wird. Mähnen fliegen, Fäuste werden gereckt und das dreckige Kick Ass-Feeling von MOTÖRHEAD lebt in aller Form durchschlagend so richtig auf - wie auf dem verwaschenen Motörhead-Shirt von Shouter Bobby Bald.  SECUTOR mangelt es - anders als bei zahlreichen Thrash-Bands, die es zwar technisch echt gut draufhaben - nicht an Arschtrittattitüde! Die Koblenzer spielen einen richtig steilen Gig, der noch einmal allerletzte Kraftreserven aus den verbliebenen Fans herausholt. Was soll man von Brechern Marke „Detonator“, „Wargod“, „Use of Booze“ (was für ein geiler Groovehammer!),  „Thrash or Die“ , „Taken By Satan“, der Bandhymne „Secutor“ oder „Until We Die“ auch anderes sagen - wenn sie derart dreckig rausgeröhrt werden, das Rotz & Räudigkeit in sämtlichen Fasern bis unter der Decke kleben! Die Koblenzer haben alles richtig gemacht und so einen überraschend fetten Schlusspunkt unter ein wahrlich mitreißendes TAUNUS METAL FESTIVAL gesetzt, das 2018 sein 10jähriges Jubiläum feiert.  

 

Festivalnachwort:

In diesem Sinne dürfen wir schon jetzt im nächsten Jahr einem ganz besonderen Band-Billing entgegen fiebern, das dem Taunus-Metal-Festival wieder in aller Form gerecht wird. Aufrichtige Anerkennung  muss an dieser Stelle einem Mann gezollt werden, der dieses hervorragende Undergroundfestival ins Leben rief, und stets für eine reibungslose Organisation sorgte: Andreas Freitag! DANKE Andi und deiner stets engagierten, fleißigen, gesamten Taunus-Metal-e.V.-Crew, deinem fleißigen Stellvertreter Dennis Krailing - der stellvertretend alles bestens managte - den Leuten an der Eingangs-Kasse, bei der Essens- und Getränkebon-Ausgabe und an der Theke! Auch der ihren Job in jeder Hinsicht konsequent ausübenden WC-Frau (Getränke wurden vorne am Tisch abgestellt) muss ein kräftiges Danke gesagt und viel Lob und Anerkennung für die konsequente Sauberhaltung der WC-Anlagen gezollt werden, dies ist oft nicht allzu selbstverständlich. Ebenso sei dem freundlichen Security-Team, das seinen Job gewissenhaft zuverlässig erledigte, ein großes Lob ausgesprochen. Leute, ihr habt definitiv den Bogen raus! Solch ein Festival wie das Taunus-Metal bleibt einzigartig, hier bekommt der treue Heavy-Metal-Underground-Fan sehr viel echte Qualität für kleines Geld geboten. Licht und Sound waren top, über geldbeutel-freundliche Getränkepreise von 2 - 2,50 Euro für einen 0,4er-Becher Cola & Bier etc. kann niemand meckern, die Preise für Currywurst (2,80 Euro) und Weggie-Burger liegen ebenfalls im recht erschwinglichen Rahmen. Von Fans für Fans, in erstklassiger Location lautet das Motto dieses stets gern zu besuchenden Festivals, das immer ein Wochenende in Oberursel wert ist. In Bezug auf das T.M.F. verhält es sich wie mit einem vor Facettenreichtum überquellenden Album, das von Song zu Song wachsend, immer etwas neues vorher unentdecktes offenbart. Eines will ich zum Schluss noch loswerden: Dein Festival, das TAUNUS-METAL - lieber Andreas Freitag - bleibt so lange es stattfinden wird,  immer ein UNVERZICHTBARES Muss für mich!
   
Fotos: Michael Toscher & Melissa Hart

Vielen Dank an Klaus Ohlig für das CAGE-Foto