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KATATONIA - "The Great Cold Distance"


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VÖ: 17.03.06
Style: Dark Rock
(Peaceville)

Homepage:
www.katatonia.com

Die magische Zahl sieben legt ihren Schleier über die bald erscheinende, aktuelle Katatonia-Veröffentlichung. Sieben Studioalben und eine stete Entwicklung weg von den heftigen Klängen, hinein in melancholische Sphären der Hoffnungslosigkeit haben die Band zu der besonderen, düster expressiven Erscheinung gemacht, die sie heute ist. Fünf Musiker, an denen sich auch nach dem Erscheinen von “The Great Cold Distance“ sicher wieder die Geister scheiden werden. Ein musikalisches Paradox, vielleicht schon ein Kunstwerk. Eins, das den Kunstliebhaber entweder packt oder gähnen lässt. Ein Hauptgrund dafür dürfte der Gesang sein, den die einen von seiner Wirkung her als genial empfinden, wogegen andere hier mit Langeweile gestraft den CD-Wechsler betätigen. Was Katatonia auf dieser CD auch machen, über allem schwebt die ruhige, eintönige Stimme Jonas Renkses, die den Eindruck erweckt, der Mann habe bereits mit allem Hoffnungspendenden auf dieser Welt abgeschlossen. Ein Gänsehaut erzeugendes Gefühl von Einsamkeit und Verlassenwerden nimmt den Hörer vom ersten Ton an ein und lässt ihn während der kompletten zwölf Songs nicht mehr los. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Instrumentenfraktion alles andere als monoton zu Werke geht. Es gibt in den Riffs und bei der Taktgestaltung immer wieder neckische und unaufdringliche Vertracktheiten, die zu einer überdachten Komposition beitragen. Die Leadgitarre malt hie und da durch unauffällige Melodien und Einzeltöne effektiv das Stimmungsbild der Songs aus und ergänzt die eh schon interessanten Harmonien, bzw. Disharmonien, mit denen die Band arbeitet. 'In Twin' ist die erste Singleauskopplung der Platte, die meiner Meinung nach jedoch eines der schwächeren Stücke auf “The Great Cold Distance“ ist. Ähnlich verhält es sich mit 'Soil's Song' - ein eigentlich langweiliger Rahmen, wird mit kunstvollem Inhalt und viel musikarchitektonischer Kenntnis zu einem Kunstwerk ausgebaut. Man beachte die Beckenarbeit, die sich in den Offbeats durch den Track windet. Die CD ist kalt und suggeriert Unnahbarkeit, wodurch sie die Bedeutung des Titels in Perfektion untermalt und begründet. Überdeutlich wird diese Kälte meiner Meinung nach in den letzten drei, sehr progressiven Stücken 'In The White', 'The Itch' und 'Journey Through Pressure', wo sie schon in einen Ausdruck der Abneigung entgleitet.

Wer “Viva Emptiness“ mochte, wird dieses Werk lieben. Der Weg des Vorgängers wird konsequent weiter beschritten, ohne allzu große Entwicklungen aufzuweisen. Die Instrumentenarbeit ist noch schlüssiger und konsequenter als auf dem 2003er Release. Einen Hit gibt es hier zwar nicht zu erwarten, dafür aber über 50 Minuten gekonnt inszeniertes Stimmungsschauspiel.

Anspieltipps:
Soil's Song
In The White

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