ADORNED GRAVES - Being towards a River


VÖ: Bereits erschienen
(Eigenproduktion)

Style: Melodic Epic Thrash/Heavy Metal

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ADORNED GRAVES

Obwohl die hinter 'Being towards a River' Melodic Oldschool Epic Thrash nennt, handelt es sich bei deren zweiten Longplay-Release keineswegs nur um ein lupenreines Thrash-Album, in dieser Scheibe steckt weitaus mehr. Im Prinzip rumpeln sich ADORNED GRAVE zeitweise durch ein interessant gepicktes Album das sowohl von epischen Momenten als auch rasanter Melodic Thrash-Attacken lebt. Diese von Christlicher Thematik beeinflusste Rheinland Pfälzer Combo zeigt sich daher nicht von den zumeißt üblichen Verdächtigen (frühe) METALLICA und SLAYER ausgenommen, sondern von vielseitig veranlagten White Metal Thrash-Acts wie TOURNIQUET/BELIEVER oder den klassischen Metalsektor in den 80ern durch Genrejuwelen wie „Metal Might“, „Heroes“ oder Psychodelic Super Jesus“ erschütternden BRIDE beeinflusst, - die trotz christlicher Weltanschauungen keinen deut schlechter dröhnen als andere Thrashcombos. Auch DALE THOMPSON von BRIDE wirkt gesanglich mit.

Eingeleitet durch ein zunächst beruhigend monumentale Epic-Sphären schaffendes dreieinhalbminuten Instrumental („Swallowed Hole“), läßt die Rheinland-Pfalz Truppe bei Geschossen wie „Killing Shadow Black“ oder später nocheinmal zu “United Reliance“ heftig den Thrash-Knüppel kreisen. Bei letzterem Stück erhielten ADORNED GRAVES gesangliche Unterstützung durch den von Bands wie SIN BREED, SEVENTH AVENUE oder BEYOND THE BRIDGE bekannten Sänger, Songwriter und Produzent HERBIE LANGHANS, wodurch das Stück um eine weitere interessante Komponente bereichert wird. Mit zunehmender Spieldauer kommen allerdings noch mehr Faktoren zum Vorschein die zeigen, dass auch klassischer Hard Rock/Heavy Metal immensen Einfluss auf die Band hatten. Track vier, „Panta Rhei“ tendiert heftig in Richtung traditioneller US Metal/Power Metal mit stilistischer Nähe zu ARMORED SAINT/METAL CHURCH.

Das Ende der Fahnenstange ist damit allerdings längst nicht erreicht, richtig prickelnd hochkarätig wird’s nämlich zum Schluß: Fesselnde Atmosphäre garantiert das fast 12 Minuten Epos „Rheingold“ womit sich das Einflussspektrum um NWOBHM-Facetten und PINK FLOYD erweitert. „Towards a River“ outet sich zum Ausklang als gelungener Tribut an wichtige 70er-Einflüsse, - konkreter: BLACK SABBATH, RAINBOW, DEEP PURPLE und SCORPIONS. Bei diesem Stück ist erneut Herbie Langhans mit von der Partie, zusätzlich gibt die in der Gegend um Kaiserslautern einen glänzenden Ruf geniessende Sängerin Ruth Börner Staub mit ihrem feinfühlig facettenreich souligen Hochtonorgan höchst eindrucksvolle Kostproben ihres Könnens, wodurch dieser gewaltig mitreissende Schlußakt zum besten Song auf dem gesamten Album avanciert. - Hammer!

Packende Melodievielfalt, abrupte Geschwindigkeitswechsel und technisch versierte Songstrukturen geben sicheren Beleg, dass diese handwerkstechnisch weit über Normaldurchschnitt liegende Kaiserslauterner Combo ihren eigenen Wiedererkennungwert besitzt, was mir am Ende starke 9 von 10 Punkten wert ist. ADORNED GRAVES haben hier ein strahlend glänzendes in jeder Hinsicht Genre-verbindendes Hochkaräter-Juwel geschmiedet.  Damit komme ich letzten Endes zu folgendem...

Schlußresumeé: Faszinierend facettenreiche Mischung aus Melodic Oldschool Epic Thrash in bemerkenswerter Kombination zu klassischem Heavy Metal. Bitte mehr davon! 9/10