PORTRAIT - At One With None

VÖ: 03.09.21
(Metal Blade)
Style: Heavy Metal
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PORTRAIT
Beständigkeit ist ein ganz wichtiger Faktor, um es weit zu bringen, ähnlich wie RAM ist auch die Dreikronenland-Classic Metal-Institution PORTRAIT geradezu unübertroffen darin, sich jedesmal wieder selbst zu erfinden, um auf verdammt hohem Qualitätslevel bei deutlicher Erkennbarkeit zu punkten. Natürlich sind seit jeher den PORTRAIT-Sound mitprägende KING DIAMOND/MERCYFUL FATE gewohntermaßen präsent, die sich mit gesunder Eigenstilnote paaren. Abermals gelingt es der von Sänger Per Lengstedt angeführten Mannschaft ein gewaltiges Feuerwerk an mörderisch killenden Riffs, massiver Atmosphäre, feinfühliger Melodieführung, rasanter Spannungsfelder, abrupten Rhythmus-Tempowechseln und heroischem Düsterfaible im Braukessel einer optimal funktionierenden Melange zu vereinen. Vergleichsweise zum schon vier Jahre zurückliegenden Vorgängeralbum „Burn The World“ haben PORTRAIT ihren Stil konsequent ausgebaut, verfeinert und mit so mancher Finesse der 'Crimen.../ Crossroads'-Phase verschmolzen. Das Gesamtresultat spricht letzten Endes für sich. PORTRAIT gehen weiter unbeirrbar ihren Weg, wie das Album-Fantasycoverartwork mehr als bloß andeutet.
Fette IRON MAIDEN-Anteile heroischer lassen beim von Okkultflair umrahmten Hymnenbrecher „Curtains“ (The Dumb Supper) grüßen. Sieben Stücke erreichen Längen zwischen fünf bis neun Minuten, lediglich der etwas kürzere 4:43 Minüter „A Murder Of Crows“ bildet Kontrast dazu. „He Who Stands“ gibt sich gegenüber dem Eingangstriple extrem tempo gedrosselt, dafür mächtig unter die Haut gehend, von Akkustikgitarre, hochspannende Finster-Aura verteilend. Sakraler Gesang, abrupt das tempo erhöhend galoppierender Riffdynamik im Wechsel zu regelrecht gespenstisch beschwörendem Gesang als würde Rob Halford im Stile eines in Robe gewandeten Priesters eine schwarze Messe abhalten, die sich mit Klargesangfacette und harrsch kehligen Vocals die Klinke in die Hand geben, machen das jeden PORTRAIT-Liveset bereichernde Sahnebonbon zum Bringer, Eingeleitet durch Kirchenglockengeläut gefolgt von Akkustischer Gitarre kriecht das lange 9:02-Minuten Epic-Opus von bezaubernder Melodieführung beflügelte „Ashen“ wie eine sich häutende Schlange aus den Boxen, dem sich erneuter MERCYFUL FATE-Tribut („A Murder Of Crows“) anschließt. „Shadowless“ liefert nocheinmal Beleg dafür, wie ein klassisches Heavy Metalbrett von echtem Schrot und Korn funktioniert, ehe „The Gallow's Crossing“ zunächst Atmosphäre wie in einem gruseligen Vampirepos versprüht, bis kraftvolle Gitarrenriffs, rhythmische Bass- und Schlagzeugakkorde sowie Lengstedts Gesang einsetzen, und sich das Stück verziert durch Ohoho-Singalongs zum furiosen Schluß-Hymnenbrecher entwickelt.
Fazit: Eine durch Dynamik, Power, ausgetüftelte Arrangements und gebündelte Heavyness bestechende Meisterleistung. - Klassischer Heavy Metal auf hohem Niveau! 9/10

