Extremkletterer Thomas Huber (Huberbuam) veröffentlicht Debüt mit seiner Band Plastic Surgery Disaster

Extremklettern und Rock´n´Roll haben manches gemeinsam, stellt Thomas Huber fest, einer der erfolgreichsten Allround-Bergsteiger der Gegenwart. „Es geht um Leidenschaft, ich brenne für beides. Was ich in der senkrechten Wand erlebe, finde ich auch in der Musik“, berichtet der ältere der beiden „Huberbuam“. Neben dem Bergsteigen singt Thomas in der Band PLASTIC SURGERY DISASTER. „Sowohl am Berg wie auf der Bühne taucht man ein, man denkt nicht mehr nach und handelt nur noch. Das ist ein Flow-Erlebnis, bei dem eine Menge Adrenalin frei wird.“

Speedklettern, Solotouren, Erstbesteigungen, Extremkletterei im elften Grad zählen zu den Spezialitäten von Alexander und Thomas Huber, die dabei stets ihre langen Haare zum Pferdeschwanz gebunden haben. Längst sind die langmähnigen „Huberbuam“ zu einer Marke geworden. Die beiden bergsteigenden Brüder aus Oberbayern waren Hauptdarsteller mehrerer Film-Dokus, halten Vorträge landauf landab, sind gerngesehene Talkshow-Gäste und lösten die Klitschkos als Werbepartner für „Milchschnitte“ ab.

PLASTIC SURGERY DESASTER ist die musikalische Seilschaft von Thomas Huber, der schon als Kind in der Schulband sang, Akkordeon und Gitarre spielte. In jungen Jahren hörte er Elvis und Kiss, entdeckte Doors und Nirvana, bevor er zum glühenden Anhänger von Kyuss wurde. Vor acht Jahren gründete sich das Berchtesgadener Stoner-Rock-Quintett, das peu à peu zum eigenen Sound fand. „Wir haben nie Coversongs, sondern immer eigene Stücke gespielt. Für uns ist es wichtig, unser eigenes Ding zu machen! Ich liebe Stoner Rock, diesen bluesigen, schweren Wahnsinn!“, schwärmt Thomas.

Ihren Namen verdankt die Band der Kletterei. „In der Anfangszeit war ich viel auf dem El Capitan unterwegs, einem Berg im Yosemite Park von Kalifornien. Seine Routen haben verrückte Namen wie etwa Bad To The Bone und Zenyatta Mondatta, oft beziehen sie sich auf Musik. Eine heißt Plastic Surgery Disaster, nach der Scheibe der Dead Kennedys. Für uns bedeutet der Bandname, dass wir nicht gefallen wollen, wir tun es einfach. Wir sind das Gegenteil des schönen Scheins der Popwelt.“

Die fünf Mitglieder ziehen am gleichen Strang, Gitarrist Manfred Rödel fand den Sound und schreibt die Riffs. „Er ist das Herz der Band, ein cooler Typ, der die Musik zu hundert Prozent lebt. So baute er beispielsweise seine Gitarre selbst.“ Am zweiten Stromruder steht Peter Schweiger, der Benjamin der Band kommt vom Skate Punk. „Beide harmonieren wunderbar“, lobt Thomas. Am Schlagzeug sitzt Wolfgang Seiberl, der studierte Sportwissenschaftler ist auch Kletterer und trainiert öfter mit seinem Sänger. Für die tiefen Töne sorgt Andi Brandner, der als Jugendlicher auf die Musikschule ging und der Kapelle den nötigen Rückhalt gibt.

Die Texte stammen allesamt aus der Feder von Thomas Huber. Zu „No“ sagt er etwa: „Das Nein ist der erste Schritt zum wirklichen Ja, deswegen ist es wichtig.“ Die Worte von „Endless“ handeln davon, „dass man den Schritt über den Horizont gehen muss, um denjenigen zu finden, mit dem man den gemeinsamen Weg gehen kann.“ Besagter Song „Endless“ gab dem Album auch seinen Titel, „da es endlos lang gedauert hat.“ Das Debüt wurde von Produzent Christoph Beyerlein (Fiddlers Green, JBO uvm.) betreut. Für Thomas Huber war es das erste Mal, das er in einem Tonstudio sang. „Ich stehe oft auf der Bühne für Vorträge, aber Musik ist etwas anderes. Im Studio habe ich ein paar Anläufe gebraucht, doch dann hat´s mir richtig Spaß gemacht.“

PLASTIC SURGERY DISASTER treten selten live auf. So mancher hat die Stoner Rocker aus Berchtesgaden freilich bereits gehört, denn von ihnen stammt der Soundtrack des bereits erwähnten „Milchschnitte“-Werbespots. „Der Regisseur des Clips meinte: ,Eure CD rockt ja total!‘ Am Ende entschied er sich für den Riff von „I Hate This Song“.“ Die Gage, die das Quintett dafür einstrich, floss übrigens in neue Geräte der band-eigenen Anlage. Am Ende fällt Thomas Huber noch eine weitere Gemeinsamkeit von Kletterei und Rock´n´Roll auf. „Beides mache ich meist mit freiem Oberkörper. Beim Sport ist es nichts besonderes, das hab´ ich schon immer so gemacht. Und wenn die Band auftritt, ist es oft derart heiß, dass ich mir das T-Shirt vom Leib reiß´.“

PLASTIC SURGERY DISASTER Album „Endless“
VÖ: 08.11.13 durch Deaf Shepherd Recordings/ Indigo

Quelle: Another Dimension

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