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GRIFFIN - Flight Of The Griffin/Protectors Of The Lair Ultimate Edition (3 CDs)


VÖ: Bereits erschienen
(GoldenCore Records/ZYX Music)

Style: US-Metal/Power Metal mit Epik und Speedanteil

Homepage:
GRIFFIN
GoldenCore Records

Flight Of The Griffin (1984) - Original Vinyl-LP gepresst auf Shrapnel Records in Europa unter Steamhammer/SPV-Label erhältlich.

CD 1:
Aus der Ideenhandschrift der Ex-METAL CHURCH-Mitglieder William McKay und Rick Wagner entstehend, erschien im Jahr 1984 das Debüt 'Flight Of The Griffin' der US-Powermetalband GRIFFIN. In der Zeitspanne davor 1980 – 82 trat man zunächst erstmals unter dem Namen SINISTER SAVAGE in Erscheinung, ehe die sinnvollere Umbenennung in GRIFFIN erfolgte. Sie bezieht sich auf den Greif, einem in vielen altertümlichen Kulturen verehrten mystischen Mischwesen zumeist bestehend aus dem Kopf eines Raubvogels mit löwenartigem Leib, mächtigem Schnabel und Spitzen Ohren, wobei es auch Abweichungen von dieser Variante gibt.

Ähnlich bunt zusammengestellt entpuppte sich der musikalische Inhalt dieser einzigartigen Combo. Dem Flug des Greifen entströmte druckvoller US-Power Metal sauhohem Levels mit Hang zu europäischer Tendenz in Richtung IRON MAIDEN/JUDAS PRIEST, der neben gesundem Epikflair öfters auch mal mit einer gesunden Brise Speed Metal liebäugelte. Heraus kam ein ungeschliffen toughes für heutige Verhältnisse heftig raues herausragendes Debüt, das zum Besten gehörte, was der in den Mittleren 80ern der ultimativen Blüte fleißig Wurzeln schlagende US-Powermetal zu bieten hatte. Hymnen wie „Hawk the Slayer“, „Heavy Metal Attack“, „Submission“, der lange über Sechsminuten Epik-Hammer von Titeltrack („Flight Of The Griffin“), „Fire in the Sky“ oder „Travelling In Time“ strotzen vor Leadsolirafinessen, Kauzflair und rasanten Breaks ohne im Geringsten ihre Geradlinigkeit zu verlieren.

Shouter William McKay's in extreme Hochtonlagen ausschlagender Gesang der ebenso traumhaft sicher kehlig krächzend-bissigerStimmlagen unglaublichen Höhenformats meistert entzieht sich Direktvergleichen zu anderen Bands beharrlich. - GRIFFIN hatten ihr erstes Hoffnung weckendes Signal gesetzt!

Durch Hinzugabe rarer Demotracks von 1982 wird das großartige Debüt um weitere Feinheiten ergänzt, die ebenso gut auf dem Debüt Platz gefunden hätten. Nur stimmen die Angaben der Bonustracks auf CD 1 teilweise nicht mit den Inhalten überein. Entgegen anders lautender Angaben ist das gesamte 1982er Demo auf dieser Neuauflage vertreten, wobei der galoppierende Schädelbrecher „Lick Your Problem“ und der bereits auf Vinyl vom Takt weg dynamisch rüberkommende Groovenackenbrecher „Hell Runneth Over“ mächtig Dampf auf dem Kessel haben. „Freeway Lady“ macht regelrecht explodierend keine Gefangenen. „Set You Free“ als letztes Stück vom 1982er Demo wie die folgenden auf dem ein Jahr später veröffentlichten Demo 1983 vertretenen Tracks „Name Of The Dance“ und „Legion Of Ruin“ allein durch markantes Gitarrenriffing und Drumming an eine NWOBHM-Kapelle wie SAMSON-aufkommen lassendes Feeling bestechen, bis das zwischen verträumt akustischer Epik und rasanten Tempowechseln hin und her gerissene „Starstruck and Studded“ erneut alle bewährten GRIFFIN-Trademarks parat hält. Die größte Überraschung bildet dafür die druckvoll auf klassischen 70er-Hardrock getrimmte komplett aus dem Rahmen fallende Nummer „Robot White“ was dem hervorragenden Gesamtergebnis eine umso interessantere Note verleiht.

Protectors Of The Lair (1986) - Original Vinyl-LP gepresst auf Shrapnel Records in Europa unter Steamhammer/SPV-Label erhältlich.

CD 2:
Der zwei Jahre später nachfolgende mitten in die Blütezeit des US-Power Metal fallende neben dem bekannten Elixier aus Power-, Epik und Speedmetal zusätzlich mit kräftiger Prise EXODUS/SLAYER mäßiger Thrashanteile angereicherte Zweitling 'Protectors Of The Lair' bereitete treuen Fans erster Stunde auch keine schlaflosen Nächte und hat bis heute kein Gramm Faszination verloren. Mein aufrichtiger Dank gebührt GoldenCore-Records für ein tolles Triple in der 2020 Ultimate Edition mit 24-Seiten Booklet inclusive Liner-Notes, rare Fotos und Memorablia und Live-Bonustracks als erste offizielle Wiederveröffentlichung (!), die den Stellenwert dieser höchst außergewöhnlichen Band eindrucksvoll belegt.

CD 2 + 3
Vom reichlich seltsam anmuteten Band-Outfit sollte sich kein US-Metalfan mit Faible für hochprozentig ausgeklügelten Power Metal geradlinigen Zuschnitt abschrecken lassen, dessen Inhalt vor diversen Breaks, fesselnden Up-Tempo-Passagen und feiner Melodievielfalt überquillt. Helme, Waffen, Pelzumhänge, Tierköpfe das hatte schon was, jedoch Basketball-Sneaker (!) pass(t)en so gut dazu, wie Gurkensalat und Rote Beete zu Grünkohl mit Pinkel. Gefahr in extrem technische Regionen abzudriften besteht trotz hochkarätiger Songkompositionen inklusive brillianter Handwerkskunst nie.Angefangen vom spannenden Intro „Eulogy Of Sorrow/Awakening“ dem der krachende die neuen Zusätze deutlich mit einfließen lassenden 'Hunger' über das geschickt in fesselnder Weise kombinierende den Blick auf das Sci-Fi-Thema werfende Doppel über die Existenz außerirdisches Lebens „Entity/Watching From The Sky“ bis zum epischen 7-Minuten Schlußopus „Poseidon Society“ gefolgt vom Outro “Eulogy Of Sorrow“ (Reprise). Bedingt durch die hinzugekommenen Thrashattacken strapazierte William McKay erneut diesmal sogar wesentlich stärker als zuvor seine Stimmbänder bis an die äußersten Belastbarkeitsgrenzen, sein Gesang wirkt des öfteren kehliger und aggressiver. Gewaltige Unterschiede zum nicht sehr thrashlastigen Debüt 'Flight Of The Griffin' kristallisierten sich trotz bewährt beibehaltener Grundzüge erkennbar heraus. Durch die druckvolle Soundmischung und Überarbeitung kommt dies noch viel mehr zum Tragen. Beide Varianten sind in ursprünglicher Original- und überarbeiteter Fassung inklusive rarer Live-Bonustracks konsumierbar.

Ganz klar, auch dieses härter getaktete, zugleich um ein vielfaches verspieltere Album besteht mühelos den 'Test der Zeit', denn so kostbar urig kauzig zeitweise heftig schrill die Kompositionen wirken, so einzigartig rasant, fesselnd lebhaft bleibt die Mischung aus Heavy/Power-, Epic und Speed ergänzt durch brachiale Thrasheruptionen, womit diesen zwei Sahneschnittchen für alle Zeiten ein besonderer Ehrenplatz im Tonträgerschatz jedes eingeschworenen US Metalheads gebühren sollte! Obgleich GRIFFIN sich 2011 verabschiedeten, bleibt ihr Vermächtnis anhand zweier phantastischer US Epic/Power Metal-Göttergaben wie die Hoffnung auf eine vielleicht irgendwann eines Tage doch stattfindende Re-Union unverändert für die Nachwelt bestehen. Zwei unentbehrliche Edeltrüffel + lukrativem Live-Raritäten-Bonus für qualitätsbewusste US-(Power)-Metalfans! Der hochwertige Gehalt dieser Wiederveröffentlichung spiegelt sich in einem die 3-CD-Jewelbox optisch verschönernden Pappschuber. Einzel-Vinyl-LP-Versionen beider Alben erscheinen zu einem späteren Zeitpunkt. Überteuerte Importveröffentlichungen und Illegale Bootlegs dürften damit überflüssig sein und hoffentlich der Vergangenheit angehören. 

Beide Original-LP's ohne Bonuszugaben würden von mir 9 Punkte von 10 für 'Flight Of The Griffin' betragen, während 'Protectors Of The Lair' wegen des stellenweise furchtbar dünnhäutigen Sounds immer noch gute 8,7 von 10 Punkten einfährt, was erst recht für die Hochwertigkeit des auf dieser Scheibe verbratenen Materials spricht, allerdings leichte Abstriche gegenüber dem übermächtigen Debüt hinter dem sich die erstklassigen Kompositionen trotzdem keineswegs verstecken mussten, einfährt. Diese Wertungen sind allerdings rein marginaler Form. Da es sich hier um ein sehr umfangreiches Gesamtpaket handelt, das weit über klassische Normstandards hinausreichend als erster Release dieser Art gilt, muss hier mit anderen Maßstäben gemessen werden.

Zu den sich hinsichtlich Soundabmischung + Mastering unterscheienden CDs 2 und 3 von 'Protectors Of The Lair' sei angemerkt Proctectors Of The Lair' CD 2 enthält sechs Livetracks vom Debüt 'Flight Of The Griffin' abgemischt von Neudi und überarbeitet im Mastering von Patrick Engel. Die Gesamtspielzeit beträgt 69:36 Minuten.Für die Überarbeitung in remasterter Form der 'Protectors Of The Lair' CD 3 zeichnete Patrick Engel verantwortlich. Die CD enthält zusätzlich 3 Bonustracks aufgenommen während des KEEP IT TRUE-Festivals 2011 untermalt von lebhaft atmosphärisch mitgehender Fankulisse, wobei William McKay's Ansagen die Erinnerung als wäre es anstatt 2011 erst Gestern gewesen, zurückholen. Den Auftakt der Live-Bonustracks bildet ein kombiniertes Medley von „Watching From The Sky/Sanctuary“, gefolgt von der Kombination „Introduction/Flight Of The Griffin“ und „Hell Runneth Over“, deren Gesamtlaufzeit 69:24 Minuten beträgt.

Was schreibt Michael bloß wieder für Romane? So oder so ähnlich wird sich mancher nun vielleicht denken. Mein Veto lautet: Wir haben es hier schließlich nicht mit irgendeiner x-beliebigen US-Metal-Kapelle zu tun, sondern – GRIFFIN!!! In diesem Sonderfall sagt das kurz und bündige Labelzitat über vorliegende Ultimate-Edition im umfangreichen Drei-CD-Format so ziemlich alles: Intensiver kann man zwei Klassiker nicht als Wiederveröffentlichung in die heutige Zeit bringen! Dem wäre von meiner Seite aus generell überhaupt nichts mehr hinzuzufügen.

Fazit: Fette 10 von 10 bekommt 'Flight Of The Griffin', aussagekräftige 9,5 von 10 'Protectors Of The Liar'. Für Soundmischung und-Mastering von Neudi und Patrick Engel (HRR, Metal Blade etc.), beide leisteten vorzügliche Arbeit, addiere ich gern den fehlenden halben Punkt hinzu. Somit bleibt für dieses sahnecremige CD-Triple im hochwertigen Gesamtpaket nur die Höchstnote stehen. Ultimativer Wahnsinn vom Allerfeinsten. - Zeitlos magischer US-Traditions-Metal-Kult! 10/10.

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