BABY STRANGE - The World Below

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VÖ: 17.06.2022
(ICEA/Rough Trade)

Genre: Indie Rock

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BABY STRANGE

Seit 2012 musizieren die drei Jungs aus Glasgow zusammen, 2016 erschien ihr Debüt „Want It Need It“ beim kleinen Label Ignition Records. Mittlerweile sind sie bei Icons Creating Evil Art unter Vertrag und haben mit „The World Below“ den Nachfolger am Start. Obwohl das Trio aus dem abwanderungswilligen Norden des Vereinten Königreichs stammt, klingen BABY STRANGE sehr britisch. Das gilt für alle Facetten und Einflüsse ihres Sounds, der durchaus eigenständig ist.

Schwerlich lässt es sich sagen, ob man ihr Gebräu nun in die Achtziger oder Neunziger verorten soll, ihr Indie Rock nimmt vieles auf, was lange im Untergrund gärte, bevor es mit der Explosion der alternativen Szene den Weg ins Licht fand. Jeglicher Ursprung ist im Post Punk zu suchen, von wo aus sich die verschiedene Pfade trennten, um nun wieder in der größten schottischen Stadt zusammen zu finden. So rockt es teilweise, dann wiederum sind die Stücke sehr rhythmisch ausgelegt, Clubkompatibilität besitzen sie alle.

Oft pumpt der Bass von Aidan McCann richtig dick, unterstreicht teilweise die latente Düsternis von Tracks wie „Only Feel It When I´m With You“. Sein Bruder Connaire bricht hingegen an den Drums immer wieder explosiv und angenehm groovebefreit aus. Der trockene und dennoch voluminöse Sound unterstützt diesen Charakter. Die Schwere paart sich oft mit atmosphärischen Landschaften, die nicht selten an DEPECHE MODE denken lassen wie im Rausschmeißer „Midnight“, auch sonst ist der frühe Dark Wave der Scheibe nicht unbekannt.

Auf der anderen Seite stehen eben die noisigen Gitarrenattacken von Frontmann Johnny Madden, die „Poor Old Me“ nach vorne peitschen. Jener ist auch Lieferant von nach flächigen Klängen, welche Lieder wie „Higher“ über die Ränder der Tanzflächen ausweiten. Dazu vermag er mit seinem melancholischen Timbre große Melodien zu zaubern, man höre nur „Under The Surface“, was die Truppe in die Nähe von PLACEBO rückt. Auch Brit Pop-Elemente sind BABY STRANGE nicht fremd, wie „0141“ beweist.

All die unterschiedlichen Zutaten wissen die Drei homogen zu verrühren, mit dem sie sich ihre Identität erarbeiten. Die Sprünge zwischen scheinbar schwer zu vereinenden Stilen offenbaren eine hohe Dynamik, die durch die karge Instrumentierung verstärkt wird. Mit dem Fluss, der so entsteht gehen die Kompositionen auch schnell in die Gehörgänge, einiges hat sicher Hitpotential. Das Zeug packt den Hörer direkt, wirft ihn von hypnotischen Feelings unvermittelt in die treibende Ekstase, macht ihn atemlos, laugt ihn jedoch nicht aus.

7,5 / 10


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