THVNDERCVLT - Chronicles Of Asterius

VÖ: Bereits erschienen
(Eigenproduktion)
Style: Classic Hard Rock/Heavy Metal
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THVNDERKVLT
THVNDERKVLT ist das Baby von Jan Emmermann alias Thünderwolf, Schlagzeuger der Turbospeedster KVINNA, dessen Fünf Tracks beinhaltende EP 'Chronicles Of Asterius' durch erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne zustande kam, deren Inhalt in ein lebhaftes von Emotionen gespeistes Konzeptalbum verpackt wurde. Erzählt wird die Geschichte des von seiner Halbschwester und seinem Vater Atlas nach erfolgter Krönung zum König des Himmels auf die Erde verbannten Helden Asterius. Dieser verlangt das ihm zustehende Recht auf den himmlischen Thron zurück, während sein Vater Atlas und seine Halbschwester Coronis den schrecklichen Plan schmieden, die Erde zu vernichten und ebenso mit ihr auch den ungeliebten Asterius. Dies will Asterius verhindern, er schließt sich mit der Army Of Men zusammen, um in gemeinsam Seite an Seite geführten Endkampf den Vater und seine Halbschwester zu besiegen.
Im stampfenden auf Classic-Rock 70ern wurzelnden Titelsong 'Age Of Asterius' treffen DANZIG/URIAH HEEP-Faible zusammen mit einem Brückebildend fast schon Southernlastigen Touch a lá MOLLY HATCHET auf den Melodic-Faktor jüngerer Classic Rock-Acts die bereits richtig starke Referenzalben lieferten, - allem voran HÄLLAS und KADAVAR - in sich tragen. Von klirrenden Schwertern eingeläutet gibt sich „From Battle To Fortune“ auf eingängig melodischem Wege in die Schlacht. Wieder ist es der besonders auffällige an DANZIG erinnernde Gesang, der zeitweise etwas Unterstützung viel zu schwach vernehmbar weiblichem (?) Hochtongesang bekommt, wodurch das Stück leider etwas getrübt wird, warum rückt der weibliche Gesang hier nicht deutlich mehr in den Vordergrund? Geschickterweise mit IRON MAIDEN-Leads gepaart, schließt sich in festlichem Gewande „The Crowning“ an. Diese feierlich vorgetragene Komposition zu Asterius' Krönungsfest erinnert an eine gesundermaßen ausbalancierte Mischung DANZIG trifft HÄLLAS und KADAVAR. Die Trauerballade „Beyond the Truth and The Lie“ berichtet von der furchtbaren Tragik, wie Asterius während des für ihn gegebenen feierlichen Banketts ausgerechnet von seinen engsten Freunden und Weg-Gefährten verraten wird und stirbt, weshalb sich der sehnsüchtige Wunsch letzten Endes doch erfüllt. Asterius fährt in den Himmel auf, da der Tod in der mythologischen Schluß-Metapher „Final Ascension“ auch als Neuanfang zu verstehen ist. Bei dem von sensiblen Stimmungsbögen lebenden Stück blitzt erneut viel HÄLLAS/KADAVAR Schlagseite durch, womit wir zur Schlußbeurteilung kommen.
Irgendwie überkommt mich bei dieser gehaltvollen EP mit 18 Minuten fast etwas kurz geratenen (oder bewusst in diesem Zeitrahmen gepackten) EP selbst nach insgesamt viertem Durchlauf hintereinander das Gefühl, Thünderlord hat sein Potential auf wirklich bemerkenswerte Art angedeutet, aber längst nicht vollständig abgeschöpft, zumal die Anlehnung zu den Vorbildern im Regelfall deutlich heraussticht, was dem Gesamtkonzept bei aller Liebe zur Musik gerecht wird, ihr jedoch einen Teil der zum Aufstieg in Höhere Bewertungsregionen erforderlichen Originalität nimmt. Auch das optisch feine der Thematik gerecht werdende Coverartwork verdient Anerkennung. Letztendlich stehen für's Erste schon respektable 7,4 von 10 Punkten für eine gelungene Eigenproduktion mit künftig ausbaufähiger Tendenz nach oben auf der sicheren Haben-Seite. Nun heißt es abwarten, was in kommender Zeit folgen wird.
Fazit: Ein fesselnder 18 Minuten Epik-Trip in die Götter und Helden-Welt des griechischen Mythenkosmos zwischen DANZIG, URIAH HEEP, IRON MAIDEN, KADAVAR und HÄLLAS. 7,4/10

