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PLEONEXIA - Virtute E Canoscenza


VÖ: 21.02.2020
(Pure Underground Records)

Style: (Philosophischer) Heavy/Power Metal

Homepage:
PLEONEXIA

Sie gehören zu den wohlgehüteten Geheimnissen der italienischen Heavy Metal-Szene: Die Rede ist von PLEONEXIA, deren 2014er Debüt „Break All Chains“ definitiv keine wirklich leicht verdauliche Kost bot. Als 'Philosophischer Heavy/Power Metal“ will sich die Band verstanden wissen, vor sechs Jahren wirkte dieser Anspruch vielleicht noch etwas verquert, anno 2020 lässt sich zweifelsfrei feststellen, exakt das trifft es auch. Folk/Epic/Bombast/Progressiveanteile halten sich weiterhin die Waage bei den Italienern. Hinzu gesellt sich nun sogar manch spaciger HAWKWIND-Touch. Ähnlich breit gefächert wie vor sechs Jahren geht es auf dem 'Breaking The Chains'-Nachfolger zu. Anspruchsvoll produziert, warten insgesamt neununfünfzig Minuten spannend verpackter Stil, Rhythmus- und Stimmungswechsel, wozu wechselhafte Gesangspassagen gesunden Anteil beisteuern. Doch ehe es trotz Liebe zu romantischer Verträumtheit zu sehr auszuwimpen droht, rollen plötzlich hartkantige DARK QUARTERER-Kauz-Riffbreitseiten, angetrieben von einem kräftigen Schuss andeutungsweise beigemengter früher DEATH SS durch den Raum. Vocalist Michele Da Pila verfügt über ein facettenreich souverän die Song-Führung übernehmendes Organ das faszinierender Weise wirkt und wenn am aller wenigsten damit zu rechnen ist, garstig derb gebrüllte DEATH SS-Shouts aus heißerer Kehle entlässt. Zwei in den Sound integrierten Keyboards schaffen romantisches Flair. Allein der immense Facettenreich Inhalt verbunden mit derartig hoher Eingängigkeit, Heavyness und stimmungsvollen Progressive Rhythmustempowechseln sprechen hier eine deutliche Sprache. Eingefleischte Traditions-Power Metaller, denen es in aller Regel nicht sirenenhaft und flott und direkt genug sein kann, werden sich mit der Scheibe garantiert schwertun, - Progressive-Fans und auf 70er-Jahre Hardrock/80er Heavy Metal schwörende Anhänger die auch mit Power Metal etwas anzufangen wissen, dagegen dieses Album lieben. Alle Ketten haben PLEONEXIA ohnehin gesprengt und weit hinter sich gelassen.

Wirkte das spielerische Niveau damals nicht ganz ausgegoren, haben PLEONEXIA hart an sich gearbeitet und dieses Manko vollends behoben. Gibt es für einen permanent derart abnorme Ohrwurmqualitäten verteilenden Groovehammer wie das faszinierende sich zwischendurch in epischer Melancholie ergießende am Ende zum fulminanten Schlußfinale „March of the Dumbs“ noch eine packendere Steigerung? Im Prinzip nicht. „Time To Fight“ überrascht durch Folkflair in Verbindung zu flotten Stakatto-Taktorgien in Kombination zu Hymnenhaftem Heavy Metal.

Sphärenlastig Emotionelle Trips die öfters im 70er-Jahre Sektor fußen, halten sich mit kraftvollem Tradions Heavy-Metal geschickt die Waage begonnen mit „Forgotten Language Song“ endend mit „Time To Fight“ streuen die Italiener zum Wiederholten Mal ein immens breit gefächertes Stilspektrum, verpackt in ein weitaus knackigeres bei weitem nicht mehr so dünn verpacktes Soundgewand wie noch for sechs Jahren, beim recht annehmbaren, allerdings doch etwas unter der Sounddiskrepanz leidenden Erstling. Das ist nun Geschichte. PLEONEXIA haben sich klar verbessert. Anspruchsvolle Arrangements treffen hochexplosive Heavyness – fein!

Anhänger von ADRAMELCH, SLOUGH FEG, DARK QUARTERER, DEATH SS, JUDAS PRIEST und VANADIUM werden an diesem Tonträger Freude haben, um nur einmal im Groben das ungefähre Einfluss-Spektrum eines wirklich komplex gestalteten Silberlings abzudecken.

Fazit: Fesselnd unorthodoxer Heavy/Power Metal kauziger Stilnote mit verspieltem Proganstrich und zwischendurch urig spacelastigem Touch. Grenzüberschreitendes Topelixier der gehobenen Eliteklasse! 9/10

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