WARWOLF - Necropolis


VÖ: 29.07.2022
(Metalapolis Records)

Style: Heavy Metal

Homepage:
WARWOLF

Schon verdammt mutig, wenn ein Label im beiliegenden Infoblatt den IRON MAIDEN-Slogan von deren Bandhymne als reisserische Titelüberschrift in deutscher Sprache verwendet, man vergleiche hierzu die Originalzeile: "Oh Well, wherever, wherever you are,Iron Maiden's gonna get you, no matter how far." Bezogen auf diesen Tonträger stellt sich das Motto klotzen statt kleckern als sinngemäß wahr heraus. Das ganze komplett in den NWOBHM-Sektor zu verorten trifft es vielleicht nicht so ganz, der - seien wir ehrlich, - viel und noch weitaus mehr zu bieten hat als dessen bekanntestes Aushängeschild, obgleich die 80er-Wurzeln von IRON MAIDEN auf dem WARWOLF-Debüt deutlich zum Vorschein kommen.

Das hinter dem jüngst dieser Tage veröffentlichten WARWOLF-Debüt 'Necropolis' definitiv keine grünen Jungs sondern gestandene Musiker der ehemaligen Power-Thrashband WOLFEN stehen, sollte ebenso wenig unerwähnt bleiben. Vier Ex-WOLFEN-Bandmitglieder Sänger Andreas von Lipinski, die Gitarristen Björn Grüne, Frank Noras und Schlagzeuger Holger Bloempott gründeten WARWOLF, einziges vormals nicht bei den Kölnern WOLFEN aktives Bandmitglied ist Bassist Florian Abegg, der zusammen mit Ex-WOLFEN Drummer Holger Bloempott die Rhythmussektion bildet. Dafür, dass es nie langweilig wird, garantiert die Vielseitigkeit aller neun Songs inklusive Bonustrack „The Priest“.

IRON MAIDEN sind hörbarer Haupteinfluss von WARWOLF, die extrem eingängig statt auf komplexen Power-Thrash fixiert wie die Vorgängerkapelle WOLFEN zur Sache gehen. Über Originalität mögen sich die Meinungen spalten. An der Klasse von Hymenfutter fußend auf hoher Qualität mit catchy Refrains, packenden Gitarrenläufen und fesselnder Melodieführung mangelt es WARWOLF indessen keineswegs. Nummern auf erlesenem Ligaformat wie „Nosferatu“, „Dawn Of Destiny“, oder der heroische zwischen ACCEPT/GRAVE DIGGER und IRON MAIDEN pendelnde Riffbrecher „Witches and Demons“ laufen gut ins Gehör.

Auch der von spannungsvoll heroisch fesselnder Sprechpassage umrahmte Epic-Titeltrack 'Necropolis' lässt neben den eisernen Jungfrauen inhaltlich mehr an Teutonenstahlschmiede der Schiene LONEWOLF/GRAVE DIGGER denken. „Clan Of The Undead“, „When The Hangman Cries“ und „Slaves Of The Night“ donnern mit satt galoppierenden Gitarren veredelt von toller Melodieführung und kraftvollem Drumming aus den Boxen. Andreas von Lipinski erinnert durch sein raueres Stimmvolumen mehr an BLAZE BAYLEY bei IRON MAIDEN-Tracks der Scheine 'Sign Of The Cross' als an Bruce Dickinson, was nicht nur beim zehn Minütigen Titeltrack 'Necropolis' zum Vorschein kommt. Der hochkonzentriert zu Werke gehende Stimmbandvirtuose sang schon Songs für GRAVE DIGGER-Alben ein, was sich bei 'Necropolis' immens bemerkbar macht. Andreas' Organ klingt erfreulicherweise trotz langgezogener Hochtonschreie immer noch eigenständig genug, was allen Songs immens hohen Eigenständigkeitsgrad verleiht. Die l Spielzeit von etwa 45 Minuten (ohne "Witches & Demons" und The Priest) wird mit beiden Bonustracks die es allein ohne die anderen acht Stücke auf ganze 15:21 Minuten effektiver Spielzeit bringen, fast überdimensionär auf 62:12 Minuten gestreckt. Dies sollte mehr als genug Anreiz geben, sich den vor Hymnenfaible strotzenden Silberdeckel dringend zuzulegen. 

Bei dem für IRON MAIDEN und Teutonenstahlfans empfehlenswerten Silberling, der den kultigen Spirit stärksten IRON MAIDEN-Phase die ohne wenn und aber zweifellos in den 80ern lag, authentisch einfängt, empfehlen sich folgende Anspieltipps: „Nosferatu“, „Dawn Of Destiny“, „When The Hangman Cries“, die Titelhymne "Necropolis", "Witches & Demons" sowie der  achtminuten überschreitende Epic-Knaller "The Priest" 

Fazit: Oldschool Metal nach 80er Vorbild mit ausdrucksstarkem Gesang, eingängigen Sonstrukturen, massiven Riffs, fesselnder Twingitarrenpower, Spannung und Hymnenfaktor. - Fein!  8,5/10





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