FER DE LANCE - The Hyperborean

VÖ: 22.04.2022
(Cruz Del Sur Music)
Style: Epic-Doom
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FER DE LANCE
FER DE LANCE sind ein bunt gemischtes Quintett beheimatet im Raum Illinois, Chicago, bestehend aus MIDNIGHT-DICE-Bandmitgliedern (Sängerin Mandy Martillo und Schlagzeuger Patrick „Rusty“ Glockle, bei FER DE LANCE am Bass aktiv, MOROS NYX-Sänger MP Papai, Travis Scudder-Schlagzeuger bei den Speed/Thrashern THE HORDE sowie dem gut unterrichteten Death/Blackmetalfans von seiner anderen Band BEASTLURKER bekannten Gitarristen Jason Geist.
Die Viertrack-EP 'Colossus' sorgte für hohe Staubwolken im schwermetallischen Underground, was gewaltig Erwartungen für deren zu erwartendes Longplay-Debüt weckte, dessen Ergebnis nun vorliegt. Ok, schauen wir mal, was uns da erwartet...
'The Hyperborean' behandelt ein geheimnisvolles vermutlich in enger Verbindung zu dem griechischen Gott Apollon und dessen Kult stehendes Volk, um das sich zahlreiche Legenden ranken, dessen Gebiet bis heute nicht genau lokalisiert ist, wo sich dieses geheimnisvolle von Mythen und Sagen umwobene Land namens Hyperborea genau befindet ist wissenschaftlich ungesichert. Laut Forschungsstand wird es in Griechenland, Britannien oder England sowie im Skandinavischen Raum verwutet. Wo immer es auch liegen mag, bleibt sein Geheimnis wohl behütet.
Mit einem prickelnd unter die Haut gehend abenteuerlich romantisch mystischen Intro („Aura Borealis“) wird der Bote des geheimnisvollen im Dunkel der Geschichte liegenden Volkes auf seine gefährliche Reise geschickt. So beginnt die Reise des Hyperboreaners in das nur zwei Jahre nach der phantastischen 'Colossus'-EP folgende Longplay-Debüt. Dieses Epic- und Doom Metal beinhaltende Kleinod reicht an heroische-mystische Viking Metal-Momente von BATHORY heran, um sie mit der Garstigkeit von DOOMSWORD zu verknüpfen, was aber nicht alles ist.
Umgeben von diesen zwei Hauptfaktoren gesellt sich mystischer Folkspirit der an die ein oder anderen Hellas-Epikmetalcombo (BATTLEROAR!) gemahnt, hinzu. Raumgreifende „Ohohoho“-Singalongs fließen in die sechs Kompositionen, deren Zeitrahmen sich zwischen sieben bis elf Minuten erstreckt effektiv mit ein. Den stärksten Wiederkennungswert bekommt 'The Hyperborean' durch essentielle Kantigkeit, woran auch der kehlige Gesang von MP Papai kräftigen Anteil trägt. Für die ausgleichend weibliche Stimmlage sorgt MIDNIGHT DICE/Ex-SATAN'S HALLOW-Sängerin Mandy Martillo, die auch gefühlvollen Akustikgitarrenklänge (u. a. im Intro) beisteuert. Naturheidnische 90er-Black Metalschattierung (mit Blickrichtung HADES ALLMIGHTY) bereichert das Gesamtergebnis zusätzlich.
„Sirens“ erzeugt gespenstische Stimmung, hier manifestiert sich das Bild einer respekt einflößenden Gebirgslandschaft durch die sich ein Fluss zwängt, wo der sagen umwobene Hyperboreaner-Tempel steht, der sich wie ein kleines Bollwerk vor gewaltiger Bergklippe auftürmt, während im Kohlebecken vor dem Eingang das Feuer brennt. Für das gelungene Coverartworkdesign sorgte CAUCHEMAR-Sängerin Annick Giroux. „The Mariner“ und „Northern Skies“ sind Epen voller Naturmystik zu denen Kutte tragende Metallerschaft Fäuste reckt. Das beste gipfelnd im Pathosbehafteten fast elfminütigen Titelstück „The Hyperborean“ haben sich FER DE LANCE zum Schluß aufgehoben. Insgesamt dreht sich ein von dramaturgischem Heldenpathos geradezu beseeltes Debüt im Player, auch das Geblaste bei „Ad Bestias“ passt ins Gesamtbild einer mystischen Odyssee, wodurch der hohe musikalische und lyrisch gehaltvolle Wert der zu Recht vor zwei Jahren (2020) vielerorts von Metalszene und -Presse gewaltig abgefeierten 'Colossus'-EP fingerdick unterstrichen wird. Für das gelungene dem Themeninhalt gerecht werdende Coverartworkdesign sorgte CAUCHEMAR-Sängerin Annick Giroux.
Rastlos umhergetrieben den ihm erteilten Auftrag zu erfüllen, zieht einsam der Hyperboreaner unbeirrt auf seinem Weg durch zerklüftete Felslandschaften, vorbei am reißenden Strom durch naturbelassene Wälder wo Gefahren lauern, dem Glauben an seinen Gott Apollon treu ergeben. Mystische BATHORY begegnen düster melancholischen DOOMSWORD, kreuzen sich mit elegisch Pathos behafteten BATTLEROAR umgeben von angeschwärztem Hauch HADES ALMIGHTY.
Fazit: Unwiderstehlich berauschend spannender Naturmystik-Metal für die Epic-Doom-Fangemeinde. - Ein Meisterepos! 9/10

