LONELY ROBOT - A Model Life

08 lonelyrobot

VÖ: 26.08.2022
(Inside Out/Sony)

Genre: Art Rock / Prog Rock

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LONELY ROBOT

John Mitchell gehört sicher zu den wichtigsten Protagonisten des Prog-Revival in diesem Jahrhundert. Am meisten Aufmerksamkeit erhielt er für seine Arbeit mit ARENA, die mit ihm Ende der neunziger den Weg aus dem Underground antraten. Auch das Wiederbeleben von IT BITES förderte tolle Momente hervor, bei denen er auch den Gesang übernahm, ebenso wie bei der Supergroup KINO. Seit ein paar Jahren betreibt er das Soloprojekt LONELY ROBOT, das anfänglich Bandcharakter hatte. Mittlerweile spielt er bis auf die Drums von Craig Blundell alle Instrumente selbst ein, so auch auf „A Model Life“.

Nicht nur deswegen ist sein Stil sofort wiederzuerkennen, sein Spiel und sein Songwriting sind sehr typisch, diese weich flirrenden Riffs wie etwa im Opener „Recalibrating“ hatte man schon bei IT BITES zuhauf. Der leichte Schwenk zum alternativen Rock ist nicht zu überhören, was man auch von der artverwandten RPWL kennt. Kein Wunder hat Mitchell schon bei BLIND EGO mit deren Gitarrist Kalle Wallner zusammen gearbeitet. Interessant ist auch „The Island Of Misfit Toys“ gestaltet, wo zusätzlich sehr futuristische Keyboards zum Einsatz kommen, während der Rest der Songs eher diese britischen Acts eigene Wärme verströmt.

Wobei jener Titel ein Fingerzeig ist, dass man diese mit einer etwas düsteren Grundausrichtung verpackt. Gerade bei den ruhigeren Songs kann der Mastermind sein schönes, angerautes Timbre voll ausspielen. Dunkel wird es speziell in den atmosphärischen Stücken in der Art von „Species In Transition“, das sich auf Synthesizerflächen langsam aufbaut. Nicht so bedrohlich kommt „Starlit Stardust“ daher, welches im Refrain weit ausholt.
Das weicht viel vom Prog Rock seiner sonstigen Arbeit ab, vieles lässt sich eher im Art Rock-Terrain eingruppieren. Da passt die psychedelische Stimmung von „Digital God Machine“ ganz gut ins Bild. Ihreverträumten Einsätze hat die Leadgitarre in „Duty Of Care“, während „Mandalay“ konsequent die Form der Pianoballade besetzt. Klassisches Futter für die Fans, wobei neben des dezent neuen Anstrichs auch leider der etwas komprimierte Sound auffällt.

6,5 / 10