TROUBLE - The Distortion Field

VÖ: bereits erschienen
(FRW Records)
Homepage:
www.facebook.com/TroubleChicago
Mit neuen Sänger Kyle Thomas, der zuvor lange Zeit auf dem Thrashsektor als Frontsänger von EXHORDER tätig, sich anschließend mit FLOODGATE dem Southern/Stonerrocksektor annähernd, radikal die Stilrichtung wechselte) für Eric Wagner in die Band gekommen ist, steht nun das seit sechs Jahren erwartete Album aus. Der Opener „When the Sky Comes Down“ hat gleich mächtig Dampf auf dem Kessel, sowie der Folgetrack „Paranoid Conspiracy“, tragen das übliche TROUBLE-Strickmuster, alles an die Wand nagelnd fette Doomgitarren bestimmen das Geschehen. Danach kommt alles gänzlich anders. Etwas gewöhnungsbedürftig ist Eric Wagner's Abwesenheit beim Gesang durchaus, ansonsten ist bei den Chicagoern alles im sicheren Bereich. Kyle Thomas' kraftvoll tiefer um einiges raueres, teils flexibler phrasiert rauchig kehliges Organ, erinnert oft an Phil Anselmo (PANTERA/DOWN) oder die schon erwähnten FLOODGATE, Gesang sowie Musik an sich tendieren ab Track 3 ungewöhnlich stark in Richtung Desert-, Biker-, Space und Stonerrock, der MONSTER MAGNET/ MASTERS OF REALITY/ KYUSS/ BLACK LABEL SOCIETY/TOMBSTONE HIGHWAY/FU MANCHU-Ecke, vom eher doomig ausgerichteten Grundprinzip Track 7 „One Life“, „Hunters of Doom“ und „Butterflies“ belegen es deutlich. Nachdenklich, düster, stellenweise experimentiell (aufreizend lässig poppige Brücken bei „The Greying Child of Autumn“ treten intensiv hervor, nerven soviel sei fairerwesie auch erwähnt, gewaltig ab!), melodisch, kantig und bitter ironisch, statt ausufernd psychedelisch bewegt sich der US-Vierer im druckvollen Soundgewand. Die Psychedelic-Einflüsse wurden zugunsten des Härtefaktors meilenweit in den Hintergrund gerückt, was einem Smasher wie „Sink or Swim“ sehr gut zu Gesicht steht. Bei allem Hang zu griffigen Melodien, läuft das Album selten Gefahr, auszuwimpen. Mit dem balladesken, all meine Fußnägel binnen weniger Sekunden zum Einklappen bringenden „Have I told You“, dem konstruiert wirkenden „Sucker“ sowie der übelst verpoppten Plänkelei „The Greying Child of Autumn“ beinhaltet „The Distortion Field“ drei austauschbare Füller, die angesichts der Klasse des Restmaterials verkraftbar sind. „Bleeding Alone“ erweist sich als experimentielles Zwischenspiel, vor dem sämtliche Bandtrademarks aufweisenden Schlußtrack „Your Reflection“, womit TROUBLE zum Schluß schwungvoll die Kurve kriegen. The Distortion Field zeigt eindrucksvoll, das die Band reichlich Benzin im Tank hat, deren Reserven noch lange nicht verbraucht sind. Zwar kommt das Album kaum wirklich an Doomhammeralben wie „Psalm 9“, „The Skull“, „Trouble oder „Run to the Light“ heran, trotzdem oder gerade vielleicht auch deshalb, weil das Ding seine ureigene Stilnote, eine unverkennbare Weiterentwicklung vom traditionellen Doom zum Stoner-Doom plus ausreichend Intensität besitzt, gehört The Distortion Field berechtigterweise ohne Widerspruch in jede TROUBLE-Tonträgeransammlung hinein. Gut!

