DAVE HAUSE - Blood Harmony

VÖ: 22.10.2021
(Blood Harmony Records/Soundly Music)
Genre:
Singer/Songwriter
Homepage:
DAVE HAUSE
Dass Punk-Musiker später einmal im Singer/Songwriterfach landen ist nichts Neues, DAVE HAUSE, der früher bei THELOVED ONES und THE FALCON war, beschritt diesen Weg vor zehn Jahren. Dabei kann er seine Wurzeln auf seinem fünften Album nicht immer verleugnen, wie „Plagiarist“ unter Beweis stellt. Wobei er mit dem Refrain schon den Bogen zum College Rock der Marke R.E.M. spannt. Da ist auch „Snowglobe“ beheimatet, wobei das eher hymnischen Alternative Rock bietet und schön mit der Dynamik spielt.
Den Godfather zitiert er in „Carry The Lantern“, das herrlich an „The Passenger“ von IGGY POP denken lässt. Im Offbeat fühlt sich auch „Gary“ wohl, ein Musterbeispiel für die schönen einfühlsamen Arrangements mit leiser Orgel. Zwar schielt das Mastering schon ein bisschen Richtung Airplay, doch gerade der Bass tönt wunderbar warm aus den Boxen und verleiht den Songs ihre Atmosphäre. Hause hat einfach ein Händchen für tolle süffige Melodien, die auch ohne Anbiederung den Weg ins Ohr finden.
Dazu packt er eine Menge Abwechslung auf „Blood Harmony“, das sich neben den erwähnten Zutaten auch gerne im Heartland Rock bedient, gerade wegen der weichen Melodieführung. „Sandy Sheets“ dürfte TOM PETTY noch in der Gruft ein Lächeln abringen und „Hanalei“ lebt von Pianoverzierungen, wie sie einst BRUCE HORNSBY hitkompatibel machte. Zum Programm wird der Name in „Surfboard“, welches den Hörer direkt mit der Klampfe in der Hand auf den Einstiegsschweller eine Bulli am kalifornischen Strand beamt.
Das ist die hohe Schule der Songwriter-Kost, die ganz alleine ohne Begleitung daher kommen würde, aber eben mit geschmackvoller dezenter Instrumentierung noch besser wirkt. So lässt es der Opener „Northstar“ erstmal gemächlich angehen, zaubert aber schon wunderbare Bilder in den Kopf. Und wie beim sehr ruhigen „Leave It In A Dream“ das Piano Tupfer zwischen die akustischen Saiten setzt ist traumhaft. Der Dreher liefert ein beschwingtes und lässiges Kleinod, das leider im Herbst etwas zu spät kommt.
Punkte: 8 / 10

