ANTIOCH - V


VÖ: Bereits erschienen
(Iron Shield Records)

Style: NWOTHM/Heavy Metal

Homepage:
ANTIOCH

Kanada als Heavy Metal-Großmacht auf dem traditionellen Sektor zu bezeichnen ist sicher nicht übertrieben. Was in den letzten zehn Jahren aus dem Nachbarstaat der USA nach Europa herüber schwappte, kann sich zumeist hören und sehen lassen. Gerade auf dem klassischen Heavy Metal-Sektor hat KANADA viele heiße Eisen im Feuer, CAULDRON, TRAVELER, SKULLFIST, IRON KINGDOM und STRIKER bilden dabei nur die Speerspitze einer ganzen Reihe erstklassiger Kapellen, die den 80er-Metal-Spirit wie ein Schwamm in sich aufgesaugt haben obwohl sie die Zeit nicht erlebten. ANTIOCH können sich locker dazu gesellen, deren insgesamt zweite EP nach drei guten Studio- Longplayern plus 7 Inch-Single in sämtlichen Poren ganze Wagenladungen echten Oldschool-Heavy Metal-Spirit bis unter die Zimmerdecke verströmt.

Was bei dieser Band schnell auffällt, sie klingt obgleich amerikanische Einflüsse deutlich spürbar vorhanden sind, über weite Strecken europäischer als die meisten amerikanischen Kapellen, wobei diese Feststellung kein wirklicher Nachteil ist. „Hang The Eagle“ setzt sich gleich irgendwo im tiefen Teutonenstahldschungel von ACCEPT, GRAVE DIGGER, IRON ANGEL und RUNNING WILD mit treibenden Riffs, wuchtig ballernden Drums, knackfetten Killerhooks und erstklassiger Leadsoloeskapaden. Darüber thront dreckig-rauer oft zwischen Udo Dirkschneiders prägender Reibeisenröhre und derberer SINNER-Variante pendelnder Gesang. Der Grooveburner „On The Ledge“ kombiniert bewährte ACCEPT/VICTORY, TRANCE, SINNER-Schule mit feiner Melodieführung, krachend harten Riffs und krachender Hardrock-Breitseite zwischen ALICE COOPER und TWISTED SISTER. Bei melodischer Temposteigerung blitzen zwischenzeitlich auch schon mal RUNNING WILD-Strukturen auf. Gesanglich erinnert mich Shouter Nicholas Allaire mit seiner Mischung aus kehliger Stadion Rock- und heftig derber Reibeissenröhre oft an eine extremere Variante von Udo Dirkschneider (U.D.O./Ex-ACCEPT), Joe Elliot (DEF LEPPARD), Jason Decay (CAULDRON) oder Diabolischer ALICE COOPER-Stimmbandfärbung.

Wie spannend eine fast siebeneinhalb Minuten-Nummer vom Typ „A Facade at Third Castle“ sein kann, demonstrieren ANTIOCH in überzeugender Form. Abrupt fließende Stilübergänge auf druckvollem Energielevel reißen permanent mit, lassen keine Pause zum Durchatmen. Strahlende ALICE COOPER-Momente kreuzen sich mit ACCEPT/JUDAS PRIEST und geschwindigkeitsforcierendem RUNNING WILD Anteil, denen sich klassisches DEF LEPPARD/HEAVY PETTIN'-Stadion Rock-Feeling hinzugesellt, die schließlich in flotten OMEN/JAG PANZER-Riffgewittern gipfeln wobei kompromisslos der Speedknüppel kreist, bis erneut knackig einsetzender Stadion Hardrock gesunden Ausgleich herstellt. Geil! „Demon Wick“ entwickelt durch athletische Groovepower, fesselnde Rhythmen und satte Grooves unglaubliches Hymnenflair das einer bunten Mixtour aus klassischen ALICE COOPER/ACCEPT/DEF LEPPARD /SCORPIONS/W.A.S.P. und tempogedrosselteren Parts ihrer Landsleute CAULDRON während ihrer Phase zum Dritten Studiorelease 'Tomorrows Lost' (erinnere hier nur mal  an 'Summoned To Succomb'!) gleicht. Im letzten Track „Cloven Hooves“ schält sich wieder deutlich rotzräudige W.A.S.P.-Schlagseite heraus, die sich mit schwerem Punk-Faible vereinigt.

Welch ein fett arschtight groovendes Monstermetal Hard n' Heavy-Brett die Kanadier ANTIOCH hier vorlegen. Meinerseits bleibt zu hoffen, das von diesem hochkarätigen Ahornblattquartett künftig noch viel mehr zu hören sein wird. 'V' strotzt vor fetzigen Grooves, krachender Härte, mitreißenden Tempowechseln, sattem Drive und reichlich Hymnenmodus. Wahnsinn, ich krieg' mich kaum noch ein... jetzt rotiert das Ding mittlerweile schon zum vierten Mal hintereinander... Herrlich erdig fett reinlaufendes, richtig Bock auf mehr davon machendes Oldschool Elixier das viel krachenden 80er-(Stadion) Hard Rock und Heavy Metal für Anhängerschaft von ALICE COOPER, ACCEPT, DEF LEPPARD, RUNNING WILD, JUDAS PRIEST, GRAVE DIGGER, W.A.S.P. usw., bereit hält.

Fazit: Endgeiler Hard n' Heavy-Bastard mit eingängigen Riffs, catchy Refrains, fließenden Stilübergängen auf wahnsinnigem Energielevel, gewaltig Ohrwurmhitpotential, durchweg unverfälschtem 80er-Spirit und purer, kraftvoll voluminös Arschtritte in Serie austeilender Powerdynamik bei extrem hohem Suchtgefahrpotential, die einen nicht mehr loslässt. 
– Donnerwetter! 8,5/10

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