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RAVEN - Screaming Murder Death From Above - Live in Aalborg


VÖ: 18.01.2018
(Steamhammer)

Style: NWOBHM/Speed Metal

Homepage:
RAVEN

Aufgrund schweren Herzinfarkts musste Joe Hasselvander (seit gefühlten drei Jahrzehnten Schlagzeuger bei RAVEN) bedauerlicherweise die Stöcke an den Nagel hängen und seine aktive Musikerlaufbahn beenden. Eine äußerst komplizierte Situation für die Band. Als Ersatz entschieden sich die Gallagher-Brüder schließlich für FEAR FACTORY/MALIGNANCY-Drummer Mike Heller. Der entpuppte sich als Top-Griff bzw. Wahnsinns-Ersatz für seinen superben Vorgänger zumal er den gesamten RAVEN-Set meisternd, sich im Rahmen des Jobs bei RAVEN herzhaft nach allen Regeln der Kunst austoben darf und dieses Privileg spürbar genießt.

Unverhofft kommt oft. Im Falle dieses Live-Mitschnitts der seit 45 Jahren bestehenden im Jahre 1974 gegründeten NWOBHM-Pioniere RAVEN völlig überraschend, weil dieses Livedokument ganz spontan ohne Wissen der Band aufgezeichnet wurde. Die Band ließ sich daraufhin einen USB-Stick zur Kontrolle der Liveaufnahmen aushändigen, wodurch das hier vorliegende Livedokument aus dem Skraen erheblich Brisanz gewinnt.

Schon der Einstieg des 2017 in Aalborg (Dänemark) mitgeschnittenen Auftritts hätte mit „Destroy all Monsters“ vom aktuellen Studiorelease 'Extermination' kaum besser gewählt sein können. Das Album wirkt spätestens ab Song zwei „Hell Patrol“ wie ein kleine „Best of“ die auf das mindeste reduziert den selbst nach 45 Jahren aktiver Mitgliedschaft im Heavy Metal-Zirkus den intensiven Dynamikfaktor des rotzräudigen Trios kompromisslos heftig bis zum Anschlag zur Geltung kommen lässt. John Gallagher (Bass, Gesang), dessen Bruder Mark (Gitarre) und Neuzugung Mike Heller am Schlagzeug brennen ihr massives zwischen klassischem NWOBHM-Hardrock, Heavy Metal häufig in den Speedsektor driftendes Live-Inferno ab, das kein Auge trocken bleibt. Selbst kleinere Pannen z. B. durch ein anfangs noch unregelmäßig eingestelltes Mikrophon oder das Reißen einer Bass-Saite bei Sänger/Bassist John Gallagher bringen das kultige England/Amerika-Trio erst gar nicht aus der Fassung. Unbändige Spielfreude gepaart mit Authentizität plus riesen Live-Atmosphäre sind generell nicht wegzudenkender Bestandteil einer jeden RAVEN-Show.

Lässt sich die ungeheuer heftige Energie der Band noch besser einfangen als auf diesem Livedokument? Nein. Songauswahl und Sound sind spätestens ab Track 3, „All For One“ absolut Bombe! Seit gefühlten fast anderthalb Jahrzehnten in der Versenkung verschwundene Live-Hämmer wie „Hell Patrol“ und „Hung Drawn and Quartered“ schlagen mächtig ein. Neu-Material wie Tank Treads (The Blood Runs Red) kann sich neben bewährtem Live-Stoff sehr gut behaupten. Die Klassiker „All For One“ „Rock Until You Drop“, „Break The Chain) mit integrierten Medley von u. a. BLACK SABBATH-“Iron Man“ACDC-It's a Long Way To The Top“, „On and On“(oberhammergeil!), „Break the Chain“, die kompromisslose Straight-Edge Speedfurie „Faster Than The Speed of Light“ und der standesgemäß am Ende alles wegputzende Schädelzertrümmerer „Crash! Bang! Wallop!“ jagen literweise Adrenalinschocks im Sekundentakt durch die Blutbahn.

Wenn es zumindest einen geringfügigen B-Noten-Abstrich gibt, ist dies dem Umstand geschuldet, dass der aus lediglich elf Stücken bestehenden Songauswahl ein bis zwei weitere im RAVEN-Live-Set unverzichtbare Granaten von erlesenem Top-Hymnen-Niveaus wie „Mind Over Metal“, „Take Control“ oder „Tyrant of the Airways“ , - um den Triumph nun vollständig perfekt zu machen, fehlen. Eines der genannten Stücke hätte sich garantiert dafür angeboten, statt dem lediglich zur Überbrückung dienenden Gitarrensolo „A.A.N.S.M.M.G.N.“ den Vorzug zu geben. Ok, unabhängig dieses leicht verschmerzbaren Verlustes haben RAVEN ihren Ruf als restlos alles abreißende Bühnen Live-Macht wie so oft bestätigt.

Fazit: Packendes Live-Inferno eines in Sachen unbändiger Spielfreude auf unschlagarem hohem Energie-Dynamik-Level agierenden sich immer überall treu bleibenden Trios, das keinen RAVEN-Fan enttäuscht. - All For One – One For All! 9/10

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