BLOODRED HOURGLASS – Godsend

06 bloodredhourglass

VÖ 28.06.19
(Out Of Line Music/Rough Trade)

Genre:
Melodic Death Metal

Homepage:
BLOODRED HOURGLASS

Hier zu Lande gelten BLOODRED HOURGLASS eher noch als ein unbeschriebenes Blatt, obwohl mit “Godsend” jetzt bereits ihr viertes Album veröffentlicht wird. Ich selbst muss gestehen, dass ích auch erst in diesem Jahr auf die Finnen aufmerksam wurde, als sie Support auf der EVERGREY-Tour waren. Glücklicherweise hab ich mir da deren limtited Edition vom letzten Longplayer „Heal“ zugelegt, welcher auch deren zweites Werk „Where The Oceans Burn“ beinhaltet. Und eben am Melodic Death Metal Überflieger „Heal“ muss sich „Godsend“ nun messen lassen. Mit dem Opener „Waves Of Black“ werden die Erwartungen auf einen würdigen Nachfolger sofort geweckt, denn genau so muss moderner skandinavischer Melodic Death Metal heute klingen – treibend, eine sofort einprägsame Hookline und Melodieführung. Es klingt da fast wie ein Ritterschlag, wenn bei diesen Song einem Namen wie Anders Frieden (voc., IN FLAMES) und Alexi Laiho (git., voc., CHILDREN OF BODOM) als Vergleiche für den Gesang einfallen. Das nächste Brett schließt sich auch unmittelbar an. Bei „The Unifinished Business“ mit seinem mörderisch melodiösen Gitarrensolo von Antti Nenonen bin ich sofort wieder bei IN FLAMES. Klasse auch der variable Gesang von Jarkko Koukonen, der hier grunzt, growlt und faucht, dass es eine wahre Freude ist ihm zuzuhören. Hier kommt die knallend und klar differenzierte Produktion auch zum ersten Mal richtig zum Tragen und diese lässt auch den Folgetrack zu etwas Besonderem werden. „Devourer“ verfügt zwar auch über eine melodische Grundstimmung, entfaltet sich aber wesentlich härter und schneller. Auf „Alysia“ kommt erstmals das Keyboard für mich so richtig zur Geltung und erinnert mich hier stellenweise an ETERNAL TEARS OF SORROW. „My Route“ fängt eben mit einer markanten Tasteninstrumentierung an, öffnet sich dann ein wenig mit thrashigen Drum-Beat und einem Gefauche bei den Vocals, dass vermutlich sogar Stian Tomt Thoresen alias Shagrath von DIMMU BORIR aufhorchen lässt. In der Summe kommt man hier beim genaueren hinhören sogar auf PAIN-Anleihen. Man merkt, die Band lotet aus, wohin ihr Weg in Zukunft führen wird. Das Quintett hätte es sich auch einfach machen können, indem es einfach ein „Heal 2“ schreibt und vielleicht diese typische finnische Melancholie hier und da hätte einfließen lassen. Jetzt zwingt man Fan und Hörer sich mit den zehn neuen Stücken intensiv auseinander zu setzten, da viele der Songs erst bei mehrmaligem anhören richtig zugänglich werden und zünden. Coole Scheibe. Musikalisch ganz mein Geschmack in diesem Genre!

Fans von IN FLAMES, CHILDREN OF BODOM, INSOMNIUM, PARASITE INC., ETERNAL TEARS OF SORROW oder älteren OMNIUM GATHERUM sollten hier mal beide Ohren aufsperren.
Für mich ein Anwärter zum persönlichen "Album des Jahres 2019".

Punkte: 9,5/10

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