MOTÖRHEAD - Aftershock




VÖ: 10.10.2013
(UDR Music)

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38 Jahre dabei und kein bisschen leise... was soll man von der unanfechtbaren Hardrock-Legende MOTÖRHEAD auch anderes erwarten? Lemmy's bewährte Warpig-Crew hat immer noch mächtig viel Dampf auf dem Kessel. Im Vergleich zu den drei letzten, keineswegs schwachen letzten Werken jüngern Datums „Kiss of Death“ (2006), „Motörizer“ (2008) und „The World is Yours“ (2010), zeigt sich der aktuelle Studiorelease Aftershock um Längen facettenreicher und variabler. Das breite Spektrum aus Punk, Hardrock, Rock n' Roll und Blues kommt wesentlich intensiver zur Geltung. Zum Auftakt rumpelt der wilde, in bester MOTÖRHEAD-Tradition nach simpel eingängigem Muster gestrickte Auftaktrocker „Heartbreaker“ aus den Boxen, gefolgt vom lässig riffenden Groovesmasher „Coup de Grace“. Der „Lost Woman Blues“ ist ein Midtempoblueser nach MOTÖRHEAD-Tradition, dessen Überraschung im letzten Drittel mit einem fulminant derben Rock n'Roll-Gewitter folgt! „End of Time“ zeigt eindrucksvoll die High Speed Rock n'Roll-Roots der Band, „Death Machine“ rockt kompromisslos brachial mit pumpendem Rhythmus nach vorn. Statt sich ausufernder Experimentalnummern widmend, gehen die Herren Killmister, Campbell und Dee auf Aftershock so erdig direkt wie lange nicht mehr zur Sache, bei Nummern wie „Death Machine“ scheint der Geist des hammermäßigen „1916“-Tondokumentes durch. „Dust and Glass“ hätte ebenso gut von ZZ-TOP sein können, jedenfalls kommt die melancholische Nummer dem sehr geschätzten Texasbluestrio so verdammt nahe, „Going to Mexico“ hätte dem bereits erwähnten „1916“-Album (einem der stärksten MOTÖRHEAD-Outputs ever,) bedenkenlos zur Ehre gereicht! Lemmy's Whisky getränktes Organ röhrt sich wie gewohnt knarrzig, dreckig, spottend, bissig durch alle Songs. „Silence When You Speak to Me“ outet sich als knochentrockenes Groovemonster im klassischen Hardrockformat, das ab der Mitte kräftig Fahrt aufnimmt, bei der Songperle kommt so richtig schön die schmutzige Hörnerseite des Warpigs zur Geltung! „Crying Shame“ besticht dank lässig verrucht rotzigen Street-Charmes, der Lemmy's räudiges Trio schon immer auszeichnete. „Queen of the Damned“ gestattet einen tiefen Rückblick in die Ace of Spades-Vergangenheit aus dem Jahr 1980, das raue Stück hätte aufgrund seiner rollenden Gitarrengrooves und Mikkey Dee's wuchtigem Schlagzeugsolo auf genanntem Album ebenfalls prächtig brilliert! „Knife“ lässt die jüngere Schaffensära der Warpig-Crew Revue passieren. „Keep Your Power Dry“ rockt, rollt, groovt sich zielstrebig ins Gehör, während sich Lemmy am Bass und Phil Campbell an der Klampfe beim High-Speed-Rausschmeißer „Paralyzed“ ein Wettrennen darum liefern, wer sein Instrument schneller bearbeitet. Hinsichtlich Songwriting (Lyrik) und Sound gibt’s auch nichts zu bemängeln. MOTÖRHEAD sind und bleiben d i e unanfechtbare Institution, mit der i m m e r zu rechnen ist!

Fazit: Aftershock stellt sich als hochkarätig flexibles Werk heraus, alle Stärken von MOTÖRHEAD bündelnd. Studiorelease Nummer 21 darf mit Fug und Recht zu den besten des bewährten Hardrocktrios gezählt werden Nicht umsonst gehört das räudigste Hardrock-Trio der Welt zu meinen drei Alltime-Faves. Merke: Nur wo MOTÖRHEAD drauf steht, ist MOTÖRHEAD drin! Lemmy's Roadcrew hat wieder ganze Arbeit abgeliefert, - variabler denn je. Fette 9,5 von 10!