TUNGSTEN - We Will Rise


VÖ: 20.09.2019
(Arising Empire)

Style: Power Metal

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TUNGSTEN

TUNGSTEN sind das Baby von Ex-HAMMERFALL-Schlagzeuger Anders Johannsson, dessen Söhne ihm Songs unter die Nase rieben. Beeinflusst von RAMMSTEIN und MESHUGGAH treffen diese Einflüsse auf das Schaffen des von HAMMERFALL/YNGWIE MALMSTEEN'S RISING FORCE-geprägten Vaters. Von der Idee gefesselt, holten Vater und Söhne den bei PLANET ALLIANCE/FULLFORCE sowie (den mittlerweile aufgelösten) CLOUDSCAPE aktiven Sänger Mike Andersson ins Boot um sich frisch ans Werk zu begeben. Umrahmt von erfrischendem Folklore-Anstrich liegt hier ein überraschend gelungenermaßen auf traditioneller Power Metal-Basis liegend verschiedene Stile (Prog, Alternative, Modern Metal usw.) kombinierendes Gesamtresultat vor, dessen folkige Umrahmung oftmals für erstaunlich griffige Melodievielfalt sorgt.

Modern arrangierten Powermetal mit diversen Stilen zu mischen gilt als reichlich gewagt und darüber hinaus recht gewöhnungs bedürftig; wenn es über weite Strecken so attraktiv hymnenhaft umgesetzt wurde, wie auf diesem Tonträger ist danach der Überraschungseffekt umso größer. Das gelungene Triple „We Will Rise“, "Misled" und „The Fairies Dance" sorgt für den folkig umrahmten Traditions Fantay-Heavy/Power Metal-Einstieg – zwei Hymnen, deren catchy Ohrwurmrefrains sich mit jeder Note zielsicher ins Ohr fräßen. "Coming Home" hingegen reibt sich kräftig an dem unverdaulichen Kontrast zwischen Modern Metal, Alternative und Powermetalsound und Karaoke-Parts in penetrant auf künstlich getrimmter Modern-Optik. Vereinzelt (jedoch selten) stößt das Experiment an seine Grenzen, („It Ain't Over“, „Sweet Vendetta“) doch wird es nie langweilig, wofür u. a. das Power-thrashlastig mittels verzerrter Gesangsvariationen und Humpa-Beat aufgelockerte wie eine weltentrückte Mischung aus TROLLFEST trifft FINNTROLL aus den Boxen dröhnende „Animals“ bürgt, „Remember“ röhrt im HAMMERFALL-Modus – ein sauberes Traditions-Metal-Gedenken. Zu den größten Stärken dieses ziemlich verblüffenden Tonträgers zählt auch der ungemein facettenreich flexibel jedes einzelne Stück veredelnde Gesang von Mike Andersson – der Mann hat wirklich einen sehr außergewöhnlichen in der Tat herausragenden Job hingelegt.

„As I'm Falling“ vermengt heroisches Powermetalflair gekonnt mit CROSSOVER-Einflüssen die überhaupt nicht mein Ding sind, wobei das mörderisch hymnenhaft groovend von Dschinghis Khan (Hu, Ha!)-Vocals und zuckersüßen Refrain umgarnte Stück sich als echter Hitbreaker entpuppt! „To The Bottom“ weiss trotz RAMMSTEINigem Beginn (bääähhh, - noch so ein Gräuel! - sich zunehmend in eine coole von Folkflötenklängen umrahmte in Richtung RHAPSODY OF FIRE schielende Metalorgie verwandelnd, zu überzeugen. In abenteuerlich mystisches Flair gepackt inklusive Piratensingalongs (Heyja, Heja, Heja, Hey!) markiert „Wish Upon A Star“ den gelungenen Schlußstrich. Ein abnorm variabel zugleich effektiv eingesetztes (manchmal übertriebener maßen ein wenig nervendes!) Keyboard sorgt ebenso für Lichtblicke, wie das vielseitige Gitarrenspiel mitsamt fesselnder Soli. Das allergrößte Plus liegt in gekonnt fesselnd umgesetzter Epik vieler Stücke. Passend Fantasiereich zur Musik ist auch das Album-Coverartwork gestaltet. Positiv hervorzuheben ist zusätzlich der Fakt, dass die Kompositionslänge nie den drei bis vier Minuten-Rahmen übersteigend ins Unerträgliche gezogen wird. Wären da nur nicht der viel zu oft modern durchsetzte Sound... sowie an mancher Stelle heftig abtörnend unharmonisch den Spielfluss bremsenden sowie das Feeling zerstörenden Herumexperimentierens würde diese CD wahrscheinlich eine fette 9er-Wertung bekommen.

Fazit: Gewagtes Experiment mit über weite Strecken verblüffend gelungenem Ergebnis. 7/10

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