POWERGAME - Masquerade


VÖ: 18.01.2018
(Iron Shield Records)

Style: Heavy Metal

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POWERGAME

Auf das klassische deutlich NWOBHM (frühe IRON MAIDEN, TOKYO BLADE, RAVEN, TANK, DIAMOND HEAD, ANGELWITCH, GRIM REAPER, BATTLE AXE, DEMON usw., geprägte mich beim Frotbiter Til Deaf 2017 live on Stage schwer überzeugende Debüt „Beast On The Attack“, folgt nun der zweite schlicht 'Masquerade' genannte Streich. Am bisherigen Grund-Stilmuster einschließlich dem bewusst zelebrierten Um sich werfen von Klischees hat sich zwar nichts geändert; trotzdem wurde vermehrt Platz für Veränderungen geschaffen, wozu der aufgrund toller Resonanzen seitens Metalpresse und Fans auf den Erstling resultierende Labeldeal mit IRON SHIELD-Records beitrug. POWERGAME sind mittlerweile auch professioneller abgemischt, was 'Masquerade' gerade hinsichtlich öfters wechselnden Tempovariationen sehr entgegenkommt.

Tempodynamisch überwiegend hochmelodisch flottes zugleich verspielt arrangiertes Hymnenfutter inklusive fesselnder geschickt das Tempo drosselnder Midtempobrücken wie „Legion of the Dead“, „Puppets On A String“, „Baptized In Fire and Steel“ oder das in Form einer rasanten Powerspeedgranate gipfelnde Titelstück 'Masquerade' muss echte NWOBHM-Gourmets einfach packen. Über Originalität liesse sich fürstlich streiten, doch soviel ist sicher: Die Bielefelder Truppe hat es richtig auf der Pfanne, knackige Härte mit Tempovarianz in Kombination für feine Melodievielfalt zu verbinden. Matthias und Tobias bilden ein exzellentes Gitarrenduo, das sowohl rassiermesserscharfe Riffbreitseiten in Serie ausschenkt als auch harmonischen Filigranleadsoli-Zuckerguss im NWOBHM-Stil - á lá ganz frühe IRON MAIDEN zur hochexplosiven Prä-Dickinson-Ära oder TOKYO BLADE/ ANGELWITCH (!) - verteilt. Bassist Marc Zimmermann ergänzt sich mit Schlagzeuger Klaus-Gerald Fedeler bzw. Jörg Uken (- das Album wurde durch Unterstützung von beiden Drummern eingespielt!) zu einer druckvoll sicher aufspielenden Rhythmussektion. Schwere Gitarrenriffs gekoppelt mit Stampfrhythmen, unterlegt von kraftvollen Backingvocals denen abrupte Hochmelodic-Geschwindigkeitsmanie folgt, hauchen der gelungenen Bandhymnenperle 'Powergame' Leben ein. Matthias' Gesang schielt bei der feinen Melodic-Powermetal-Perle „Lucid Dreams“ auch schon mal zaghaft angedeutet in die KING DIAMOND-Ecke, ansonsten verleiht sein häufig zwischen rau und Hochtonlage pendelndes Stimmbandmuster dem Songmaterial ausreichend Form und Gestalt. Bei letzterem Faktor, spätestens, wenn es Matty etwas misslingt die richtige Hochtonlage zu treffen, z. B. „Ghost Town“ offenbaren sich kleinere Schwächen wo er im Hochtonbereich an seine Grenzen stößt.

„Final Warning“ ist dem als Bandmaskottchen fungierenden unter dem Namen Heavy Metal in den Ring steigenden mexikanischen Wrestler 'El Domino Negro' gewidmet. NWOBHM-Jünger, die schon den etwas eingängigeren POWERGAME-Erstling mochten, dürften am dynamischen durch mehr Verspieltheit aufgepeppten strukturell über weite Strecken immer noch recht eingängigen 'Beast On The Attack'-Nachfolger 'Masquerade' sicher Gefallen finden. Ein erneut optisch den Inhalt unterstreichendes Album-Coverartwork darf ebenso wenig fehlen.

Abgerundet wird das erneut starke Gesamtresultat durch ein mehr als nur ordentlich umgesetztes Cover des SCORPIONS-Klassikers „Blackout“. Genrefans stehen hier in der Pflicht. Krafvoll hymnenhaft variabler Heavy Metal auf NWOBHM-Format auf nahtlos ineinander fließendem Level regiert. POWERGAME haben das schwierige Kunststück vollbracht, dem guten Erstling ein wirklich ebenbürtiges Zweitwerk entgegenzusetzen.

Fazit: Unorthodoxer Oldschool-Tobak mit 80er-Top-Referenzen und hohem Widererkennungswert für die NWOBHM-Fraktion. - Toll! 8/10



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