DARK BUDDHA RISING - Dakhmandal




VÖ: 07.06.2013
(Svart Records)

Homepage:
http://www.varjotila.org/dbr/

In den unergründlich tiefen Ozeanen des Doom tummeln sich zeitweise recht seltsame Blüten. Eine davon wurzelt in Finnland. Ihr Name: DARK BUDDHA RISING, das nunmehr fünfte Album dieser 2007 gegründeten Formation heißt schlicht Dakhmandal. Umso passend skuriller kommt das Material dieses Sechstrackers daher, von denen ein jeder die Spielzeit von zehn Minuten locker überschreitend bis zur äußersten Grenze ausreizt. Psychedelic, Drone, Sludge, Doom, mystischer Okkultsound gehüllt in undurchdringlichem Nebelschleier – alles zusammen ergibt eine abgedreht kauzig schräge, sich nur wenigen, dafür umso intensiver offenbarende Klangkultur. Das die Tracklist alle Konsonanten der CD-Titel beinhaltet, ohne die Vokale zu berücksichtigen, ist pure Absicht, ein künstlerisch gewagtes Experiment. Nimmt man alle zusammen, bleibt als Ergebnis der Albumtitel in Kurzform bestehen. Einer kosmischen Mandala gleich, fügt sich trotz aller Komplexibilität ein Blatt zum anderen, jedes Blatt stellt ein Durchgangsportal zum Aller heiligsten reinen Prozess des Erkennen höheren Wissens dar, in ihrer Gesamtheit mit allen Blättern, die ihren Kern umschließen, eine Sonne als Symbol der Ganzheit des Einen, das vieles und alles zugleich ist. Bizarr anmutend fieser Gesang sowie düster depressive Passagen stellen den dunklen Gegenpart zum reinen, hell scheinenden Licht der Seele dar, jenen dunklen Punkt, der genau dort im Labyrinth unserer DNS gesteuerten menschlichen Gestalt, drin sitzt, an der Stelle, wo wir es am wenigsten erwarten. Neben tief unter die Haut gehenden Klangkathedralen, deren Inhalt nichts für Leute mit schwachem Nervenkostüm ist, sind es vor allem die schwer in religiös-mystische um nicht zu sagen esoterisch-geheim wissenschaftliches Gebiet hinein reichenden Grundstrukturen, an denen sich alles orientiert. Beschwörender Zeremoniengesang rundet das Gesamtbild gekonnt ab. Auf Dauer sind solche Alben sehr anstrengend, nur im äußersten Bedarfsfall zu genießen, wobei es vorkommt, das es den Empfänger solch betäubender Toncollagen heftig in Trancezustand versetzt. Dann erfüllen sie ihren Zweck, erfordern sie doch ein Mindestmaß an besonderer Aufmerksamkeit, Feinfühligkeit und Konzentration sowie die Gabe, sich inmitten eines überlangen Stückes an geeigneter Stelle während unendlich sich in die Länge ziehender Stimmungsbögen regelrecht hinein fallen zu lassen, um deren Essenz erst richtig in sich zur Entfaltung zu bringen. Dakhmandal ist ein zäh verdaulicher Silberbrocken, der seinem raren Fanklientel enorm viel abverlangt, doch gerade das macht Bands wie DARK BUDDHA RISING in einem Kosmos, der sich oft in Vielem gleicht, umso wertvoller, weil die natürliche Gabe der Ertastung von Tönen, Schwingungen und Rhythmen in solcher Form die körperlich-geistige Sinneswahrnehmung ungemein fördert, den rhythmischen Gleichklang der inneren seelischen Suche nach Vollendung auf ungewöhnlich faszinierende Weise sensibilisiert. Irgendeinen Song dieser unorthodox köchelnden Flüssigmaterie speziell zu nennen, wäre fatal, hier wirkt das Gesamtresultat einzig nur als solches, wie diese dunkelblättrige (Sonnen)Blume zeigt.

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