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WILDFIRE - Brute Force and Ignorance/Summer Lightning



VÖ: Bereits erschienen
(GoldenCore/ZYX)

Style: NWOBHM

Homepage:
GOLDENCORE RECORDS

Zwei LP's und Singles lautet das Vermächtnis der NWOBHM Band WILDFIRE, deren Schaffen von Sänger Paul Mario Day geprägt wurde, dessen kurze Mitwirkung zu einer vorzeitlichen Phase (1975-76) des späteren Giganten IRON MAIDEN der zu jener grauen NWOBHM-Vorzeit die legendären 1979er 'Soundhouse Tapes' überhaupt noch nicht fertig aufgenommen hatte, ein bemerkenswert interessantes Detail seiner Biografie darstellt. Bandinterne Unstimmigkeiten einer Combo, die sich selbst laut Eigenzitat als „diktatorisch geführte Gruppe“ bezeichnete, führten schließlich zur Bandauflösung. Dass es sich bei WILDFIRE schon in den Mid-80ern um eine zumindest für die NWOBHM Verhältnisse Band mit Status handelte, zeigt sich an dem einer kleinen 'All Star'-Truppe entsprechenden Band Line Up, dessen Wege sich nach abgeschlossenen Aufnahmen des zweiten Studioreleases 'Summer Lightning' trennten. Paul Mario Day gründete mit Bassist Jeff Brown STATETROOPER und schlug seine Zelte im Glamrock-Lager bei THE SWEET auf. Jeff Brown und der erste Gitarrist Martin Bushell blieben bei STATETROOPER, während Bruce Bisland und der zweite Gitarrist Jeff Summers nach beendeter WILDFIRE-Aera erfolgreichere Kapitel bei WEAPON (UK) aufschlugen.

Brute Force and Ignorance (1983)
'Brute Force and Ignorance' wurde ursprünglich 1983 veröffentlicht. Das WILDFIRE-Debüt litt an gewaltiger Unterproduktion es klang weniger kraftvoll wie sein Nachfolger, doch lässt es durchleuchten, dass die Band um eine gesund funktionierende Balance zwischen Grundhärte, rasanten Tempowechseln und feinfühligen Melodiebögen bemüht war. Das prägende KlartonOrgan von Paul Mario Day drückt allen Songs deren eigenen Stempel auf, obwohl die für waschechten NWOBHM bezeichnend scheppernde Schlagzeug- und unorthodoxe Gitarrenarbeit ebenso wenig fehlt. Trotz gesund abwechslungsreicher Note war bzw. ist neben einigen echten Highlights fast ebensoviel belangloses Songmaterial vertreten,
beispielsweise „Victim Of Love“, ein geradezu nach MAGNUM-Kopie schreiendes „Eyes Of the Future“ sowie der auch keine Glanzleistung darstellende zumal unter extrem dünn gemischten Bass-Spuren leidende Titeltrack, die den Gesamtwert dieses damals über das Mausoleum-Label erschienen Debüts deutlich schmälern. Somit kommt als gravierender zweiter Faktor die schwachbrüstige Unterproduktion hinzu, wodurch es dem Songmaterial erheblich an Durchslagskraft mangelt. Dies macht sich gerade bei einer Nummer wie „Search and Destroy“ wo den Gitarren der kraftvolle Drive fehlt, um den guten Sonaufbau effektiv unterstützend zur Geltung zu bringen. Im Gegensatz dazu stehen der fetzig flotte Opener „Violator“ , die zwei kernigen Groover „Another Daymare“ und „Goldrush“ sowie der in Theatralik getränkte Rocker „Lovelight“, den mit Sequenz des englischen Folk-Evergreens 'Scarborough Fair' eingeläuteten Melodic-Groover „If I Try“ nicht zu vergessen. Immerhin: Bei soviel Melodiefülle sollte die auf Melodic- Hardrock gepolte PRAYING MANTIS/MAGNUM-Fraktion Tränen in die Augen bekommen!

'Summer Lightning' (1984)
Mit ihrem mindestens eine ganze Schippe druckvoller produzierten 'Brute Force and Ignorance'-Nachfolger 'Summer Lightning' bei amtlich besserer Soundabmischung ließen WILDFIRE trotz bandinterner Querelen eine gelungene Steigerung folgen. Dies wird sofort beim treibend fett auf's Geweih hauenden Auftaktopener „The Key“ klar. Satte durch energische Twingitarrendynamik bestechende Midtemposmasher „Nothing Lasts Forever“ das von mystischem Touch beseelt intensiv Spannung erzeugende Album-Highlight „Natural Selection“ oder “Blood Money“ als beschwingt leichtfüssiger Groover stehen stellvertretend für eine Tendenz zu professionellerer Produktion und Songwriting. Sogar eine Ballade wie „Give Me Back Your Heart“ die auf dem Debüt hoffnungslos unter gegangen wäre, entfaltet ihren Reiz. Der als Bonus hinzugefügte spätere Singletrack „Jerusalem“ von 1985 bestätigt diese Tendenz. Schade. dass WILDFIRE sich bereits mit dem Zweitling auflösten, spätestens hier drängt sich fast zwangsläufig die Frage auf, was geschehen wäre, wenn... die Band ihre Entwicklung konsequent ausbauend fortgesetzt hätte?

Dank GOLDENCORE RECORDS sind beide in den Jahren 1983-84 veröffentlichten Vinyl-LP's jetzt einschließlich Bandhistorigraphischer Rückblicke und einigen Bandfotos zum lohnenswerten Preis von einer CD erhältlich.

Die entscheidenden Unterschiede beider Alben ergeben sich aus deren Produktion und inhaltlichem Level. 'Brute Force and Ignorance' gilt als solides Gesamtwerk, 'Summer Lightning' stellt die Sound- und Songwriting bezogene Steigerung dar, was sich letzten Endes in der Bewertung widerspiegelt. Während das Debüt sich mit Achen und Krachen auf 6 von 10 Punkten übers Ziel rettet, passiert das Nachfolgewerk als gelungene Steigerung die Ziellinie mit guten 8 von 10 Punkten.

Fazit: Interessantes CD-Doppel mit Licht und Schatten, das sich irgendwo in der Mitte treffend alles in allem respektable 7 von 10 Punkten verdient.

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