ZAR – Don't Wait For Heroes



VÖ: 24.06.16
(Metalapolis Records)

Genre:
(Melodic) Hardrock

Homepage:
ZAR

Neues von den Stuttgarter Melodic-Rockern ZAR? Mitnichten, dafür von Tommy Clauss (fast) im Alleingang. Unterstützt von Claus Nippa, der das Schlagzeug übernahm, sowie einem schönen Cellopart von Uta Lütgarth  und einem Pianopart  für den Hartmut Layer verwantwortlich zeichnet, wurde das Album „Don't Wait For Heroes“ nahezu im Alleingang von ZAR-Mastermind/Gitarrist Tommy Clauss eingespielt. Es handelt sich dementsprechend um keine vollständig reguläre ZAR-Veröffentlichung, dennoch sind genügend ZAR-Trademarks dank Tommy Clauss' prägnantem Organ spürbar vorhanden, wofür auch das Songwriting spricht. Weist das erste Songdrittel „Don't Wait For Heroes“, „One Step Closer“ und „Fighter“ immenses Faible für klassischen Hardrock und US-Melodic-Hardrock auf, so bestätigt sich dieser Eindruck bei jedem weiteren Song, u. a. „Triumph of Faith“. Abwechslung liegt stets in der Vielfalt, wovon auch das feinfühlig mystisch den Geist fernöstlicher Kultur wieder spiegelnde Asia-Epos „Konsuke“ profitiert. Orchestrale Instrumentierung verleiht der US-Melodic-Rock-Top-Kapellen locker Konkurrenz machenden Traumballade „The Rain is Still Going On“ passend viel Drive, der sich mit verträumtem Anteil kreuzt, individuellen Touch. Beim geradlinig nach vorn gehenden Brecher „Til The Final Day“ bestätigt sich, das Melodic Hardrock alles andere als ausgewimpt klingen muss! Dieses Album erinnert schwer an zeitlos klassischen 70er Hardrock der VAN HALEN/ WHITESNAKE-Schule, kombiniert mit 80er Jahre Melodic-(Poser)-Hardrock vom Schlage WINGER, SAHARA oder SLAUGHTER usw., sowie Parallelen zu späteren 90er-Vertretern vom Kaliber BIG SHOES, wobei Tommy Clauss mit seinem flexiblen, für den Stil arttypischen Gesang Akzente setzt. Bei „Blood Means War“ mit Rapmusic-Einlagen sowie den Instrumentalen „The Rose“ und „Storm“ beweist Tommy Claus außergewöhnlich experimentelles Stehvermögen und viel Mut zum Risiko.  

Im schön aufgemachten Digipack inklusive Textbooklet wird dem positiven Gesamtresultat eines voluminös kompakten äußerst vielseitigen Melodic-Hardrockscheibchens passend Rechnung getragen. Ergo: Kein typisches ZAR-Album, jedoch ein dem Zeitgeist stark angepasstes.

Punkte: 8/10