AVATARIUM - The Fire I Long For


VÖ: 22.11.2019
(Nuclear Blast Records)

Style: Doom

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AVATARIUM

Geht das selbstbetitelte AVATARIUM Debüt als Genreklassiker auf Hochkaräterformat durch, folgte in 'The Girl With the Raven Mask' der deutlich verspieltere Nachfolger, dem sich mit 'Hurricanes & Halos' ein verblüffendermaßen experimentierfreudiges Drittwerk anschloß. AVATARIUM gehören zu der Sorte Bands, die mit jedem Album überraschen. Das Kunststück gelingt ihnen dank 'The Fire I Long For' erneut.  Fairerweise noch eines vorweg: Von Düsterschwermuthämmern auf höchstem Topliganiveau Marke "Moonhorse", "Pandora's Egg", "Bird of Prey" oder "Lady in the Lamp" sind AVATARIUM was die Entwicklung der neun Stücke auf dem aktuellen Longplayer in gravierender Form aufzeigt, anno 2019 kilometerweit entfernt.

„Voice“ ist als Opener des Vierten 'The Fire I Long For' getauften AVATARIUM-Studiolongplayreleases keine solche, das Stück röhrt nach bekannt unwiderstehlichem Songschema von schleppender Düsternis, Jennie Ann's leidenschaftlicher Stimme und bittersüßer Melancholie. Meister Edling schüttelt ein tonnenschwer krachendes Riff aus dem Ärmel, wie er es schon vor drei Dekaden tat. „Rubicon“ folgt als eingängiger Ohrwurm dessen Stampfbeat sich verbunden mit bittersüßer Melancholic unmittelbar im Gehör fest setzt. „Lay Me Down“ rückt danach erstmals schleichendes Atmosphärenlevel weit in den Vordergrund, wobei Jennie Ann Smith bezaubernd melancholisch klagendes Organ verstärkt dominiert, allerdings bewegt sich der Song nur im gehobenen Durchschnitt. „Porcellain Skull“ kombiniert voluminös doomige Heavyness mit zerbrechlicher Sensibilität auf hohem Niveau, „Shake That Demon“ outet sich für den nächsten Farbtupfer sorgend als räudiges im klassischen 70er-Jahre Hardrockteich schwimmendes Monster, ehe der von Orgel, Gesang, schneidender Gitarre, wuchtigem Schlagzeug und wummernden Bassakkorden bestimmte kraftvolle Härte mit schwerblütiger Atmosphäre geschickt vereinende Doomer „Great Beyond“ das neben „Rubicon“ und „Porcellain Skull“ beste Hymnenhighlight eines nicht immer durchweg vor fesselndem Hymnenstatus strotzenden Gesamtwerkes markiert. Verträumte Stimmung und feinsinnig tiefgreifende Melancholik-Doomschwere verbindendet der Titeltrack „The Fire I Long For“ - Querverweise zu „Pearls and Coffins“ vom Zweitling 'The Girl With The Raven Mask' sickern öfters durch. Spannender gibt sich „Epitaph Of Heroes“ wo abermals zentnerschwer geballt raumgreifende Theatralik vom unerreichten Erstling dominiert. Solch intensiv leidenschaftliche Klageorgien sind auf Sängerin Jennie Ann Smith' zauberhaftes Organ immer noch am besten zugeschnitten wo ihre Stimme maximal effektivste Breitenwirkung erzielt, ehe „Stars They Move“ von Klavierklängen flankiert für sanftmütigen Abgang sorgt. Eine Tatsache steht unverändert fest: Das AVATARIUM-Debüt bleibt unerreicht, immerhin bewegt sich deren bisher schwächstes Werk 'The Fire I Long For' noch im äußeren Grenzbereich unter dem Level der zwei Vorgängeralben, womit zumindest eine Bewertung im 8er-Bereich drin ist.

Fazit: Kein Überflieger, trotzdem ein verhältnismäßig gutes Gesamtwerk das seinem breit gestreuten Fan-Klientel schwerblütiger Düster-Raumton-Klangkunst gefallen wird. - Facettenreich dunkelmelancholisch. 8/10

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