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PORN – The Ogre Inside – The Darkest Of Human Desires Act II – No Monsters In God Eyes Act III

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VÖ: bereits erschienen
(Echozone/Soulfood)

Genre:
Industrial Rock, Gothic Metal, Dark Wave

Homepage:
PORN

Grundlage dieser Trilogie ist eine fiktive Geschichte über eine mysteriöse Figur namens Mr. Stranglers und seinem inneren Kampf, seinen dunklen Begierden und davon wie die Gesellschaft seinen eigenen Willen unterdrückt. Ein Kampf, den eigentlich keiner gewinnen kann.
Ein nicht nur inhaltlich sehr interessanter 3-Teiler der in Frankreich beheimateten Industrial Rocker PORN und aus der Feder von deren Mastermind Philippe Deschemin (AN EROTIC END OF TIMES) stammt. Der Bandname ist übrigens vom 1984er THE CURE Album „Pornography“ abgeleitet und sagt somit schon viel über die Soundanleihen des Quartetts aus.

The Ogre Inside“, der erste Teil dieser Konzeptstory wurde am 20.10.2017 veröffentlicht und basiert auf Deschemin‘s SiFi-Roman „Contoyen“. Die düstere musikalische Grundstimmung der neun Stücke mit einer Gesamtspielzeit von 51 Minuten setzt die Thematik sehr gut um. Die Reise in die dunkelsten Ecken der eigenen Seele, dem Begegnen der eigenen abgefahrensten Wünsche und dem Kampf gegen das Ungeheuer, dass einen verschlingen will, kommt fast schon einem Soundtrack gleich. Das Einflechten von Sprach-Samples des britischen Okkultisten und Erfinders des modernen Satanismus, Aleister Crowley, passt thematisch hierbei recht gut. Viel Spielraum lässt die Mischung aus 90er Industrial Rock-Sound („Sunset Of Cruelty“) bis hin zum atmosphärischen Gothic Metal („May Be The Last Time“, „The Ogre Inside“) hierbei zu, wobei sich der Hörer auf keine großen musikalischen Sprünge einstellen muss. Auch wenn sich mal RAMMSTEIN ähnliche Passagen mit PINK FLOYD-Vibes kreuzen („She Holds My Will“), ist das homogen und interessant zugleich arrangiert. „The Ogre Inside“ - ein über weite Strecken cooler Mix aus THE CURE, MARILYN MANSON, TYP O NEGATIVE und LACRIMAS PROFUNDERE.

Punkte: 8/10

The Darkest Of Human Desires - Act II“ erblickte am 22.02.2019 das Licht. Nach der Beschwörung das eigene Selbst anzunehmen und die dunkelsten Gelüste zu erlauben, hat der innere Unmensch aus dem ersten Teil den Kampf gewonnen und Mr. Strangler hervorgebracht. Nun beginnt das Massaker – die dunkelsten, menschlichsten Gelüste werden zugelassen: Mord. Hierbei wurden u. a. auch O-Töne von Serienkillern wie Richard Ramirez, Ed Kemper, Charles Manson, Richard Schaeffler uns Jeffrey Dahmer in die Lyrics eingespielt. Musikalisch spielen sich die nunmehr zehn Stücke wieder im Industrial Rock und Gothic Rock, aber auch in Dark Wave-Gefilden ab, fallen jedoch im Gesamten dann doch etwas düsterer aus als noch im 1. Akt. Stücke wie der im Uptempo gehaltene Industrial-like Opener „Choose Your Last Words“, die düster stampfende Melodic-Ramme „Here For Love“, das sphärische „Tonight Forever Bound“ oder das Dark-Wave like „Eternally In Me“ drängen sich unweigerlich als Anspieltipps auf. Aber auch sonst wird das Wort Abwechslung recht hoch angesiedelt. Direktvergleiche mit Bands wie MARILYN MANSON, SISTERS OF MERCY, DAVID BOWIE und LACRIMAS PROFUNDERE sind auch hier nicht von der Hand zu weisen.

Punkte: 7,5/10

No Monsters In God Eyes - Act III“ – der Finale Akt der Trilogie erschien am 27.03.2020. Hier endet Mr. Stranglers blutige Odyssee mit einem Testament. Er sitzt im Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung. Er zieht Bilanz und mahnt jeden sein Werk fortzusetzen … das Werk Gottes. Denn falls Gott existiert, dann ist alles seins. Dann sind selbst die schlimmsten Monster Kinder Gottes. 13 Songs mit einer Spielzeit von 60 Minuten beenden eine spannende Geschichte mit teils recht abstrusen Gedankengängen. Musikalisch geht man etwas freundlicher zu Werke. Klingt der düstere Opener „Dead In Every Eyes“ noch nach einer Mischung aus THE CURE meets DAVID BOWIE, stehen Melodie und ein eingängiger Gesang/Refrain im Dark Wave/Gothic Style bei den folgenden Stücken „High Summer Sun Part I“, „A Lovely Day“, „Some Happy Moments“, das instrumentale „Low Winter Hope“ (mit Gesang im späteren Pt. II und III) oder „God’s Creatures“ im Vordergrund. Gerade solche Songs heben dieses Album gegenüber den ersten beiden ab und ermöglichen „No Monsters In God Eyes - Act III“ im Direktvergleich der Eingängigkeit und Kompaktheit die Nase vorn zu haben. Der finale Akt war es auch, der mich neugierig auf die erste beiden Scheiben machte. Jetzt kann ich auch nachempfinden warum mein Redakteurskollege Andreas dem ersten Akt „The Ogre Inside“ nicht viel abgewinnen konnte, denn alleine für sich stehend verfügt dieses Werk zwar streckenweise über starke Momente, ist in der Summe aber eher wenig aussagekräftig, was sich gerade im finalen Akt genau andersrum verhält. Wie auch schon bei Act II (Tom Baker u.a. MARYLIN MANSON, NINE INCH NAILS) vertraute man das Mastering auf Act III einen Profi (Brian Lucey, GHOST, MARYLIN MANSON, DEPECHE MODE) an, was auch hier positiv zu Buche schlägt.

Unterm Strich sind PORN (zumindest mit dieser Trilogie) für mich eine Entdeckung und Bereicherung im Genre des Industrial Rock.

Punkte: 9/10

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