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GESCHICHTEN ZUR MITTERNACHT - 02 - Das Bild im Haus

VÖ: 25.10.13
(Winterzeit Audio Books)

Homepage:
www.audioton.ch

Klapptext:

Auf der Suche nach dem wahrhaft Grauenvollen, halten Forscher sich meistens an den ungewöhnlichsten und abgeschiedensten Orten auf. Orte, deren Vergangenheit so finster und geheimnisumwittert sind, daß sie einem unbedarften einsamen Wanderer, der sie all zu achtlos betritt, für den Rest seines Lebens schlaflose Nächte zu bescheren vermögen. Sie interessieren sich für die Katakomben des Ptolemäus und für uralte tief in den Fels gemeißelte Mausoleen. Sie besteigen die mondbeschienenen Türme alter Burgruinen am Rhein, um dann als bald schmierige schwarz glänzende, mit Spinnweben verhangenen Stufen unter den verstreuten Steinen längst vergessener Städte in Asien hinab zu taumeln.

Sprecher:

Oliver Rohrbeck, Ernst Meincke

Kritik:

Als im Februar diesen Jahres der erste Teil der „Geschichten zur Mitternacht“ erschien, war die Welt für das Studio Hörsturz noch in Ordnung, sowie die Reaktionen auf die neuvertonte Phantastik mehr als positiv. Was danach folgte waren viel Frust, immense Probleme bei weiteren Veröffentlichungen und ein Label-Neuanfang. Aus Studio Hörsturz ist also jetzt gezwungenermaßen AUDIOTON geworden. Dies ist aber auch schon die einzige, wenn auch sicherlich weitgreifende Neuerung. Denn an den inszenierten Lesungen aus der Welt der Phantastik hält man auch mit dem hier vorliegenden 2. Teil „ Das Bild im Haus“ fest. Mit Teil 2 präsentiert man zudem auch gleich zwei Kurzgeschichten aus der Feder von H.P.Lovecraft, dem Großmeister der poetisch angehauchten Phantastik. Die erste gut 30 Minütige Kurzgeschichte „Das Bild im Haus“ gelesen von Oliver Rohrbeck ist gut als Einstieg gewählt, beinhaltet diese doch genau alle Zutaten, für die der Autor steht. Und so liegt das eigentliche Grauen, welches sich langsam aber sehr stetig in dieser Geschichte aufbaut, an deren fast schon frei interpretierbaren, sehr plötzlichen eintretenden Ende. Die Stimmung, die bis zu diesem Punkt vorherrscht, wird gerade durch den ungemein atmosphärischen Beginn glänzend vorbereitet. Wie bei inszenierten Lesungen gewohnt streut man hypnotisch, unheil- und extrem stimmungsvolle Musikstücke in die Erzählung. Auch unterlegt man den wirklich toll inszenierten Beginn mit wenigen aber nicht minder atmosphärischen Geräuschen, wie Regen Wind oder knarrenden Holz. Schade, dass man diese sehr intensive Stimmung im weiteren Verlauf ein wenig abflauen und Geräusche wesentlich dünner und weiter gespreizt verlauten lässt. Nichts desto trotz ist „Das Bild im Haus“ eine schöne, morbide Schauermär, die ihre Wirkung definitiv nicht verfehlt. „Die Farbe aus dem All“, die sich als zweites auf dieser in Vinyloptik geprägten Doppel CD befindet, ist dann mit ihren gut 102 Minuten die längere und inhaltlich wesentlich kompaktere der beiden Lovecraft Storys. Eine Geschichte, die fast schon danach schreit, ebenfalls als „Hörspiel“ vertont zu werden. Wie schon bei „Geschichten zur Mitternacht“ 1 ist es wieder Ernst Meincke, der seiner Stimme das gewisse Etwas garantiert. Auch wenn man hier relativ schnell etwas scheinbar greifbares präsentiert bekommt, arbeitet Lovecraft auch hier mit seiner Lieblingszutaten des Unbekannten, nicht Gegenständlichen. So besitzt die Geschichte um den Kometeneinschlag auf der Farm der Familie Gardner eine hübsche Dynamik und glänzt mit sich oft überschlagenden Ereignissen. Auch hier untermalt man das Ganze mit fesselden Musikstücken und dezenten Geräuschen. Und hier setzt mein einziger wenn auch geringfügiger Kritikpunkt an. Für eine Lesung dieser Länge hätte es doch gern ein wenig mehr an Kulisse sein dürfen, ja fast müssen. Denn im Gegensatz zu „Das Bild im Haus“, schafft man es trotz fesselnder Lesung von Ernst Meincke, jene packende Soundkulisse nicht ganz so atmosphärisch in das Gesamtbild einzufügen. Noch tiefere, greifbarere Umgebung zu schaffen, um den wohligen Schauder noch ein wenig nach oben zu kitzeln. Aber hier bin ich als alter Hörspielfreund wohl ein wenig zu verwöhnt und liegt dieser Kritikpunkt somit im Auge des Betrachters.

Fazit: Wer die ersten Geschichten zur Mitternacht mochte, wird auch die frischen Geschichten mögen. Schick inszenierte Lesungen der phantastischen Schauerliteratur, die wie gemacht für kalte Winterabende sind. Sowohl die Shortstory, als auch die mehrfach verfilmte Hautgeschichte, schaffen es den Hörer zu fesseln und ausgesprochen gut zu unterhalten. Gerne mehr davon.

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