STELLAR MASTER ELITE - II: Destructive Interference Generator




VÖ: 04.10.2013
(Exciter Records)

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Laut eines so heißenden Songs der norwegischen Idustrialblackmetalband THORNS leitet sich der Bandname davon ab. Das hinter diesem Bandprojekt stehende Duo wird beim Gesang von SONIC-REIGN-Shouter Ben, - hauptamtlich in Diensten der deutschen Blackmetaller SONIC REIGN stehend, verstärkt. Damit präsentiert sich mir überraschend ein unglaublich nuancenreiches Achttrackerchen das verschiedene Stimmungensbögen offenbart, wobei es immer wieder etwas darauf zu entdecken gibt, umhüllt von elektronischer (Industrial)-Beschallung, deren Spielweise einerseits an frühe Endsiebziger Post-Punk Szenevorreiter wie KILLING JOKE einschließlich deren intensiv düsterer Okkultmystik erinnern, andererseits verdächtig am norwegischem Blackmetalkult zur späten Nach-Millennium-Ära (EMPEROR, SATYRICON grüßen vermehrt) angelehnt ist. Eine recht ausgefallene Kombination, das macht für mich den unbeschreiblichen Reiz dieser abstrakten Mischung aus. Der klare tief krächzend heißere Gesang sorgt für eine zusätzliche Bereicherung und einen sehr interessanten Aspekt. Kompositorisch hebt sich dieser Mix wohltuend von zahlreichen Otto-Normal Silberdeckeln ab, ohne aufdringlich oder nervraubend abstumpfend zu wirken, wobei allein die Musik geprägt von krachender Gitarrenriffkomponente in Verbindung zu ausladender Düsteratmosphäre, massiven Rhythmusgitarrengrooves, und einem jederzeit ausdrucksstarken Gesang, der sich prima mit den verzerrten Soundpassagen ergänzt, allein für sich spricht. Bleibt unterm Strich ein sich irgendwo zwischen allen Stühlen sitzendes Düsterheimeroutput, dessen Inhalt in modernerem Soundgewand passend abgerundet wird. Eigentlich bin ich nun überhaupt gar kein Industrialfan, doch dieses bizarre Teil besitzt durch seine trotz mancher Verzerrung besonders intensive Songdichte sowie den eigenwilligen, dennoch jederzeit erkennbaren Stil ein gewisses Etwas, das mir seinen Inhalt irgendwie sympathisch macht. Blackmetallern wird im Bedarfsfall dringend empfohlen, zuerst rein zu hören, und sich selbst ein Bild von diesem Tonträger zu machen. Wertungstechnisch sind 8 von 10 durchaus verdient!