URFAUST - Teufelsgeist

VÖ: 27.11.2020
(Ván Records)
Style: Atmosphären-Doom / Ambient Metal
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URFAUST
Zwei Jahre liegt der URFAUST-Hammer „The Constallatory Practice“ erst zurück. Schon kündigt sich in 'Teufelsgeist' das nächste Werk des unberechenbaren Oranje-Duos bestehend aus fünf Düster-Ambient Klangkathedralen an. Erstaunlicherweise dröhnt das längst Stück „Offerschaal der astronomische Mengvormeen“ gleich zu Anfang zähfließend gedehnt monolithisch aus den Lautsprechern. Gestützt von ausgedehnt klagendem Gesang, Bombast-Soundeffekten, gespenstischen Keyboard-Wänden und Sakraler Grundstimmung erfüllt, wirkt diese gewaltig turmhohe Klangkathedrale geradezu Ehrfurcht gebietend erhaben. Auch der in elegischem Pathos gedeihende Hochgesang trägt dazu bei. Getaucht in Bleierne Atmosphere schleppenden Tiefgangs gefärbt in leidvoller Trauerklage, deren Inhalt sich nahezu durch das gesamte Stück auf knapp über zehneinhalb Minuten Länge zieht. In Tonnenschwerer Finsternis gehüllt, sucht sich „Bloedsacrament voor de Gesstenzeiners“ ein kleiner Lichtstrahl aufkommender Hoffnung seinen Weg aus dichten Vorhängen pechschwarz gewobener Dunkelheit, gefolgt von der im Alkohol getränkten Verbitterung über den Religionskult („Van Alcoholische Verbittering naar Religieuze Cult“), „De Philosofie van een Gedesillusioneerde“ bewegt sich im gleichen Muster, (wofür es leichten aber nicht wehtuenden Abzug in der B-Note gibt) um in „Het Godverlaten Leprosarium“ würdevoll finster auszuklingen. Trauervoll melancholisch, bedrohlich, weltentrückt, bizarr, düster, majestätisch ergreifend sind nur einige Attitüden für den Inhalt von 'Teufelsgeist'.
Eines wird auf 'Teufelsgeist' durchweg erkennbar. Harrsche Blackmetalattacken sind einer majestätisch zelebrierten Vorliebe für tonnenschwere Sphärenlastigkeit gewichen. Von beissend aggressiver Black Metal-Schlagseite ist nichts mehr zu spüren. Möglicherweise taucht sie nächstes Mal wieder auf oder man verzichtet ganz darauf um sich auf Atmosphären-Doomlastige Ambient-Raumtonklangkunst zu konzentrieren. Bei dem unberechenbar kreativen Holländerduo weiß man wirklich nie, was danach folgt.
Im Groben betrachtet wirkt der intensiv opulente Ambient-Atmosphärensound wie Frühe 90er MOONSPELL umgeben von beklemmender AHAB/THE RUINS OF BEVERAST Schwere die sich mit abgrundtief finsterer AGHAST-Stilnote getränkt in symphonisches THE SINS OF THY BELOVED Gothic-Doom-Odeur hüllt. So extrem gedämpft zugleich auf den Punkt Sphärenlastig waren URFAUST noch nie. 'Teufelsgeist' ist ein beseelt hingebungsvolles Manifest. Etwa so stark wie der Vorgänger zieht die effektiv vertonte Prozession sich vom Himmel herabsenkend abgrundtiefer Finsternis nach nur einem Hördurchlauf unweigerlich in ihren Bann.
Fazit: Zähfließend, majestätisch, ehrfurchtgebietend-erhabene Ode an die Finsternis. Verführerisch Schleppend-schwarzdoomiger Ambientsound teuflisch-berauschender Wirkung. 8,3/10

