PORT NOIR – Cuts

03 portnoir

VÖ: 25.03.2022
(Despotz Records/Rough Trade)

Genre:
Alternative Rock, Progressive Dark Pop

Homepage:
PORT NOIR

Ich gebe es zu, vom schwedischen Trio PORT NOIR habe ich bislang bewusst noch keinen Ton gehört, obwohl mit “Cuts” bereits deren Album Nummer vier ansteht. Eigentlich mag ich es ja, wenn man Bands mit ihrem Schaffen stilistisch in keine Schublade stecken kann, aber mit PORT NOIR warm zu werden, fällt auch mir schwer. Handwerklich ist alles im grünen Bereich. Ok, ein bisschen viel Technik in Sachen Synthesizer bzw. Sampling und das mag durchaus auch hier seine Berechtigung haben, aber bei mir ist es eher der hohe Pop-Anteil in den neun, recht kurzen Stücken. Dies zeigt sich schon beim schleppend tragenden Opener “All Class” oder beim “Preach” wo man mit Hip-Hop Sprechgesang arbeitet. Das musikalische Crossover scheut zudem nicht vor progressiven Stücken wie “Wild” oder catchy Modern Alternative Elementen wie z. B. bei “Sweet And Salt”. Stark ist der einfühlsame Gesang von Sänger/Bassist Love Andersson nicht nur bei “Emerald Green” oder “Unclean”, denn er erinnert hier ein wenig an Arno Menses (SUBSIGNAL). Ob ich froh sein soll, dass die Platte nach gut 36 Minuten schon zu Ende ist oder noch ein paar Mal die Repeat-Taste drücke, überlege ich nach jedem Durchlauf. Auf der einen Seite klingt das Material cool und locker eingespielt (die Band spricht von einer one-take-Aufnahme), auf der anderen Seite muss man als Rock/Metal Fan recht viel Toleranz mitbringen, will man sich “Cuts” im Ganzen zu Gemüte führen. Fans von RAGE AGAINST THE MACHINE, QUEENS OF THE STONE AGE oder neueren MUSE dürften mit “Cuts” recht schnell klarkommen.

Punkte: 7/10