MIDNIGHT FORCE - Dunsinane


VÖ: 10.08.18
(IRON SHIELD RECORDS)

Style: Heavy Metal

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MIDNIGHT FORCE

Traditioneller Heavy Metal erfährt zur Zeit eine Hochkonjunktur wie lange nicht mehr. Aus dem Sammelbecken des klassischen Euro- und US-Metal sowie Epic-Metal schöpfend haben Vorbilder wie JUDAS PRIEST, diverse NWOBHM-Formationen, ACCEPT SCORPIONS, MANILLA ROAD, CIRITH UNGOL, VIRGIN STEELE usw., spürbar auf den Glasgow-Vierer MIDNIGHT FORCE abgefärbt. 'Dunsinane' so der Titel des Erstlings ist als Referenz an König Macbeth zu sehen, wobei statt Shakespeare'schen Theaters der echte weil historisch belegte Macbeth im Vordergrund steht. Sowohl historisch als auch Fantasy-Thematisch u. a. von Erfolgsautor Robert E. Howard beeinflusst gehen MIDNIGHT FORCE zu Werke. Das viel Herzblut in dieser Scheibe drinsteckt, nimmt man den Schotten hinsichtlich der acht gelungenen Kompositionen dementsprechend gern ab.

Musikalisch wie inhaltlich weiß die Mischung aus Schwertern und Kettengerassel zu überzeugen, wofür neben Eingängigkeit verbunden mit epischer Komponente des Songmaterials unterstützende Gesangspassagen sprechen. „Killer“ prescht gleich zum Auftakt zügig voran. „The Scarlet Citadel“ nimmt inklusive Ohoho-Singalongs tempoforciert Fahrt auf, ohne feinfühlige Melodien vermissen zu lassen. Toll! „Down with the King“ entpuppt sich als hymnenhafter Fetzer, „Witchfinder“ verfügt über soviel herrlich erdigen Drive, das es einen regelrecht packt. Mittels mehrstimmigem Gesang werden positive Akzente gesetzt, wodurch das Songmaterial Spannung und Tiefe bekommt. Vocalist John Gunn' verfügt über ein klares im vergleich zu kauzigerer Kollegenschaft wie MANILLA ROAD bei weitem nicht so nasales, dafür mit aller Regelmäßigkeit in den Hochtonfrequenzbereich tendierendes Organ, das an passender Stelle konsequentermaßen bissiger Oktave Platz machend auch schon mal abrupt in theatralischen Kreisch Modus umschlägt. „Warlord Eternal“ schafft kampfeslustig beschaulich kriegerische Atmosphäre wobei man es geschickt versteht, das Tempo zu drosseln, um es im richtigen Moment wieder anzuziehen was dem Stück neben erhöhtem Spannungsfaktor immense Spritzigkeit verleiht. Beim abschließend von Flötenklängen begleiteten dramaturgisch-abenteuerlichen Titeltrack 'Dunsinane' kommen vereinzelte WYTCH HAZEL-Farbtupfer zum Vorschein. Was noch fehlt ist eine etwas kräftigere Soundproduktion um das gute Songmaterial effektiver zur Geltung kommen zu lassen. Spielen mir meine Boxen einen Streich oder klingt es des Öfteren ein wenig sehr dünn? Kompositorisch liegen MIDNIGHT FORCE jedenfalls ohne den geringsten Widerspruch klar im grünen Bereich. Die Singalongs wiederholen sich ein bisschen zu sehr, da hätte man sich das ein oder andere Überraschungsmoment mehr gewünscht. Von diesen zwei Punkten einmal abgesehen, haben MIDNIGHT FORCE soweit alles richtig gemacht

Fazit: Gelungenes Debüt, das heftig Appetit auf einen hoffentlich schon bald erscheinenden Nachfolger weckt.  8/10