VOGELFREY - Nachtwache

VÖ: 25.10.19
(Metalville / Rough Trade)

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VOGELFREY

 

Kritik:

Auch wenn der Vergleich ein wenig hinken mag, so sind Vogelfrey für mich immer schon die deutlich flotteren Schandmaul. Mit dem aktuellen Silberling „Nachtwache“ präsentiert man dabei eine relativ hohe musikalische Bandbreite. Sehr flott und melodisch steigt man mit „Ära des Stahls“ in die kommenden 43 Minuten Spielzeit ein „Das düster, schwere „Schüttel dein Haupt“ wirkt anfangs ein wenig sperrig durch diverse Breaks findet aber relativ schnell den Weg ins Ohr. Das sehr folkige „Magst du Mittelalter“ ist ebenfalls gar nicht schlecht, allerdings hätte der Refrain ein wenig mehr Melodie oder Ideenreichtum vertragen können (im Übrigen ein Makel vieler der hier vertretenen Songs). Danach präsentiert man sich mit dem folgenden Song-Block erst einmal sehr sperrig. Erst dann besticht das balladesk beginnende, epische „Walhalla“ allerdings mit wunderbaren Gesangsharmonien und Melodien. Warum nicht schon vorher so, Ihr könnt es doch. Mit dem hymnenhaften „Auf St. Pauli“ liefert man als Abschluss noch ein wenig Lokalkolorit und einen versöhnlichen Aussteiger.
Fazit: Musikalisch schön durchsetzt mit verschiedenen Melodiegebern (Schalmei, Geige , ect.) verpassen Volgelfrey den jeweiligen Songs einen schicken Anstrich. Die Härte stimmt und das variable Songwriting überzeugt. Was mich aber so gar nicht überzeugen will sind die völlig ideenlosen Refrains, die ohne Bridge oder Melodie einfach herausgebrüllt werden, ohne die Songs dabei auch nur ansatzweise zu beleben oder diese mit einem Sahnehäubchen zu versehen. Als bierseeliger Abschluss einer Party ist „Nachtwache“ sicherlich eine gute Idee als kompletter Volltreffer aber fehlt mir eine bessere Gesangsarbeit und weniger sperrig, verschachtelte Songs.

7 von 10 Punkte

 

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