SEREMONIA - Ihminen




VÖ: 18.10.2013
(Svart Records)

Homepage:
www.facebook.com/Seremonia666

Habe ich noch das psychedelisch-okkult angehauchte Debüt selbigen Bandnamens in Erinnerung, legen SEREMONIA jetzt nach. Auf dem neuen Elftracker sind noch immer psychedelisch okkulte BLACK SABBATH-Einflüsse herauszuhören. LED ZEPPELIN, HAWKWIND, URIAH HEEP und präsent vorhandene Fuzzgitarrenriffs geben sich nach wie vor die Klinke bei der Finnencrew in die Hand. Mittlerweile hat die Band ihrer ohnehin kauzigen Mischung noch einen dicken Anteil MOTÖRHEAD/GIRLSHOOL-Vibes hinzu gemengt. Chanteuse Noora Federly besitzt noch immer das geheimnisvoll verschwörerisch wispernde Organ, das Textgut erneut in Finnischer Sprache vortragend, deren unkopierbarer Stilfaktor den mystischen Folkanteilen und finsteren Gitarren rhythmen wofür immer mal wieder geschickt platzierter Flötenklang sorgt, dessen feinfühliges Timbre den Songs zusätzlich Gehalt und Tiefe verleiht. Das die Dame auch anders kann, d. h. stimmlich problemlos in der Lage ist, fließende Tonfolgen abzurufen , zeigt sie bei den Rock n'Rolltracks auf dem Elftracker. Am verwaschenen Produktionsstatus hält man löblicherweise immer noch genauso fest, wie an den bisher bekannten Trademarks der Finnen. Ein weiteres richtig schön mystisches Silberdeckelchen nebelverhangenen Gedankenguts, dessen urig kauziges Gebräu so schön abgedreht, simpel nach vorn rockend ins Gehör dröhnt. Vier kurz, direkt auf den Punkt gebrachte Zweiminutenrocker „Notamestari“, „Ovi“, „Suuri valkens“ und „Vastaus rukouksiisi“ outen sich als flott in MOTÖRHEAD/GIRLSHOOL und tempoforcierter TURBONEGRO-Art vorgetragene Rock n' Roll-Nummern im satten Groovemantel, denen immer ein gewisses Maß an Spannung innewohnt. Mystisch unheimlich hochgradig geisterhaft atmosphärisch im gedrosselten Tempo geht's beim langen Siebenminutenbrecher „Painajaisten mas“ zur Sache, dem auch die beiden Fünfminüter „Itsemurhaaja I“ und „Hallava Hevonen“ kaum im entferntesten nachstehen, überraschend schnelle Tempoausbrüche begleitet von psychedelischem Unterton sind zwischen durch immer drin, wie das erstgenannte der drei Stücke locker aufzeigt, ehe der Fuß dezent vom Gas genommen und erneut in den schleppend walzenden Slo-Mo-Rhythmus umgeschaltet wird. „Lonto kostaa“ erinnert songtechnisch betrachtet, in punkto Taktfrequenz sehr extrem an frühe MOTÖRHEAD/GIRLSHOOL, der Titeltrack geht abermals erfrischend flott und simpel nach vorn, „Itsemurhaaja II“ entpuppt sich zunächst als Melancholicschmachtfetzen, der nach gut einer Minute in BLACK SABBATH-Beat übergeht, „Tähtien takaa“ rockt unwiderstehlich locker drauflos, lässt zuweilen ein gewisses Punkflair in Kontrast zu melancholischer Schlagseite nicht vermissen. Ziemlich kunterbunt, Nuancen reich und gelungen. Ihminen kann dem tollen SEREMONIA-Debüt locker das Wasser reichen. Okkultrockfans, die schon mit dem Debüt etwas anzufangen wußten, werden auch den SEREMONIA-Zweitling wohlwollend mit offenen Armen in Empfang nehmen! 8, 5 von 10 sind erneut für die beschlagene Okkultcrew von Frontfrau Noora Federly locker drin.

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