THE EXPLOITED + DRITTE WAHL - Frankfurt, Batschkapp


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Konzert vom 25.10.05

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Konzertbericht von Thomas Pietrek

Seit Wochen freute ich mich schon auf den Gig am 25.10.205. „Dritte Wahl“ höre ich jetzt schon seit 1996, und habe die bis dato auch erst einmal live spielen gesehen. „The Exploited“ interessierten mich da schon weniger. Na ja, jedenfalls sagte mir der Kumpel, mit dem ich zum Konzert wollte, aus akuten Geldmangel kurzfristig ab. Andere Bekannte, die ebenfalls in den vergangenen Wochen Interesse bekundet hatten, hatten auf einmal auch ganz andere Sachen zu tun. So stand ich also auf einmal alleine da. Meine Laune war dementsprechend mies. Bin ja auch eher schüchtern, und net so der Typ, der alleine weggeht und dabei dann irgendwelche Leute kennenlernt. So setzte ich mich mit meinen zwei Flaschen Bier in die U-Bahn, um die knapp einstündige Fahrt in die „Batschkapp“ anzutreten. Dort mit einem schon leicht angeheiterten Gefühl im Kopf angekommen, konnte ich erst einmal einen Haufen Leute im „Batschkapp-Vorhof“ wahrnehmen. Die zum großen Teil bunthaarigen und Irotragenden Leuts saßen und standen mit diversen Alkoholika ausgelassen herum und ließen mich dabei vergessen, dass es sich um einen ungemütlichen Herbstabend handelte. Wie auch immer, es war ja gerade mal 20:00 Uhr, und der Gig sollte erst 60 bis 90 Minuten später beginnen. Also noch Zeit genug für mich, um sich noch mal in die gemütliche Kneipe „Elfer“ zu setzen, die direkt an die „Batschkapp“ angrenzt. Dort genehmigte ich mir, beschallt von netter „Seventies Punkmucke“ und angeregt stimuliert vom Aussehen der netten, blonden, minirocktragenden Bedienung, noch zwei große „Äppelwoi“. Gegen 21:00 Uhr dann ab in die „Batschkapp“. Hier wurde ich vom Security-Personal erst einmal darauf hingewiesen, dass es die Bands nicht wünschen würden, wenn Stagediving betrieben werde. Kann so was ehrlich gesagt nicht nachvollziehen und hatte gleich einen negativen Eindruck. Bin zwar selbst nicht so der Stagediver, finde aber, dass die immer Stimmung machen. Innerhalb des Clubs spielte jedenfalls schon, wie auch auf den Plakaten schon angekündigt, ein „Special-Guest“. Den Namen hab ich mir jetzt leider net behalten. Hab von denen aber sowieso nur noch ein Lied mitbekommen, und das war die Coverversion des Songs „Should I stay or should I go“ von „The Clash“, den die Jungs originalgetreu und souverän vortrugen.
 
Jetzt konnte es nicht mehr lange dauern, bis „Dritte Wahl“ die Bühne betreten würden. Die Laune in mir stieg. Von der am Ende des Clubs liegenden Bar kämpfte ich mich, lediglich unterbrochen von einem letzten Klogang, durch das Publikum bis vor zur Bühne, wo „Dritte Wahl“ schon ihr Equipment aufbaute. Das befremdete mich schon etwas, da die Band für mich schon irgendwie einen „Starstatus“ hat, und jetzt ihr eigenes Zeug selbst aufbaut, so wie ich auch, wenn ich mit meiner Band irgendwo spiele. Weiterhin fiel mir auf, dass ich die „Batschkapp“ in der Vergangenheit schon besser gefüllt gesehen hatte, und es mir stellenweise richtig leer vorkam. Wenige Minuten später ging es dann los. „Dritte Wahl“ begann mit einer gekürzten Version des Songs „Fortschritt“ vom gleichnamigen neuen Album und setzte gleich darauf mit „Militär“ vom Album „Nimm Drei“ einen Klassiker hinterher.
 
Der neue Bassist Stefan machte sich gut an seinem Instrument und sorgte mit seinem Tieftöner immer für den nötigen Druck. Spiele selber Bass und fand es beeindruckend, dass er den Viersaiter auf Kniehöhe hängen hatte, und trotzdem noch souveräne Basslinien aus dem Hut zaubern konnte. Noch dazu brachte er an der Griffhand immer wieder auch den Daumen mit ins Spiel, was ich vorher noch bei keinem Bassisten gesehen hatte. Dazu ergänzte er Gunnar wunderbar beim Gesang und übernahm bei manchen Songs auch die Hauptparts der Gesangsteile. Ein Lob an dieser Stelle auch noch an den Mann am Mischpult, der ganze Arbeit geleistet hatte und für einen astreinen Sound sorgte. Ansonten spielte „Dritte Wahl“ einen Hit nach dem anderen und traten dabei so richtig in den Arsch. Aufallend war, dass die Songs der Alben „Fasching in Bonn“ und „Auge um Auge“ nahezu gar nicht unters Volk gebracht wurden. Dieser Umstand hatte jedoch der Qualität der und der spielerischen Darbietung der drei Nordlichter nichts entgegenzusetzen. Der einzige ruhige Song war „Auf der Flucht“ vom neuen Album, bei dem noch einmal an den verstorbenen Bassisten Buschn erinnert wurde, und bei dem sich Bassist Stefan in den Hintergrund der Bühne stellte. Trotz der Ruhe, die dem Song zu Grunde liegt, wurde er wie die restlichen Lieder frenetisch mitgegröhlt. Da Sänger Gunnar nicht gerade der absolute Entertainer ist, waren die Ansagen zwischen den Songs relativ dünn gesät und kurz gehalten. Fand ich etwas schade, da für mich etwas Stimmungsmache oder sonstiges seichtes „Geplänkel“ zwischen den Songs einfach dazu gehören. Das vom Anfang bis zum Ende pogende Publikum bildete zu Beginn des Gigs noch einen großen Halbkreis um die Bühne, der dann aber von Song zu Song kleiner wurde. Der rund einstündige Gig wurde schließlich mit einer Zugabe beendet. Wenn es nach dem Willen des Publikums gegangen wäre, hätte es auch noch mehr Zugaben gegeben. War wohl mit „The Exploited“ so abgesprochen.

So stand ich nun also noch etwas am Bühnenrand und schaute „Dritte Wahl“ beim Abbauen ihres Equipments zu. Kurz darauf kamen dann „The Exploited“ auf die Bühne, die bei mir nicht so gut ankamen. Find halt, dass bei denen jeder Song gleich klingt und die auch innerhalb der Songs zu wenig Abwechslung bieten. Dem Publikum schien es jedoch zu gefallen, da die Pogomeute jetzt noch wilder als bei „Dritte Wahl“ war. Ich für meinen Teil hatte dann relativ schnell keine Lust mehr und verließ die Kapp frühzeitig nach nur ein paar Songs von „The Exploited“. Nach einem letzten, kleinen Abstecher in den „Elfer“ auf nen Apfelwein und etwas „Bedienung-Spannen“ fuhr ich dann nach Alt-Sachsenhausen (Anm.: Frankfurter Säuferviertel), wo ich mich noch mit ein paar Bekannten traf. Der Rest ist irgendwie aus meinem Hirn gelöscht. War alles in allem also doch noch ein ganz netter Abend in einer leider nicht ganz so vollen „Batschkapp“.

Foto © www.moritzbastei.de