ROCK - Das Gesamtwerk Der Größten Rockacts Im Check-Teil6

VÖ: 12.03.2026
(Sysyphus Verlag)
Genre: Enzyklopädie
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ECLIPSED
Wieder hat die Redaktion des ECLIPSED tief in den Analen der Rockmusik gewühlt und allerhand harte Fakten zutage gefördert. Vier Jahre trug man Chartpositionen, Musikercredits und rare Photographien zusammen und bringt nun den sechsten Teil von „Rock – Das Gesamtwerk Der Größten Rockacts Im Check“ heraus. Natürlich wird die Auswahl an Bands unterhalb der absoluten Topacts immer schwieriger, doch auch diesmal beleuchten die Herren wieder die relevanten Themen. Für Musikliebhaber wurde ein weiteres Nachschlagewerk mit mehr als 300 Seiten, um noch tiefer in die Materie zu gehen.
Die Mischung ist wieder sehr breit gefächert, für jedes Genre ist etwas dabei, wobei es unmöglich sein dürfte für den Durchschnittshörer alles abzudecken. Ich musste aber feststellen, dass dieses Mal mehr Künstler dabei sind, die Einzug in meinen Plattenschrank hielten als bei den beiden letzten Ausgaben. Mit JEAN-MICHEL JAREE hat ein weiterer Elektroniker als Exot den Weg ins Buch gefunden, der dunkle Rock war bisher nicht vertreten und findet nun mit THE CURE statt.
Tief aus den Sechzigern stammen THE BYRDS und CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL, bei denen auch das Solowerk von John Fogerty gleich mitbeleuchtet wird. Das Selbe gilt für BRYAN FERRY, dessen ROXY MUSIC diesmal mit am Start ist. Dazu wird auf das komplette Solooutput der PINK FLOYD-Mitglieder eingegangen, das ja sehr unterschiedlich ausfiel. Ein weiterer Solokünstler, der aus einem Act des ersten Buchs entstammte ist FISH, der frühere Frontmann von MARILLION.
Ein besonderes Double Feature wird dem Leser mit FREE & BAD COMPANY beschert, das Solowerk von Paul Rodgers kommt im Kasten dazu. Wobei man angesichts seines letztjährigen Todes auch OZZY OSBOURNE hätte aufführen können. Aber da standen die Themen wohl schon fest, dafür dürfen sich Metalfans über QUEENSRYCHE und MOTÖRHEAD freuen.
Weit mehr Platten, die kurz in Kasten eingeklinkt werden als die Stammband abwarf gibt es bei GUNS´N´ROSES, wo ja Slash bis heute vielbeschäftigt ist. Bei deren zwiespältiger Diskografie ist kein „Qualitätskauf“ zu verzeichnen, hopp oder Top sozusagen. Deren erklärte Idole NAZARETH runden den Reigen der Hard Rock-Granden ab, die seit Teil 1 Bestandteil waren.
Reine Solokünstler repräsentieren diesmal mit ELTON JOHN und TORI AMOS zwei Musiker, bei denen das Piano in den Mittelpunkt ihres Schaffens stellen. Mit dem viel zu früh verstorbenen STEVIE RAY VAUGHAN kommt auch ein Blueser zu Zuge, in der Spielart fühlen sich auch LYNYRD SKYNYRD sehr heimisch. Bekanntlich werden auch immer gerne deutschen Acts hier besondere Aufmerksamkeit gewidmet. UDO LINDENBERG hätte ich schon länger erwartet, bei den Krautrockgrößen wird bei der Ausgabe auf die Arbeit von JANE eingegangen, deren Gitarrist Klaus Hess kürzlich verstarb.
„Never change a winning team“ dachten sich die Macher und änderten am Layout der zwanzig vorgestellten Acts nur minimale Akzente. Was ich etwas vermisse sind die Zeitstrahle für die unterschiedlichen Line-Ups. Die bisherigen Musiker werden zwar in jeder Einleitung mit jedem Instrument ins Detail aufgeführt, aber eine exakte Übersicht ergibt sich nur aus den Besetzungen der einzelnen Scheiben. Die werden allesamt aufgeführt mit viel Infos wie Produzent, Artworkkünstler, Chartplatzierungen der drei wichtigsten Märkte US, UK und Deutschland und sonstigen Kuriositäten.
Bei den Besprechungen wird immer auch retrospektiv auf deren Wirkung eingegangen. Die Länge richtet sich nach Kategorie, wobei hier zwischen „Kaufrausch“, „Pflichtkauf“, „Qualitätskauf“, „Verlegenheitskauf“ und „Fehlkauf“ unterschieden wird. Natürlich widmet die Redaktion den epochalen Klassikern die meisten Worte.
Neben den Werken als ganzes wird jeder Song auf einer Skala von eins bis zehn bewertet. In der Einleitung findet sich eine Art Formkurve, bei der die zeitliche Abfolge der Veröffentlichungen die kreativsten Phasen aufzeigt. Am Ende jedes Kapitels wird die komplette Diskografie mitsamt allen Compilations aufgelistet, während im Kapitel selbst die Scheiben in der der Qualität nach abgehandelt werden.
Zudem gibt es noch Listen von Liedern, einmal die besten zwanzig, dreißig oder vierzig Songs je nach Umfang des Schaffens. Hier wich man ein wenig von der bisherigen Linie ab und nimmt auch teilweise sechs oder sieben Songs pro Album darin auf. Was dazu führt, dass es etwas einseitig und die Topalben auch hier viel Raum einnehmen. In den bisherigen Büchern beschränkte man sich auf maximal fünf, meist vier. Daneben gibt es drei individuelle Boxen mit je fünf Titel, die sich mal den Coversongs annehmen, dann B-Seiten, oder auch Themen wie Lovesongs oder politischen Liedern.
Auf den Schlussseiten findet sich auch die Liste der erfolgreichsten Nummern, die aufzeigt, dass Chartpositionen von einst nicht den heutigen Wert wiedergeben. So landete „Sweet Home Alabama“ in Deutschland gerade mal auf Position 87. Abgerundet wird alles von einer ganzen Reihe toller Fotos, die mal die Livepower zeigen, modische Sünden oder herrlich irre Szenen wie Elton John und Rod Stewart in den Badewannen. „Rock Teil 6“ führt das fantastische Nachschlagewerk weiter, wer die ersten Bände besaß dürfte hier schon sehnsüchtig drauf gewartet haben, aber auch für alle anderen sehr wertvoll.

