EVERGREY – The Atlantic

VÖ: 25.01.18
(AFM Records/Soulfood)
Genre:
Dark progressive Metal
Homepage:
EVERGREY
Neues aus der Göteborger Kunstschmiede gibt es in Form des finalen Dreiteilers „The Atlantic“ aus dem Hause EVERGREY. Es gibt wenige Gruppen, die heutzutage noch wirklich nahezu einzigartig sind und fast mit jedem Album einen Hit landen. Der Schweden 5er EVERGREY um Mastermind Tom S. Englund ist so eine Erscheinung und „The Atlantic“ ein drittes Meisterwerk des melodischen Dark Metals in Folge. Nach den allerorts mit Höchstnoten versehenen Alben “Hymns For The Broken” (2014) und „The Storm Within“ (2016) wurde dieses neue Werk mit Spannung erwartet und überrascht viele. Es beinhaltet mit dem Opener „A Silent Arc“ den wohl härtesten Song der 23-jährigen Bandgeschichte. Ich kann aus dem Stegreif auch kein Album ihrer Discographie benennen, dass eine solch progressive Auslegung in den einzelnen Stücken widerspiegelt und der jeweilige Song dadurch an Reiz gewinnt („Weightless“, „A Secret Atlantis“). Thematisch bleibt man den Textinhalten des Vorgängers treu bzw. setzt dies fort – kurz: „Eine Reise über den Ozean, auf dem Weg zu fernen Ufern“, wie Englund die Vertonung zu Themen wie seinen Erfahrungen zu Ereignissen und Erfahrung im eigenen Leben, Glück, Liebe, Hass, Verzweiflung etc beschreibt. Ehrlich, ich kenne keine Band, die eben diese Thematiken musikalisch so emotional umsetzen kann („End Of Silence“). Du freust dich, leidest und hoffst automatisch in diesen Songs mit. Wie stand so schön in der Produktinfo geschrieben: „Musikalisches Fastfood klingt anders, bei EVERGREY gibt es exquisite Vollkost“. Genau diese Aussage beschreibt dieses Album nahezu perfekt. Ich gebe zu, manch einer wird, wie ich am Anfang auch, von der düsteren, harten Auslegung erschrocken sein. Lässt man aber das Album sich in Ruhe entfalten und auf sich wirken, wird man ganz schnell ein Freund davon. Hilfreich dabei ist die superbe Produktion, für die Englund und Drummer Jonas Ekdahl verantwortlich zeichnen und deren Feinschliff einmal mehr in die Zauberhände von Jacob Hansen gelegt wurde. Selten hebe ich in meinen Rezensionen ein Album-Cover hervor, aber hier ist es nötig, denn es steht in völligem Einklang mit der angebotenen Musik.
Mein Highlight: „Currents“
Weiterere Anspieltipps: „All I Have“ und „This Ocean“.
Punkte: 9,5/10

