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HEADBANGERS OPEN AIR 2017 - Brande Hörnerkirchen


Festival vom 27. - 29.07.17
mit LOUDNESS, PRETTY MAIDS, SANCTUARY u.v.a.

Homepage:
HEADBANGERS OPEN AIR

An dieser Stelle solltet ihr eigentlich einen Bericht über die 3 Tage des zwanzigsten Headbangers Open Air lesen aber leider gab es einige widrige Umstände die dies verhindert haben.

In diesem Jahr war ich der einzige schreibende Redakteur vor Ort und zudem am Donnerstag und Freitag auch noch für die Fotos zuständig. Außerdem musste ich aus privaten Gründen abends recht früh das Festival verlassen und somit war auch klar, dass ich nur wenige Bands sehen würde. Eigentlich hätte ich unter diesen Bedingungen meine Teilnahme absagen sollen und im Nachhinein wäre das auch sicher die bessere Wahl gewesen aber fangen wir vorne an.

Donnerstag, 27.07.

Was für eine Überraschung. Das gesamte Gelände des H.O.A. wurde umstrukturiert. Die Bühne um 180 Grad gedreht und die Eingänge und Parkplätze verlegt. Die Gründe dafür erschließen sich mir nicht ganz und der Wettergott würde auch noch zeigen, dass diese neue Aufteilung einige Probleme bereiten sollte.

Als erste Band sehe ich an diesem Donnerstag BÄD INFLUENCE, die mit ihrem gradlinigen Metal für gute Laune und kurzweilige 30 Minuten sorgen. Die Musiker kommen äußerst sympathisch rüber und auch wenn man jetzt keine Bäume ausreißt, ist es doch ein gelungener Gig.

BLACK HAWK habe ich wohl schon 5-6 Mal gesehen, da die Jungs immer gebucht werden, wenn noch ein Support fehlt. Nun macht die Band allerdings mit ihrem traditionellen Metal  auch genau die Art von Mucke, die bei fast jedem Publikum gut ankommt und da macht das H.O.A. keine Ausnahme. Mit dem traditionellen Abschlusscover „Detroit Rock City“ hat man zudem einen Stimmungsgaranten dabei, der immer geht.

Bei NIGHT DEMON wird es dann zum ersten Mal richtig voll vor der Bühne, das ist  aber auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass das letzte Album des Trios immerhin den Soundcheck im Deaf Forever gewinnen konnte und den Jungs so einen gewissen Bekanntheitsgrad bescherte.
Bassist/ Sänger JARVIS LEATHERBY und Gitarrist ARMAND JOHN ANTHONY sehen dies offenbar als Verpflichtung auf der Bühne ordentlich Gas zu geben und bangen sich während der 60 Minuten die Seele aus dem Leib. Sogar die ersten zaghaften Versuche von Crowdsufern kann man sichten und so kann man wohl von einer mehr als guten Stimmung sprechen, die zusätzlich durch Coverversionen von „IRON MAIDENs „Wasted Years“ und „Radar Love“ von GOLDEN EARRING angeheizt wird. Ganz starker Auftritt.


PARAGON
Bei PARAGON sind dann zwar ein paar Leute weniger vor der Bühne aber die Stimmung bleibt gut. Nun ist die Mischung aus Heavy und Power Metal allerdings auch dazu angetan für gute Laune zu sorgen und so lässt die Metalgemeinde gemeinsam die Matten kreisen, während ich mich leider langsam auf den Heimweg machen muss, obwohl ich zumindest PRETTY MAIDS noch gerne gesehen hätte.

Freitag

Während ich noch auf dem Weg bin, kommt gerade der erste Schauer runter und zeigt mir bei meiner Ankunft, dass von dem begehbaren Gelände bereits jetzt nicht mehr sehr viel übrig geblieben ist. Wer trockene Füße behalten will und keine Gummistiefel trägt, geht jetzt besser nur an den Wegrändern entlang und mit dieser Taktik bin ich dann immerhin rechtzeitig zu BLOODFEAST vor der Bühne.

Eigentlich bin ich kein großer Fan von Thrash Metal aber was die Band hier abliefert ist schon beachtlich. Sicher profitiert man ein bisschen vom Nieselregen, der viele vor die überdachte Bühne zieht aber das weiß man zu nutzen und wird  für eine energiegeladene Show ordentlich abgefeiert. Nach dem Gig werden dann sämtliche Plektren, Drumsticks und Setlisten an die Zuschauer verteilt, so dass man sicher sein kann, heute den einen oder anderen neuen Fan gewonnen zu haben.

STORMWARRIOR treten heute mit ihrem neuen Bassisten an und es ist zugegebenermaßen schon etwas ungewohnt, dort oben nicht mehr YENZ zu sehen. Allerdings hat man mit dem ehemaligen MYSTIC PROPHECY-Viersaiter CONNIE ANDRESZKA einen kompetenten Ersatz gefunden, so dass die Hamburger hier ohne Probleme einen gelungenen Gig abliefern. Frontmann LARS ist übrigens der erste, der das Publikum nach der Meinung zur neuen Geländegestaltung befragt und damit gemischte Reaktionen erntet. Die Reaktionen auf die musikalische Darbietung sind dagegen eindeutig, was bei Krachern der Marke „Valhalla“, „Thunder & Steele“ und natürlich „Heading Northe“ aber auch nicht anders zu erwarten war.

Leider geht während des Gigs der nächste Starkregenschauer runter und gibt dem Gelände den Rest. Es ist jetzt tatsächlich nicht mehr möglich trockenen Fußes vor die Bühne zu gelangen und das ist wirklich keine Übertreibung. Hier zeigen sich deutlich die Nachteile des Umbaus. Somit entschließe ich mich schweren Herzens und wenig „metallike“ nach Hause zu fahren, in dem festen Glauben, am Samstag zusammen mit der etatmäßigen Fotografin wieder aufzuschlagen. Allerdings hätte mir der anhaltende Regen schon klar machen müssen, dass das eher ein Wunschtraum bleiben sollte.

Samstag

Am Samstag versuche ich verzweifelt ein Statement zum Zustand des Geländes zu bekommen. Irgendwie hatte ich doch erwartet, dass man hier mit Stroh oder anderen Mitteln versuchen würde, den Platz wieder halbwegs begehbar zu machen. Leider gab es über die sozialen Medien keinerlei Informationen und so entschieden wir uns, den Weg nach Brande-Hörnerkirchen nicht mehr anzutreten. Wie richtig diese Entscheidung war, erfuhren wir dann später. Ein Verlassen des Geländes war nur noch mit Hilfe von Treckern und ein Auffahren gar nicht mehr möglich. Auch der Platz vor dem Eingang glich einem See und die Fotos, die man bewundern konnte, zeigten leider gar keine Versuche hier noch etwas zu retten.

Fazit: Eigentlich kein richtiger Festivalbericht aber immerhin habe ich die Erkenntnis gewonnen, das es so natürlich nicht geht. Das ist Euch und auch dem Veranstalter gegenüber nicht fair. Ich für meinen Teil habe daher beschlossen, im nächsten Jahr nur als zahlender Gast das Headbangers Open Air zu besuchen. Ob und in welcher Form es dann einen Bericht geben wird, kann ich noch nicht sagen, also lasst euch überraschen. In diesem Sinne „Let The Garden Burn“.