MACBETH - Imperium

09 macbeth

VÖ: 11.09.2015
(Massacre Records)

Style: Heavy Metal

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MACBETH

Aha der nächste Streich von den Erfurtern MACBETH und ich stelle zu meiner Freude fest, dass der Band nach ihrem starken Vorgängerwerk Wiedergänger erneut eine Steigerung gelungen ist. Abermals wurde ein schweres Kriegsthema (eigentlich müsste es -Trauma heißen, verarbeitet. Neben dem wie immer in deutsch gehaltenen Kraftvoll herausgebrüllten Gesang ist es eine deutliche Kurskorrektur in Richtung Thrash, die mit den schon immer vorhandenen klassischen Heavy Metalanteilen prima harmoniert.“Ultima Ratio Regis“, „Inferno“, „König der Henker“ mähen alles nieder, das kein Grashalm stehen bleibt. Gitarrentechnisch kommen mir beim Hören von Songperlen wie dem Titeltrack „Inferno“, „WN62“ oder schon mal diverse US-Thrashkapellen der 80er, angefangen von alten METALLICA , FORBIDDEN, EXODUS, DEATH ANGEL und TESTAMENT, die auf EVILDEAD oder VIOLENCE treffen in den Sinn. „“Verloren“ ist ein emotionell schwerblütiger Trauberballadenbolzen, der extrem in die Magengegend haut. Olliver Hippaufs kraftvoll tiefkehlig leidenschaftlich extrem wütend ausdrucksstarker Gesang umgeben von satten Gitarrengroovewalzen, schönen Leadsolieruptionen, einem fetten Punch austeilenden Schlagzeugbeat – lässt das Herz echter Metalfans höher schlagen. Der Inhalt dreht sich beinahe wie gewohnt um den Krieg, exakter um das Schicksal eines Soldaten, der in Kriegsgefangenschaft geratend, seinem bedrohlich traurigen Schicksal durch Flucht nach Hause zu entkommen versucht. Feierlich wird’s bei „Pavlov's Haus“, ehe der Titeltrack „Imperium“ erneut alles niederwalzt. Einzelne Songs aus dem Album hervorzuheben ist schwierig. „Imperium“ wirkt am besten durchweg am Stück gespielt als Ganzes. Imperium gibt Einblick in die Hölle von Grausamkeit, Marter und Pein, seelischer Depression ein intensiv ergreifendes Gefühlsspektrum zwischen Hoffnung, Freude, Trauer, Unwissenheit dessen, was der nächste Tag bringt und schrittweiser Vergänglichkeit des menschlichen Seins - „Ein Sturm wird kommen“ und „Soweit die Füße Tragen“ sind nicht allein bloß Lieder, sondern langezeit über viele Jahrhunderte erhalten gebliebene Spruchweisheiten, die tiefgreifend inmitten in die grausame Zeit körperlicher und seelischer Kriegsentbehrungen blicken lassen, wobei am Ende immer die Frage Tod oder Wiederkehr? steht. Dieses Werk ist stellenweise ziemlich Thrashlastig ausgefallen, zeigt sich kompositorisch extrem gereift, stellt aller keineswegs schwachen bisherigen Releases gegenüber einen immens riesigen Schritt für MACBETH dar und ist unglaublich druckvoll produziert. „Imperium“ übertrifft sogar den letzten Release, „Wiedergänger“ noch einmal um Längen. Das Album istknallt, ballert, zeigt schockierende Tatsachen auf, polarisiert mitunter erneut die Gemüter. Starker Tobak an dem kein wirklicher MACBETH-Fan vorbeikommt, der auch Oldshool-Bayareathrashfreaks Gefallen dürfte!

Die Hard-MACBETH-Fans dürfen sich freuen, der limitierten Sonderauflage wurden sogar drei Bonustracks, „Death Under Moonlight“ in Liveversion, sowie „Der Fährmann“ und „Maikäfer Flieg“ als Unplugged Sessions beigefügt. Unabhängig dessen, spricht der Inhalt dieses fesselnden Gesamtkonzeptwerks für sich. Weniger als fette 9 von 10 Punkten für ein kleines Edeljuwel,

(die Entwicklung der Band berücksichtigend mit eingeschlossen) wären eine Unverschämtheit!


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