PHASE REVERSE - Phase IV Genocide


VÖ: 11.12.2020
(Rock Of Angels Records)

Style: Stoner/Southern Metal

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PHASE REVERSE

Gekennzeichnet durch die Rückkehr ihres ersten Sängers und Bassisten Tas Ioannidis die freudig innerhalb der Band begrüßt wurde, wodurch der Gesang mehr Abwechslung sprich Flexibilität bekommt, weil sich Ionnis nun mit dem bisher amtlichen Hauptsänger Takis Mark den Vocalistenjob teilt. Das macht sich auf eigentständige Weise bemerkbar. Nach Hoffnung strebend klar-trauer klagend steht im Kontrast zu depro-melancholisch garstig bis aggressiver Gesangs-Facette.

Stoner/Southern Metal amerikanischer Bauart steht auf dem Programm der Griechen, die sich irgendwo im Schnittmengenfeld von KYUSS, FU MANCHU, MONSTER MAGNET, VISTA CHINO, UNIDA oder BLACK LABEL SOCIETY bewegen und nebenher auch so manchen ALICE IN CHAINS-Anstrich in ihr Songmaterial mit einfließen lassen. Immerhin haben die Griechen bereits ihr viertes Studiolangeisen an den Start gebracht - umso bemerkenswerter ist, dass sie wüßte ich es nicht besser, genauso amerikanisch wie all die genannten Acts selbst klingen.

So handwerklich gut die Kompositionen basierend auf bewährtem Schema zwischen Tonnenschweren Bratgitarren, gesprochenen Parts, theatralischem Klagegesang und bärbeissiger Attitüde auf den ersten Blick vielleicht klingen, haftet ihnen doch über weite Strecken ein sich nicht immer von der Hand weisbarer Originalitätsmangel an. Jedoch ist dies nicht weiter tragisch. Bekannte Songstrukturen neigen manchmal intensiv zur Wiederholung wodurch die so wichtige Griffigkeit flöten geht, was letzlich den Unterschied zu den ganz großen Genre-TopActs ausmacht. Ansonsten haben PHASE REVERSE ziemlich vieles richtig gemacht. Gepackt in eine druckvolle Produktion ist 'Phase IV Genocide' bevorzugt Anhängerschaft schwerblütigem US-Wüstenrocks zu empfehlen.

Am besten wissen PHASE REVERSE auf 'Phase IV Genocide' zu überzeugen, sobald etwas mehr Tempovariation erfolgt und sich schleppender Wüstenrock nicht von belanglos riffbetonter Schwerblütigkeit dominiert sowie von kürzeren Alibi-Tempoattacken ergänzt im Sande verläuft was in Albumhälfte 1 schon mal vorkommt, (Destruction On Command“, „Copy 10-4“). Scheinbar wurde dieser Makel erkannt und ab Albumhälfte zwei nahezu komplett behoben. Der Titeltrack „Genocide“ kommt locker leichtfüssig daher, kombiniert akustische Verträumtheit mit zentnerschweren Lavasoli und -Grooves, am dem Burner hätte Stoner-Legende John Garcia sicher Freude gehabt; auch „Know Thy Shit“ lebt ähnlich großer KYUSS-Momente von intensiver Laut-Leise Dynamik bei raumgreifenden Beats. „Die And Let Live“ kombiniert raumgreifende Heavyness mit Melodiefaktor, „Delete“ überrollt das Gehör mit rabiat flotter Taktfolge-anschließend folgt der krachend ins Gebälk einschlagende vor Killer-Riffs triefende Brecher „Eat What You're Served“ ultimativer Album-Höhepunkt auf 'Phase IV Genocide'; auch das Restmaterial knallt: „Sound Of My Stone“ entwickelt nach schleppendem Beginn spritzige Lebendigkeit, „Martyr Of The Phase“ sorgt am Ende ungemein melodiös teilweise gar verträumt gelungenerweise für zenterschweren Ausklang.

Fazit: Über weite Strecken intensiv berauschende Mischung siedend heiß gekochten Desert-Bratgitarrensounds für Anhängerschaft bewährter US-Stoner/Southern Metal-Spektren zwischen ALICE IN CHAINS, BLACK LABEL SOCIETY, über FU MANCHU und MONSTER MAGNET bis UNIDA/VISTA CHINO. - Gut! 8/10