MICHAEL SCHENKER FEST - Revelation


VÖ: 20.09.2019
(Nuclear Blast Records)

Style: Hard Rock

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MICHAEL SCHENKER FEST

Bass, Schlagzeug, fünf veschiedene Sänger, Gitarre und eigener Gesang, so lautet die Aufteilung für das zweite MICHAEL SCHENKER FEST. Zu einem solchen ist diese schlicht 'Revolution' genannte Offenbarung durchaus geworden. Gary Barden, Graham Bonnet, Robin McAuley, Doogie White und Ronnie Romero konnten fünf unterschiedliche für klassischen Hardrock regelrecht prädestinierte Sängergrößen gewonnen werden. Alle vier Koryphäen egal ob Gary Barden, Graham Bonnet, Robin McAuley oder Doogie White verfügen ihren völlig individuell eigenen Gesangstil. Nachdem unerwarteten Tod von Ted McKenna im Januar mussten die zwei früher in Reihen von MSG aktiven Bandmitglieder Bodo Schopf und Simon Phillips die Schlagzeugparts neu einspielen.

„Rock Steady“ gibt in Form eines gleich an den Anfang gestellten Stampfgroovers zum Auftakt eine ungewöhnliche von catchy Refrains und lockerem Stadionrockflair begleitete im Singer/Songwriter-Format grooverockige Kostprobe des begnadeten Sänger-Quartetts. Dieses Stück wäre wie einige der nach folgend im Rahmen dieses Reviews aufgeführten als künftiger Live-Track sehr gut vorstellbar. „Under A Blood Red Sky“ bewegt sich zügig in DEEP PURPLE, URIAH HEEP, WHITE SNAKE-Gefilden. „Silent agein“ rockt kraftvoll melodisch mit catchy Refrain. „Sleeping With the Lights On“ erinnert zum einen an verträumte BLUE ÖYSTER CULT Momente, bevor sich kerniges UFO-Flair hinzu gesellt. „The Beast In the Shadows“ rockt & rollt von heroischen Chorgesängen unterlegt flott, eingängig, freizügig, fließend in bester MSG/SCORPIONS-Tradition. Bei den drei nicht immer komplett überzeugenden Tracks „Behind The Smile“ rockt mitsamt folkigem Unterton auch als AOR-Track angenehm erfrischend. Der belanglose Stampfer „Old Man“ dem der schnellste Song „Still In The Fight“ gegenüber steht, haben bedauerlicherweise nicht durchweg rund laufende Minuspunkte hinsichtlich Songaufbau und Gesang zu verzeichnen, dafür besitzt „Lead You Astray“ erneut viel unwiderstehlich fließenden Rock n' Roll-Beat.

„We are the Voice“ ist dem fünften vielleicht einfühlsamsten Sänger im Bunde, - Ronnie Romero dessen rauchige Rockröhre den Dynamikfaktor fett unterstreicht, wie auf den Leib geschnitten wobei sich gar einige SCORPIONS-Erinnerungsparts entfalten. Meistro Schenker glänzt durch überirdisches Gitarrenspiel. Im feinen Schluß-Instrumetal „Ascension“ zeigt der Saiten-Virtuose auf seiner Flying V,  was eine Harke ist. Feine Melodien, lässige Riffs, cremige Soli und oftmals bestechender Gesang von allen Stimmbandakteueren gehören zu den größten Stützen einer bärenstarken Scheibe mit lediglich geringfügigem Abstrich. MICHAEL VOSS/MICHAEL SCHENKER haben als Songwriterteam hervorragendes geleistet.  „Headed For The Sun“ wartet bei allem flotten Vorwärtsdrang inklusive unverkennbar feinfühlig rockig ins Gehör dringender Schenker-Leads mit coolen Pianoeinlagen auf, einzig der komische Abgang zum Schluß hinterlässt Fragezeichen auf der Stirn, die Passage wirkte unvollständig. Davon abgesehen liegt hier kein enttäuschendes Endergebnis vor, doch immerhin eines das neben zahlreichen Höhen auch dies muss ehrlich zugestanden sein, manche Tiefen aufweist.

Als Anspieltipps empfehlen sich „Under A Blood Red Sky“, „Silent Again“, „Sleeping With The Lights On“ und „We Are The Voice“.

Fazit: Eine gute Scheibe mit teilweise immensem Hitpotential die nicht durchweg, doch über weite Stecken glänzend, ihren Reiz besitzt. 8/10

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