DEEP PURPLE – Live In Long Beach 1976

Verfasst von Michael Toscher am .



VÖ: 29.04.16
(earMusic/Edel)

Genre:
Classic Hardrock

Homepage:
DEEP PURPLE

Im Rahmen der offiziellen Overseas Live Series hat sich das Label ear-music nun der speziellen Übersee-Livekonzertreihe der englischen Hardrocklegende DEEP PURPLE angenommen. Wirklich viel neues beinhaltet „Live in Long Beach“ für gestandene DEEP PURPLE-Fans nicht, es handelt sich dabei um einen1976er Livemitschnitt aus den USA genauer Long Beach in Kalifornien, der inhaltlich seinem bereits vier Jahre zuvor erschienenen Vorgänger „Made in Japan“ fast schon gleicht, dessen Originalaufnahmen im ursprünglichen Sound beibehalten worden sind. Es scheppert an sämtlichen Ecken und Enden, klar wenn die Aufnahmen so belassen worden, wie sie sind, was dem Tonträger eine jederzeit wiederzuerkennende Authentizität verleiht. Denn: Was original ist, sollte auch original bleiben. Ob das nun gut sein mag oder schlecht, darüber mögen Digitalfetischisten sich den Kopf zerbrechen. Was diese Aufnahmen so einzigartig macht, ist vor allem die Mitwirkung von Gitarrist Tomi Bolin (der u. a. seine Solokünste unter Beweis stellen darf, und im selben Jahr aus dem sie stammen, verstarb,  sowie Stimmwunder David Coverdale, der später mit WHITE SNAKE richtig durchstartete. „Burn“ (einschließlich Intro)  „Lazy“ „Smoke on the Water“, „Stormbringer“ und „Highway Star“ ... auch ziemlich rare Liveaufnahmen zum Zuge kommen ("Lady Luck", "Gettin Tighter", "Homeward Strut", "This Time around"  und "Going Down"), die den Livegenuss zusätzlich um weitere Facetten bereichern. Unvergängliche Klassiker in unverfälscht rauen 70er-Stil begleitet von begeistert mitgehender Publikumskulisse versprühen genug magische Wirkung, um auch diejenigen, denen diese Aufnahmen zum ersten Mal zu Gehör kommen. Wenn es einen Unterschied gibt, dann vielleicht den, dass DEEP PURPLE ohne den später weitaus mehr in den Rocksektor tendierenden Ritchie Blackmore wesentlich blueslastiger zu Werke gingen.

Kein schlechter Mitschnitt, aber auch kein besonders allzu guter. Im Zweifelsfall ist hier das zum Klassiker gewordene 1972er Liveopus „Made in Japan“ dringend vorzuziehen. Live in Long Beach dürfte vor allem für beinharte Die Hardies der tiefen Purpurschmiede interessant sein. Bewertungs-technisch kommt unterm Strich eine knappe 7 von 10 Punkten heraus, zwischen dem Überepos und einem zumindest akzeptablen „Live in Long Beach“ liegen bei aller Kulanz immer noch Welten.

Drucken