ROYAL DESOLATION - Puppet Dance

04 RoyalDesolation

VÖ: 22.04.22
(Sonic Attack/SPV)

Genre:
Modern Metal / Hard Rock

Homepage:
ROYAL DESOLATION

Wusste die vorab als so genannter Testballon veröffentlichte 5-Track-EP “Lost” fast durchgängig zu gefallen, musste ich beim kompletten Longplayer erst mal nachschauen, ob das auch wirklich die Jungs sind, die ich im November 2019 auf dem Seziertisch liegen hatte. Wir reden beim Debütalbum “Puppet Dance” über 12 neue Songs. Von denen, das muss ich jetzt so feststellen, keiner so richtig das Attribut Metalcore erreicht. Keine Ahnung, was das Schweizer Quintett geritten hat, die Marschroute zu ändern, aber um im eh schon überfüllten Metalcore Teich nicht gefressen zu werden, bedarf es scharfer Zähne. Das bietet “Puppet Dance” nicht wirklich. Man versucht offensichtlich der einst eingeschlagenen PARKWAY DRIVE-Richtung etwas “modern Alternative”-Attribute einzuhauchen, sucht sein Heil mit eingestreuten Djent-Akkorden und setzt auf offensichtlich jetzt auf Keyboard Sounds und Synthie-Samples. Bereits beim poppig ausgelegten Trallala-Opener “Killer And Monster” wird das mehr als deutlich und ein zeitweiser Vergleich mit LORDI kommt in mir auf. Auch der Refrain und die Hookline vom Titeltrack rufen allenfalls Modern Melodic Rock Attitude hervor. „Schizophrenia“ oder „One Of A Kind“ bzw. „We Not Fall“ fallen da fast schon mit ihren teils treibenden Thrash-Gitarrenbeat bzw. Groove Metal Ansätzen härtetechnisch positiv aus der Reihe. Gerade auch der verstärkte Keyboard-Sound lässt ein ums andere Mal den Hang zum Industrial durchblitzen („Dead Inside“, Army Of Desolation“). Das klingt zwar abwechslungsreich, hat aber mit Core nichts mehr zu tun. Auch wenn hier und da mal Shouts eingestreut werden, reicht das nicht aus. Mir fehlen da z. B. auch scharf einschneidende Break Downs. Die wären bei z. B. der Halbballade „Memories Of Pain” angebracht, um die Gastsängerin Grace Willis und den eigenen Clean-Gesang noch mehr in Szenen zusetzen.
Um abschließend eins festzustellen, schlechtreden möchte ich dieses Debüt-Album im Ganzen nicht. Es war, von wem auch immer, nur recht ungeschickt „Puppet Dance“ dem Metalcore zuzuschreiben. Dafür hätte es mehr an Stücken wie „We Will Not Fall“ bedurft. Es bleibt unterm Strich abwechslungsreicher modern melodiöser Hard Rock / Metal mit Luft nach oben übrig.

Punkte: 7/10