ARMORED DAWN - Viking Zombie


VÖ: 18.10.2019
(Netinfect)

Style: Power Metal

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ARMORED DAWN

Manch einer wäre , sofern ihm die Brasilianer unbekannt sind, zu denken geneigt, das ARMORED DAWN Viking Metal spielten, obwohl deren Texte über Wikingerthemen handeln. Es hat sich nach wie vor nichts daran geändert, das die sechsköpfige Crew angeführt durch Frontmann Eduard Parras sich modern produziertem Traditions-Power Metal widmet.

Wer über 1 Million mal weltweit angeschaute Video-Tracks wie „Sail Away“ und „Gods of Metal“ oder den aus dem 'Aquaman' bekannten Reisser „Beware of the Dragon“ am Start hat, das mit locker über 2,7 Millionen Followern selbst die Youtube-Grenzen sprengte, kann im Prinzip eigentlich nur noch gewinnen. Positiver Effekt dieser Entwicklung der brasilainischen Power Metaller ARMORED DAWN ist eine spürbar konsequent von statten gegangene Weiterentwicklung gravierenderen Ausmaßes. Der Professionalitätsgrad hat ganz erheblich zugenommen, da kristallisieren sich sogar bislang nie gekannt spielerische Finessen heraus.Wo Combos wie BEAST IN BLACK viel zu viel Keyboardkleister hinein pumpen, nehmen sich AMORED DAWN angenehm deutlicher zurück. Gut, das man sich bei aller gesunden Eigenständigkeit SAXON, JUDAS PRIEST, HAMMERFALL, ORDEN OGAN-Bestandteile beibehielt.

Vergleichsweise zu den zwei Vorgängeralben dominieren stärker als bisher geradlinige Elemente, die sich kaum noch mit Prog-Versatz mischen, wodurch effektvoll nie zu aufdringlich Keyboard unterstützte Groovebonbons wie der bereits als vorab Videosingle ins Netz gestellte zahlreich angeklickte Weltuntergangs-Auftakt „Ragnarok“, „The Eyes of the Wolfes“ oder „Blood on Blood“ richtig Würze bekommen. Intensiv eingesetzte Backing Vocals bekommen ebenfalls Platz eigeräumt. Schön, dass die Songs den Fünfminuten-Grenzwert nie überschreiten, sonst würde es auf Dauer wahrscheinlich anstrengend. Bereichert durch hellen Frauen-Gesang, weiß auch der letzte Track „Rain of Fire“ zu überzeugen.

So griffig, hochmelodisch direkt auf den Punkt öfters hitorientiert wie auf ihrem von Catchy Melodielinienzuckerguss und Easy Listening Refrains gezeichneten Album Nummer drei klangen die Brasilianer bisher nie. Die verstärkten TYR-Anteile passen äußerst effektiv ins Gesamtbild. Einzig der Versuch, Atmosphäre aufzubauen wirkt an mancher Stelle zuweilen gekünstelt, wenn übertrieben kitschig nach Wasserverstopfung im Rohr klingende Geräusche den Auftakt bei „Fire and Flames“ bilden, was nur vereinzelt, aber nicht dauerhaft ins Gewicht fällt. 'Viking Zombie' erinnert inhaltlich etwas an eine auf's wesentliche reduzierte softere bei weitem nicht so ausufernd komplexe TYR-Variante. Über das moderne Sound- Produktionsraster darf man geteilter Meinung sein. Musikalisch ist der technische Wandlungsgrad von wesentlich komplexeren Strukturen zu effektiv greifender sich gern wiederholender Eingängigkeit nicht immer einfach, allerdings dringend notwendiger weil richtiger Schritt gewesen. Die Songs wirken weitgehend fließend und dadurch noch viel sicherer als jemals zuvor, trotz symphonisch aufgetragenem Bombast nicht mehr oft schwankend, was dem Elftrackling im Allgemeinen sehr zu Gute kommt.

Das bisher griffigste zugleich beste Album der Brasilianer ARMORED DAWN bekommt gemessen am Inhalt der zeitweise an eine leichter verdauliche Variante irgendwo zwischen Acts vom Typ ORDEN OGAN HAMMERFALL und TYR erinnert, - eine der Band gerecht werdende Basis, worauf sich künftig bauen lässt. Mein Ding ist die moderne Produktion der CD nicht. Aus neutraler Sichtweise des Betrachters lässt sich konträr dazu festhalten:

Genrefans mit Faible für modern produzierten Powermetal werden begeistert sein. 8/10





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