NINA HAGEN - Bekenntnisse


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VÖ: 19.03.10
(Deutsche Grammophon Literatur / Universal Music)

Homepage:
www.myspace.com/ninahagenmotherofpunk

Nina Hagen belebt die Deutsche Promiszene ungemein. Kaum mehr ist der "bunte Vogel" aus unserer Medienlandschaft wegzudenken. Als Freigeist, als Querdenker und als schwer zu fassen galt sie bereits in der Deutsch Demokratischen Republik. Hineingeboren in eine Künstler- und Schauspielerfamilie und in ein ebenso unkonventionelles wie atheistisches Umfeld verwundert ihr Hang zur Selbstdarstellung keinesfalls. Die spätere Liaisson ihrer Mutter mit dem Regimegegner Wolf Biermann war einer Kurskorrektur in geregelgte, weitestgehend bürgerliche Lebensbahnen auch nicht sonderlich zuträglich. Nina Hagen war ein Punk noch bevor der Begriff Punk salonfähig und sogar noch bevor sie diesen selbst kannte. Ihr extravagantes Auftreten und ihr radikales politisches Verständnis täuschen häufig darüber hinweg, dass die gute Nina eine klassische Gesangsausbildung genossen und über ein stimmliches Volumen verfügt welches gar zu Operetten gereichen würde. Was man ebenfalls nicht vermutet ist ihre christliche Gesinnung. Und exakt dieser Punkt ist der Mittelpunkt ihrer Buchveröffentlichung "Bekenntnisse". Obwohl Nina Hagen die ersten Stunden des Punks in dessen Geburtsstadt London im nächsten Umfeld der SEX PISTOLS miterlebt hat, wird diese Epoche nur kurz angeschnitten und dies auch nur weil auch diese Zeit und die damit verbundenen (Drogen-)Erfahrungen wichtige Stationen auf ihrem geistlichen Weg hin zur finalen Glaubensfindung darstellen. Das "Bekenntnisse" bei einem derart bewegten Leben wie das von Nina Hagen nicht der Sonntagsmorgenpredigt der örtlichen Kirchengemeinde gleichkommt steht außer Frage. Begegnungen mit Gott auf LSD, politischer Wiederstand, Aufstand gegen festgefahrene patriachische Dokmen und der von Jim Morrison besungene "Killer on the road" als allgegenwärtiger Begleiter ihrer Lesung. Was die Hörbuchfassung von "Bekenntnisse" gleichermaßen interessant wie anstrengend macht ist die Stimme von Nina Hagen. Wie sie selbst schreibt/erzählt hat selbst ihre Mutter bereits zum Ausdruck gebracht das sie Nina's Stimme nicht ertragen könne. Man erkennt sie nunmal von der ersten Silbe an und man kann ihr einfach nicht entkommen. Wer wie der Rezensent selbst eine stärkere Fokussierung auf Nina's Londoner Zeit erhofft hat, der sollte viellcht dennoch ein Ohr riskieren und auch überzeugte Atheisten werden die Glaubensbekenntnisse einer Nina Hagen sicherlich nachvollziehen können.
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