DIMMU BORGIR - In Sorte Diaboli


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VÖ: 27.04.07
Style: Black Metal

Homepage:
www.dimmu-borgir.com

Seit wenigen Wochen ist es endlich soweit, die Zeit des Wartens ist vorbei. Nach dem 2003er Überwerk "Death Cult Armageddon" und der Neuauflage von Stormblåst im Jahre 2005 gibt es wieder neuen Stoff der Blackmetal-Könige aus Norwegen. Nachdem die Band in der Vergangenheit Stücke komponiert hat, bei der jedes einzelne seine ganz individuellen Schönheiten und Stärken hatte, gibt es mit "In Sorte Diaboli" das erste Konzeptalbum in der mittlerweile vierzehnjährigen Bandgeschichte Dimmu Borgirs. Silenoz setzte sich damit trotz anfänglicher Zweifel seines Frontmannes Shagrath durch und dass sich das gelohnt hat, belegt gleich der Opener 'The Serpentine Offering', der vielen schon vor Veröffentlichung des kompletten Albums bekannt gewesen sein dürfte. Wie der Soundtrack zu einem großen Filmepos beginnt das Stück und walzt sich dann durch klangliche Eislandschaften, aufgebrochen durch Simens klar gesungenen Refrain, der ein weiteres Mal feine Schauer über den Rücken des Hörers schickt. Die verwendeten Hörner geben den Rest zu einem nordischen Musikhighlight. Wieder mal zeigen Dimmu Borgir, dass sie die einzige Band ihres Genres sind, die auf solch hohem Niveau klangliche Kälte produzieren kann. Musikalisch geht man den Weg von "Death Cult Armageddon" prinzipiell weiter, schraubt die orchestralen Parts allerdings etwas zurück und bietet der Rauheit damit etwas mehr Spielraum, was dazu führt, dass man "In Sorte Diaboli" als eine Mischung aus Stormblåst und dem 2003er Album bezeichnen kann. In 'The Chosen Legacy' keift Shagrath den Titel der CD dann in seinen fiesesten Zügen in das Mikro, ansonsten ist der Song eher Mittelklasse. Inhaltlich geht es bei dem Scheibchen im übrigen um die Suche eines jungen Mannes nach Gott, der sich im Endeffekt aber vom christlichen Begriff des "Guten" abwendet - wie sollte es auch anders sein, aber ein paar Klischées gilt es ja schließlich auch zu erfüllen. Und das machen die Norweger wie alles andere auch auf ganz hohem Niveau. Eine weitere Feingewaltnummer mit Orgel, cleanem Chorus und Marschfaktor hat 'The Sacriligious Scorn'. Der neue Schlagwerker Hellhammer trommelt zwar saftig, schnell und ordentlich, kann seine eigene Marke allerdings nicht wirklich beisteuern und so klingt die Rhythmussektion noch ziemlich genau wie zu Barker-Zeiten. Ein unbedingter Anspieltipp meinerseits ist der vorletzte Song 'The Invaluable Darkness', der für Bandverhältnisse recht fröhlich klingt und im ersten Moment vom Humppa-Feeling her auch gut ein anspruchsvollerer Finntroll-Song hätte sein können. Geil kommt hier auch mal wieder der gesungene Chorus, der für einen schönen Kontrast sorgt. Alles in allem arbeiten Dimmu Borgir noch mit dem, was auf Death Cult Armageddon schon zum Erfolg führte: Das Gänsehaut-Fauchen und die düsteren Spoken-words Shagraths, Simens warmer Gesang, druckvolle, grooveorientierte Riffs, die durch Mustis filigrane Zugaben an den Tasten Weltklasse erreichen. Leider gibt es auf "In Sorte Diaboli" nur acht Stücke plus ein Interludium. Die Bonusversion enthält allerdings noch ein bis zwei weitere Titel, sowie eine DVD, wenn man die Buchversion ergattert. Die Norweger belegen mit dieser Veröffentlichung ein weiteres Mal, dass sie so schnell keiner von ihrem Thron stoßen werden kann.