SKÀLD - Vikings Chant


VÖ: Dezember 2018
(Eigenproduktion)

Style: Atmosphärischer Viking/Pagan-Folk

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SKÀLD

Benannt nach dem häufig an skandinavischen Königshöfen ihrer Tätigkeit nachgehenden Dichtervolk der Skalden, die im mittelalterlichen Skandinavien vermehrt in Norwegen und Island lebten, hat sich das noch nicht allzu lange seit 2017 bestehende französische Viking/Pagan-Folkbandprojekt SKÁLD. Von diesem Wortlaut hat speziell der Begriff Skaldik, mit anderen Worten die Skaldendichtung ihren Ursprung. Es handelt sich um eine alte Form dichterischer Erzählungen, die neben altisländischer Edda, Codex Regius (einschließlich Völuspá) und noch so einigen weiteren Dokumenten zu den wichtigsten Kulturschätzen erzählender Dichtkunst Skandinaviens gehört. Die Essenz nordisch spirituellem Wikinger/Heiden-Kulturguts atmet das auf dem Coverartwork in heidnischer Gewandung sich präsentierende Franzosenquintett hinreichend zur Genüge; Parallelen zu keltischen Barden treten dabei vermehrt zu Tage. Den harten Kern der Viking/Pagan-Combo bilden Justine Galmiche, Mattjö Haussy und Pierrick Valence.  Was die Dame und beiden Herren auf Vikings Chant komponiert haben, sollte die Herzen der Viking/Pagan-Fangemeinde höher schlagen lassen. Allein der der geheimnisvolle intensiv unter die Haut gehend skaldische Gesang ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal für sich, dass der Musik außergewöhnlich besonderes Flair verleiht. Knapp einem halben Dutzend Vorabvideos folgend erscheint das Longplaydebüt dieser einzigartigen Folk-Combo nun im Dezember.

Auf 'Vikings Chant' sind harte Gitarren ausnahmsweise obsolet, deshalb ist der Begriff ' Folk Metal', den sich das Bandprojekt selbst gibt, mit äußerster Vorsicht zu genießen. Metaller die kein Problem damit haben, sich zur Abwechslung durch gediegeneres Instrumentarium fesseln zu lassen, begeben sich auf eine gemäßigt elegant akkustisch balladeske Reise berührend mystischer Stimmung in das faszinierende Reich nordischer Mythen/Sagen-Erzählungen vorgetragen durch altertümliches Instrumentarium und variable Gesangs-Percussion. Der Grund weshalb SKÁLD für Folk-Metal stehen, erschließt sich vielleicht nur sofern davon augegangen wird, dass es ihnen gelingt, eine zumindest weitestgehend essentiell düster-metallische Konsistenz aufweisenden Grundstimmung zu transportieren, abgesehen von zwischendurch tanzbaren Parts, die für etwas auflockernde Entspannung sorgen, womit dies klargestellt wäre.

Bei der Aura von 'Vikings Chant' kreist das Gedankenkarussell um Stil- verwandte Bands wie ÁSMEGIN, GLITTERTIND, LUMSK und WARDRUNA. Wer darüber hinaus nordische Klangwelten in verschleierte Nebelwelten einschließlich schamanischem Touch u. a. von Projekten wie AGHAST/HAGALAZ' RUNEDANCE mag, darf sich bei SKÀLD ebenso sicher aufgehoben fühlen, die ein ganz erstaunlich respektables Debüt auf den Tisch legen.

SKÁLD führen das auf solchen Stoff schwörende Klientel an die Schwelle einer Zeitepoche in der Wikingerepen entstanden. Düster mystisch folkig erzählen sie von einer Zeit nordischer Gottheiten als Asen und Vanen zunehmend in Skaldenerzählungen, Sagen und Dichtungen Einzug fanden. Unterlegt durch mehrstimmigen Gesang, bezaubernd heller Frauengesang, Shamanisches Getrommel mittels Tierknochen, Hörner und Flötenklang, Vikingergesänge altertümlicher Sprache, Mundharfe u. a. sich dem Geist weit zurück liegender Vergangenheit angleichende Percussions-Hilfsmittel geben „Vikings Chant“ eine stets verführerisch präsent geheimnisvolle Stilnote, deren Aura sich wie ein roter Faden durch alle 13 Tracks zieht.

Bei derart gehaltvoll atmosphärischer Nordland-Mythologie dürfen weder mystische Episoden des Göttergeschlechtes der Asen, Runenalphabeth, Weltenesche Yggdrasil, noch die Ruhmeshalle der Gefallenen Krieger, „Valhalla“ noch „Ragnarök“, - die letzte den Weltuntergang 'Ragnarök' herbeiführende Schlacht zwischen Göttern und Riesen keineswegs fehlen.

Fazit: Ergreifend verführerisch nordischer Wikinger/Heiden-Atmosphären-Folk inklusive tiefgründig kulturellem Erkennungswert. Faszinierend abenteuerlich-mystisch, dramaturgisch-bewegend, erlebnisreich-lebendig! 8/10



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