WYTCH HAZEL - III - Pentecost


VÖ: 05.11.2020
(Bad Omen Records)

Style: Hard Rock

Homepage:
WYTCH HAZEL

Auf dem Hard Rock und Heavy Metal-Sektor gilt als ungeschriebenes Gesetz: Album Nummer drei entscheidet über den weiteren Werdegang einer Band. In Bezug auf WYTCHHAZEL verläuft alles gänzlich rund sprich sorgenfrei. Kursänderungen sind nicht vorhanden,WYTCH HAZEL spielen unverändert ihren eigenwilligen Stil den sie auf dem sagenhaften Debüt 'Prelude' begannen, mit dem packenden Zweitling 'II - Sojourner' kräftig ausbauten und mit 'III - Pentecost' nun auf ein geradewegs unerreichbares Level gehievt haben. Ok, der Sound klingt jetzt weitaus heavyer als auf den Vorgängeralben, ohne auch nur minimalste Abnutzungserscheinungen zu zeigen.

Im Gegenteil, krachende Hymnen der Sorte „He Is The Fight“, „Spirit and Fire“; „Archangel“, „“I will Not“ oder „The Crown“ reissen unweigerlich mit. 'III – Pentecost' enthält ausnahmslos Songmaterial, das vor krachenden Leadsoli explodierend in bezaubernden Twingitarrenschleifen und superbe Melodiebögen gebettet angetrieben von kantig zugleich chillig hart rockenden Grooves besticht. Kernige Riffs durchsetzt von erdigem Rockvibe bei atmosphärischer Stimmung sorgen für sich schrittweise steigernde Spannung und effektiv umgesetzten Härtegrad. Jack Spencers' durchweg kraftvoller Schlagzeugpunch tönt punktgenau wie ein bestens geöltes Schweizer Uhrwerk, was auch für die exzellent aufspielende Sechssaiter-Fraktion Alex Haslam/Colin Hendra unterstützt von Andy Shackleton am Bass  gilt - (eventuell so manch geschultem Insidern u. a. von den Folk-Blackmetallern WOLFTHORN ein sicherer Begriff) - dass es restlos überzeugte Hard Rockfans wie meinereinen überhaupt nicht mehr auf dem Sitz hält! Über allem thront das gewohnt leidenschaftlich fesselnd vor Hingabe regelrecht sprühend ausdrucksstarke Klartonorgan von Colin Hendra. Auch „Reap The Harvest“ sorgt mittels Klaviereinsatz sowie eingangs angedeuteter Marche Funèbre (Funeral March)-Sequenz für kribbelnde Spannung. Beruhigend einwirkende Ruhemomente voller Pathos bilden herrlichen Kontrast dazu. An der unwiderstehlichen Medieval-Stampf-Rockhymne „Dry Bones“ führt ebenfalls kein Weg vorbei, selbiges gilt für die mystische Folk-Abenteuerreise „The Crown“. Tiefgründig spirituell raumgreifend melancholisch von altertümlichen Flair flankiert erweist sich „Sonata“ als perfekter Übergang zum kernigen Groover „I Will Not“. Altertümliche Folk-Songstrukturen wurden zusätzlich um feinfühlige, noch fehlende Nuancen erweitert. „Ancient of Days“ von eindringlich beschwörend prophetischer Frauensprechpassage aufgewertet, lädt anfangs zum Träumen, ehe sich zentnerschweres Hymnenflair unaufhaltsam seinen Weg ins Gehör sucht.

An diesem Hardrock-Gral 2020 gibt es für Stiltreue Fans kein vorbei. Musik und Songwriting von Colin Hendra sind in jeder Hinsicht vom Feinsten, und wer kann realistisch gesehen - solch einem begnadeten Musiker und Top-Songwriter schon das Wasser reichen? Alles ist liebevoll detailreich ausgearbeitet, um sich nahtlos zu einem Ganzen zusammen zu fügen. Von Monotonie liegt das Engländerquartett so viele Lichtjahre entfernt, wie der Mond von der Magellanschen Wolke. Vielseitiger kann klassischer Hard Rock auf oberstem Eliteniveau nicht mehr zelebriert werden. WYTCH HAZEL haben ein Bombenpfund auf die Waage gelegt, das erneut ihre Originalität unterstreichend von erhabener Klasse geprägt ist. 'III – Pentecost' erweist sich als gewaltiger Hammer gekrönt von 10 gewaltigen Schwungschlägen, womit WYTCH HAZEL spätestens im dritten Anlauf den Thron des klassischen Hard Rock erklommen haben.

Fazit: Ein phantastisches Stück zeitloser Nostalgie-Hard Rock von Hochwertigem Klassikerstatus! 9,5/10



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